Statt selbst zum Geburtstag oder zu Weihnachten beschenkt zu werden, bittet Hans Seum lieber um Spenden für Familien in Uganda. So hat der Altenstädter bei seiner Reise nach Afrika einige Ziegen kaufen können, mit denen die Menschen ihren Lebensunterhalt sichern.	FOTO: PV
+
Statt selbst zum Geburtstag oder zu Weihnachten beschenkt zu werden, bittet Hans Seum lieber um Spenden für Familien in Uganda. So hat der Altenstädter bei seiner Reise nach Afrika einige Ziegen kaufen können, mit denen die Menschen ihren Lebensunterhalt sichern. FOTO: PV

Ziegen retten Leben

  • vonRedaktion
    schließen

Altenstadt (bf). Geschenke zum Geburtstag oder zu Weihnachten? Darauf verzichtet Hans Seum gerne. Stattdessen bittet der Altenstädter um Spenden für die Hilfsorganisation »Tabitha Global Care Germany«. Mit dem Geld werden zum Beispiel Ziegen gekauft, die den Familien helfen, ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Gerade war Seum eineinhalb Wochen in Uganda unterwegs. »Ich wollte mir selbst ein Bild von den Verhältnissen machen, um zu sehen, was dort dringend benötigt wird«, erzählt er. Zu insgesamt siebt, unter ihnen der Leiter der Organisation »Tabitha«, Pastor i.R. Reinhard Berle aus Fritzlar, startete die Gruppe in die Slums von Kampala und zahlreiche abgelegene kleine Dörfer. Dort hat die Organisation bereits acht Brunnen dank Spendengeldern gebohrt.

Zehn Kilometer bis zum Brunnen

Wie wichtig diese Brunnen sind, zeigt sich allein daran, dass ein einziger Brunnen von über 1000 Menschen genutzt wird, um frisches Wasser in Kanistern zu holen. Diese schwere Tätigkeit werde von Frauen und Kindern verrichtet. »Sie nehmen Strecken von fast zehn Kilometern in Kauf, um an Frischwasser zu gelangen, das mit einer mechanischen Pumpe aus 60 bis 80 Metern Tiefe geholt wird«, berichtet Seum von den enormen Anstrengungen, um an das für uns so selbstverständlich gewordene Wasser zu kommen.

Das Land sei sehr grün, überall seien Bananenstauden oder Kaffeesträucher sowie angepflockte Ziegen zu sehen. Das hatte im Vorfeld der Reise zu der Idee geführt, Geld für den Kauf von Ziegen zu sammeln. Die Tiere sichern den Familien ihren Lebensunterhalt, da die Milch getrunken oder zu Käse verarbeitet wird. Später ließen sich auch Baby-Ziegen verkaufen, was den Familien ein kleines Einkommen sichere.

Die Reiseteilnehmer verzichteten also auf Geschenke zu Geburtstagen, Jubiläen oder Weihnachten und baten ihre Freunde und Verwandten darum, stattdessen eine Ziege zu finanzieren. So kam Geld für insgesamt über 100 Tiere zusammen, die bedürftigen Familien übergeben wurden.

»Ich war erschüttert von den Lebensbedingungen«, berichtet Seum. In einem 25 Quadratmeter großen Lehmhaus lebten Familien mit zahlreichen Kindern, ohne Möbel oder Betten. Die Kinder schliefen auf einer Plastikplane auf dem Lehmboden. Eine Feuerstelle befinde sich außerhalb der Hütte, wo häufig ein Brei aus Bananen gekocht werde.

Die Gruppe reiste weiter ins Dorf Kawolokota, wo die Organisation »Tabitha« eine Schule und mehrere kleine Hütten aus Spendengeldern errichtet hat. Spontan entschieden sich die Reisenden dazu, die vorgeschriebenen Schuluniformen für die 60 neuen Schüler zu spenden. Aktuell würden etwa 120 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse dort unterrichtet. Sie erhielten in der Schule auch jeden Tag eine warme Mahlzeit.

Ein zentrales Thema in Uganda sei AIDS, da viele Menschen dort HIV-infiziert seien. Trotz zahlreicher Maßnahmen, auch von »Tabitha«, sei das Elend groß. Seum: »Viele Eltern sind an AIDS gestorben, und ihre Kinder werden dann häufig von den Großeltern erzogen, sofern finanziell überhaupt möglich.« Erfreulicherweise hätten sich bereits mehrere Paten, auch in Altenstadt, gefunden, die dafür sorgten, dass diese Kinder in die Schule gehen könnten. Die Gruppe habe alle Patenkinder besucht, um sich einen Eindruck ihrer Lebensumstände zu machen.

Zum Abschluss besuchten Seum und seine Mitreisenden noch etwa 40 Näherinnen. Diese arbeiten mit gespendeten Maschinen aus Deutschland und verdienen ihr Geld durch den Verkauf der genähten Taschen und Kleider.

Wer die Not lindern möchte, kann sich bei der Hilfsorganisation »Tabitha Global Care Germany« informieren oder direkt bei Hans Seum unter der E-Mail-Adresse habe.seum@web.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare