Daumen hoch: Mitfahrbänke gibt es in Schöneck bereits. Dort will man sich jetzt über Erfahrungen mit dem Mobilitätsprojekt erkundigen. FOTO: MIRJAM FRITZSCHE
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Daumen hoch: Mitfahrbänke gibt es in Schöneck bereits. Dort will man sich jetzt über Erfahrungen mit dem Mobilitätsprojekt erkundigen. FOTO: MIRJAM FRITZSCHE

Per Anhalter nach Karben?

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Niederdorfelden(mfi). Die Nachbargemeinde Schöneck hat sie schon, nun will man auch in Niederdorfelden über die Aufstellung von Mitfahrbänken nachdenken. Die Grünen hatten einen entsprechenden Antrag zur jüngsten Sitzung des Gemeindeparlaments im Bürgerhaus vorgelegt. "Die Idee finde ich sehr sinnvoll. Außerdem gibt es Fördertöpfe, die man für die Finanzierung nutzen könnte", begründet Josef Mistetzky (Grüne).

In Schöneck hatte sich bereits vor einigen Monaten die FDP für das alternative Mobilitätsprojekt starkgemacht. Fraktionschefin Anke Pfeil erläuterte die Funktionsweise: "Wer auf einer Mitfahrbank Platz nimmt, signalisiert den vorbeikommenden Autofahrern, dass er mitgenommen werden möchte. Wer als Autofahrer mag, hält an, und wenn sich das Ziel von potenziellem Fahrgast und Fahrer deckt, kommt der Fahrgast mit ein bisschen Glück ruckzuck zum Ziel."

Frage nach Rückweg

Die Idee kommt zwar auch bei den Parlamentariern in Niederdorfelden vom Prinzip her gut an, doch haben sie auch einige Bedenken. "Mitfahrbänke mitten in der Corona-Pandemie aufzustellen, finde ich schwierig", erklärt SPD-Fraktionschef Carsten Frey. Er selbst würde es vermeiden, in der jetzigen Situation mit anderen Menschen auf engstem Raum zusammenzusitzen. Zudem habe er in Schöneck bis jetzt noch nie jemanden darauf sitzen sehen. "Vielleicht muss man noch etwas warten, bis man das Thema angeht", so Frey.

Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) hat ebenfalls seine Zweifel, ob die Bänke gut angenommen werden. "Selbst wenn ich jemanden finde, der mich beispielsweise nach Karben mitnimmt - wie komme ich dann wieder zurück?", gibt er zu Bedenken. Sein Vorschlag: Möglicherweise sei es sinnvoll, das Thema Mitfahrbänke beim Regionalverband Rhein-Main anzusprechen, damit Fahrgäste ein dichtes Netz an Mitfahrbänken vorfänden. Grünen-Fraktionschef Horst Schmidt schlug vor, sich in Schöneck über die Erfahrungen mit dem Projekt auszutauschen. Die Gemeindevertreter einigen sich schließlich darauf, sich im Ausschuss intensiver mit den Mitfahrbänken zu befassen.

Neue Bäume an Berliner Straße

Diskutiert wurde an dem Abend zudem ein weiterer Antrag der Grünen, der wegen der Corona-Krise erst jetzt auf die Tagesordnung gelangt war. Die Resolution ist nach dem Anschlag in Hanau verfasst worden und soll nach an Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises weitergeleitet werden. Die Grünen fordern eine Zentrallagerung von Schusswaffen und Munition in den Vereinshäusern der Schützenvereine. Carsten Frey bemängelte die Formulierung des Antrags. Er wolle nicht dass Sportschützen unter Generalverdacht gestellt würden. "Das ist zu kurz gesprungen", wertete Juliane Frey (SPD) den Text. In der Sitzung des Kreistags gebe es einen weiterführenden interfraktionellen Antrag, der mehrere Punkte thematisiert, die verändert werden müssten. Die Beschlussvorlage wurde in den Ausschuss überwiesen.

Eine Änderung beschlossen die Gemeindevertreter bei den Maßnahmen, die man aus den Mitteln der Hessenkasse bezahlen wollte. 750 000 Euro stehen zur Verfügung. Da man mit den veranschlagten Investitionskosten für neue Bäume an der Berliner Straße von 200 000 Euro nicht auskommt, wurde entschieden, die Maßnahme im Haushalt 2021 zu veranschlagen. 450 000 Euro werden dafür benötigt. Die Restmittel aus dem Programm Hessenkasse sollen für die Sanierung der Friedhofsmauer verwendet werden. Ebenfalls finanzieren sich aus dem Budget die Instandhaltungsmaßnahmen in der Hain- und der Brüder-Grimm-Straße.

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