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ZUM NACHDENKEN

Antrieb

  • vonred Redaktion
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Wenn ich mit dem Auto auf der A 5 in Richtung Süden fahre, muss ich immer wieder nach den Flugzeugen schauen, die in Frankfurt landen. Es fasziniert mich, wie sich große, schwere Flugzeuge in Bewegung setzen, von der Erde abheben und fliegen können. Genauso beeindruckend ist für mich das Gefühl der Beschleunigung vor dem Start wie auch das Abbremsen bei der Landung. Dass das Reisen mit dem Flugzeug ökologisch oft nicht sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.

Was treibt uns in unserem Leben an? Das ist nicht so klar wie beim Flugzeug. Es gibt verschiedene Antriebe in uns, die wir offen zeigen oder auch sorgfältig vor anderen verbergen: Anerkennung, das Wohl der Familie, Macht, die Liebe von anderen Menschen, Geld, sozialer Aufstieg, das Wohlergehen anderer Menschen, Spaß oder die Suche nach einem höheren Sinn im Leben. Wir haben auch Mischungen dieser Antriebe in uns.

Im Römerbrief schreibt der Apostel Paulus, dass uns der Geist Gottes antreibe und bewege (Römer 8,17). Wir sind von Gott eingeladen, uns auf ihn einzulassen und uns von ihm bestimmen zu lassen. Das engt unser Leben nicht ein, sondern macht uns reich und gibt uns neue Kraft. Unsere genannten Antriebe erschöpfen uns manchmal, wenn wir nur aus ihnen heraus leben. Andere gehen zulasten anderer Menschen.

Gottes Geist verbindet uns und ermöglicht, dass wir alle leben können, auch mit unseren menschlichen Antrieben. Er ist auch bei uns, wenn wir uns müde, schwach und leer vorkommen (Römer 8,26). Das bleibt Christen nicht erspart. Und doch führt er uns weiter. Ich wünsche uns ein gutes und gesegnetes Jahr 2021, in dem wir angetrieben durch den Geist Gottes auch die Einschränkungen durch Corona bewältigen können. Wir müssen ja nicht gleich von der Erde abheben wie die Flugzeuge in Frankfurt.

Pfarrer Michael Solle, Friedberg

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