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Reger Flugbetrieb am Lehmnest

  • VonInge Schneider
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Altenstadt (im). Wenn es in Altenstadt und Umgebung einen Hof gibt, der sich mit dem NABU-Prädikat »Schwalbenfreundliches Haus« schmücken könnte, dann ist es wohl das Anwesen der Familie Dörrschuck in der Heegheimer Brunnenstraße. »Wenn man wirklich alle Nester der Mehl- und Rauchschwalben zusammenzählt, die hier vorhanden sind, kommt man sicher auf über zwanzig«, sagt die Hausbesitzerin und Stellvertretende Ortslandwirtin Gudrun Dörrschuck-Glaser.

»Darüber hinaus nisten Amseln und Meisen, Rotschwänzchen, ein Käuzchen und nicht zuletzt die Spatzen bei uns, Letztgenannte auf dem Schutzbrett oberhalb der Mehlschwalbennester, ein Stockwerk höher sozusagen.«

An den gut sichtbaren Lehmnestern der Mehlschwalben herrscht erst seit Ende April reger An- und Abflug. Die geflügelten Glücksbringer haben sich in diesem Jahr aufgrund der kühlen Temperaturen und des häufigen Nordwindes erst relativ spät eingestellt, berichten Gudrun Dörrschuck-Glaser und ihre beiden Söhne Paul und Georg.

Die Familie ist sicher, dass die emsigen gefiederten Mitbewohner einstweilen mit dem Nestbau beschäftigt sind und noch keine Eier abgelegt wurden. »Normalerweise sind bis zum Vogelzug Mitte September drei Brut- und Aufzuchtphasen möglich. Da sich aber in diesem Jahr aufgrund der Kälte die Ankunft der Schwalben nach hinten verschoben hat, werden mutmaßlich nur zwei Gelege bebrütet werden.«

Ideale Bedingungen auch für Insekten

In der bis heute landwirtschaftlich betriebenen ehemals fürstlichen Hofreite mit ihren hohen Basaltmauern, Scheunen, ehemaligen Stallungen, Wohn- und Nebengebäuden sowie einem naturnah bepflanzten Innenhof finden nicht nur die Vögel, sondern auch die für ihre eigene Ernährung und die des Nachwuchses so wichtigen Insekten ideale Bedingungen vor, wie sie auch auf dem Land immer seltener werden. Die Basalt-Natursteinmauern des unter Schutz stehenden Kulturdenkmals weisen einladende Höhlungen und Ritzen auf, in zugänglichen Gewölben haben - weit weniger sichtbar als die Mehlschwalbennester - die Rauchschwalben ihr Domizil aufgeschlagen, im Garten summt, brummt und zwitschert es. »Wer Mehl- und Rauchschwalben beim Nestbau unterstützen möchte, tut gut daran, feuchten Lehm in Pfützen bereitzuhalten, auch wenn die Witterung einmal trockener ist«, erklärt Dörrschuck-Glaser. Genügend Lehm ist in den Ritzen des hofeigenen Kopfsteinpflasters vorhanden, wird es einmal zu trocken, hilft die Hausherrin mit etwas Wasser aus der Gieskanne nach.

Nur zögernd angenommen haben die zierlichen schwarz-weißen Mehlschwalben die Kunstnester, die sie ihnen unter einem Dachüberstand angeboten hat. »Die werden zwar auch besiedelt, doch die ›Marke Eigenbau‹ hat eindeutig Priorität.« Familie Dörrschuck freut sich, dass die Schwalben, wenn auch mit Verspätung, zu ihren angestammten Nistplätzen zurückgekehrt sind, und hofft, dass sie bis weit in den September hinein verweilen. Besagt doch eine alte Bauernregel: »Bleiben die Schwalben lange, sei vor dem Winter nicht bange.«

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