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Die Strecke von Florstadt nach Friedberg und zurück ließe sich problemlos mit dem Fahrrad bewältigen, gäbe es denn einen sicheren Radweg entlang der B 275. Die Grünen hoffen, dass der Bund das notwendige Geld bereitstellt. ARCHIVFOTO: PV

Anstoß für neuen Radweg

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Sicher mit dem Rad von Florstadt nach Friedberg: Das wünschen sich die Grünen und fordern einen Radweg entlang der B 275. Damit sollen Berufspendler dazu animiert werden, in Sachen Verkehrswende ihren ganz persönlichen Beitrag zu leisten. Bauträger wäre die Bundesrepublik.

Ein Blick ins Internet zeigt: Von Florstadt bis Friedberg sind es mit dem Fahrrad 10,5 Kilometer, laut Routenplaner ist die Strecke in 31 Minuten zu schaffen. Wobei die Route denkbar einfach angegeben wird: Immer entlang, nein, direkt auf der B 275. Einen Radweg gibt es hier nicht. Für Radfahrer sei der Weg »lebensgefährlich«, sagte Grünen-Sprecher Bernd Stiller vergangene Woche in der Stadtverordnetenversammlung.

Kurios: Der nächste Treffer der Suchmaschine verspricht die »20 schönsten Fahrradtouren rund um Florstadt«, Friedberg wird dabei lediglich zweimal gestreift und einmal weiträumig umfahren.

Aber es geht im Antrag der Friedberger Grünen weniger um Fahrradtouren und mehr um Verkehrswege. Die Bereitschaft, auch bei der Fahrt zur Arbeit vom Auto aufs Rad umzusteigen, ist nicht zuletzt dank der E-Bike-Technologie gestiegen. Soll es eine Verkehrswende geben, müssen Fahrradwege her. Deshalb hat der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main eine »Radwegeoffensive« gestartet und plant neun Radschnellwege in der Region.

Schnellweg nach Frankfurt geplant

Einer davon soll die Wetterau mit Frankfurts Innenstadt verbinden: Beginnend in Butzbach soll der Schnellweg »FrankfurtRheinMain6« (FRM6) über Bad Nauheim, Friedberg, Wöllstadt, Karben und Bad Vilbel nach Frankfurt führen. Ein weiterer langfristiger Vorteil: Kommen mehr Pendler mit dem Rad in die Stadt, entspannt sich auch der Innenstadtverkehr.

Die Idee, entlang der B 275 einen Radweg zu bauen, haben die Grünen in Florstadt maßgeblich angestoßen; die dortige Stadtverordnetenversammlung hat einen gleichlautenden Antrag einstimmig angenommen. Ziel ist es, einen Fahrradweg entlang der B 275 zwischen Nieder-Florstadt und Ossenheim zu bauen, wofür die Bundesrepublik zuständig wäre. Dieser Lückenschluss könne dazu beitragen, unter Umweltgesichtspunkten vom Auto aufs Rad umzusteigen.

Der Florstädter Grünen-Stadtverordnete Gerhard Salz (der zur Kreistagssitzung regelmäßig mit dem Rad nach Friedberg fährt) hat aus dem Bundesverkehrsministerium in Erfahrung gebracht, dass man das etwa fünf Kilometer lange Bauvorhaben prüfen werde. Die nördliche Alternative über Bauernheim und die südliche über Wickstadt seien beide länger und führten ebenfalls über Straßen. Laut dem Antrag der Grünen soll der Friedberger Magistrat nun prüfen, welche Varianten des Radwegs möglich sind und mit welchen Kosten die Stadt zu rechnen hat.

Dr. Jochen Meier (FDP) widersprach. Als Freizeitsportler wisse er, dass es bereits Radwege nach Florstadt gebe. »Das dauert vielleicht eine Viertelstunde länger, ist aber kein Problem.« Niemand wolle entlang der stark befahrenen Bundesstraße 275 fahren. Auch bezweifelte er, dass es viele Radpendler gebe, die einen solchen Radweg nutzen würden. Außerdem seien die Baukosten viel zu hoch. Dieser Ansicht war außer der FDP nur noch ein weiterer UWG-Stadtverordneter, die Mehrheit stimmte für den Antrag.

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