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Musik als Sprache des Herzens

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Von: red Redaktion

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Nach einem gelungenen Auftritt (v. l.) Monica Keichel, Nadine Seipel, Maren Richter, Beate Doliwa und Gerhard Schaubach. © pv

Altenstadt (pm). Mit herzerfrischenden Klängen wartete das Ensemble »Vox Humana« im geistlichen Konzert mit dem Titel »Lobsing ihm meine Seele« in der evangelischen Kirche Altenstadt auf. Der Gesang, eine Mischung aus geistlicher Musik von der Renaissance bis zur Romantik, die Klavierbegleitung, das Ambiente der evangelischen Kirche Altenstadt und die Rezitation waren wie kleine Mosaiksteine, die sich zu einem schön arrangierten Kunstwerk zusammenfügten.

Das Ensemble »Vox Humana« unter der Leitung der Sopranistin Beate Doliwa eröffnete das Konzert am Sonntag mit dem Mozartlied »Lobsing ihm meine Seele«, welches von Doliwa kraftvoll und überzeugend interpretiert wurde.

Die Sängerinnen Nadine Seipel, Sopran, und Maren Richter, Mezzosopran, aus Doliwas Gesangsklasse demonstrierten bravourös ihre Sangesqualitäten im Solo, Duett sowie Terzett. Dabei setzten sie Stücke von J.S. Bach, F.M. Bartholdy, W.A. Mozart und F. Schubert mit gleicher Souveränität um wie das moderne »Hallaluja« von L. Cohen.

Gerhard Schaubach, Organist der evangelischen Kirche Altenstadt und langjähriger Begleiter im Ensemble, begleitete den Gesang am Klavier und unterstrich mit seinem feinfühligen Spiel die Nuancen jedes Stückes, während die Rezitatorin Monica Keichel jedes Lied mit einer kleinen Geschichte stimmig umrahmte.

So erzählte sie, dass Johann Sebastian Bach einmal gesagt haben soll, dass er musiziere, weil Gott ihm ein fröhliches Herz gegeben habe. Sie zitierte Immanuel Kant und Martin Luther und wusste schließlich um die Sprache des Herzens Bescheid: »Gib den Menschen eine bessere Sprache«, forderte einst ein Engel von Gott. »Und Gott gab den Menschen den Gesang, welcher fortan als die Sprache des Herzens galt«, so der Schriftsteller Jean Paul in einem seiner Werke. Das Resümee der Rezitationen, so Keichel: Musik und Gesang führen weg von Trübsinn, Traurigkeit und Dunkelheit - und das ist von Gott gewollt.

Dies wiederum haben die Sängerinnen verinnerlicht. Feinfühlig in gutem Belcanto interpretierte Nadine Seipel Schuberts »Ave Maria« und Maren Richters Mezzosopran erstrahlte klar in Mozarts »Laudate dominum«. Ein Konzerthöhepunkt war das Duett »Ich harrete des Herrn« aus dem Lobgesang von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Mit Bachs »Jesu bleibet meine Freude« und Cohens »Halleluja« vereinten sich die Ensemblestimmen und ließen das Konzert stimmungsvoll ausklingen.

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