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Die Schauspielerinnen und Schauspieler der Oberstufen-Theater-AG überzeugen mit Enthusiasmus und Talent. (pv)

Kurzweilige Szenencollage an der Limesschule

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Altenstadt(pm). Teenager, die lieber texten, als miteinander zu sprechen, Smartphones, die jedes Konzerterlebnis ruinieren: Mit dem Stück "Wenn Nashörner sich im Netz verfangen" setzten die Protagonisten der Oberstufen-Theater-AG der Limesschule eine Reihe von Werken fort, denen neben Komik und Spielbegeisterung auch eine zeitkritische Dimension innewohnt. Kurzweilig und unterhaltsam war die Aufführung, für die sich zweimal der Vorhang hob.

Bevor das Stück begann, wurde man aufgefordert, die Handys sowie den Ton wieder anzuschalten, Anrufe dürfe man während der Aufführung gerne entgegennehmen. In 16 Szenen erlebte der Zuschauer Wohl und Wehe einer zusehends medialisierten Welt. In der eineinhalbstündigen Vorstellung waren aber nicht nur von der Theater-AG selbst verfasste Szenen enthalten, auch das anspruchsvolle Stück "Les Rhinocéros" des franko-rumänischen Dramatikers Eugène Ionesco steckte darin. "Die Idee der Nashörner hat uns fasziniert", sagte Lehrerin Stefanie Cavazzini, die die Theater-AG betreut. "Es geht um die menschliche Bereitschaft sich anstecken zu lassen", um jede Form von Massenbewegung und die Rolle eines Individuums in diesem Prozess. "Die Szenen sind zum Teil traurig, aber auch lustig, skurril und manchmal grotesk. Einige Dinge werden auch bewusst übertrieben dargestellt", so Cavazzini, die ein Faible fürs Experimentelle hat, weiter. Als übergeordnete Botschaft bleibt, was die 42-Jährige so beschreibt: "Die Aufführung möchte vor Cybermobbing und anderen Gefahren des Internets warnen, ohne es dabei zu verteufeln." Die Theaterabende an der Limesschule stimmten somit nachdenklich, regten aber auch mehrfach zum Lachen an, wie das gut unterhaltene Publikum immer wieder bewies.

Am Schluss gab es viel Applaus für die Darbietung. "Es ist einfach immer wieder spannend, was die hier seit vielen Jahren auf die Beine, auf die Bühne bringen. Das hat Seltenheitswert", schwärmte eine ältere Dame, die oft zu Gast bei den Aufführungen der Oberstufen-Theater-AG ist. Nach den Aufführungen war Cavazzini zufrieden mit dem Ergebnis. "Die Schüler waren hoch konzentriert", erzählte die Theater-AG-Leiterin. Und der Zeitaufwand sei auch nicht zu verachten. Proben an den Wochenenden und mehrmals unter der Woche seien sowohl für Lehrer als auch für Schüler nicht einfach unterzubringen. Spaß gemacht habe es trotzdem. Nebeneffekt des ganzen Projekts: "Es ist im Lauf der Proben ein echtes Gruppengefühl entstanden", hat Cavazzini festgestellt.

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