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Für eine professionellen “Hybrid„-Online-Klavierunterricht ist beträchtlicher Aufwand vonnöten. Unter 1400 Bewerbern für ein Stipendium der Hessischen Kulturstiftung zählt Gerhard Schaubach (Klavier) zu den wenigen, deren Projektideen als förderungswürdig erachtet wurden.

Hybrid-Konzept wird gefördert

  • vonGerhard Kollmer
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Altenstadt (gk). Gerhard Schaubach, langjähriger Leiter der Musikschule Altenstadt, zeigte sich hocherfreut: Unter 1400 Bewerbern für ein Stipendium der Hessischen Kulturstiftung zählt er zu den wenigen, deren Projektideen von den 20 Jurymitgliedern als förderungswürdig erachtet wurden.

Worum geht es? Der erste Teil des Altenstädter Projekts ist der Erarbeitung eines professionellen “Hybrid„-Online-Klavierunterrichts gewidmet. Zur Realisierung ist beträchtlicher Aufwand vonnöten. Skype, Webcams für unterschiedliche Kameraeinstellungen bzw. Video-Konferenzen, Schnell-Scans: Das sind nur einige Stichworte, die dieses ehrgeizige Projekt benennen.

Ziel der Digitalisierung ist es, die durch Corona verursachten Defizite so weit möglich zu kompensieren, das heißt, auch am Bildschirm einen möglichst interaktiven, lebendigen Musikunterricht anbieten zu können.

Im zweiten Teil des Stipendiums hat Gerhard Schaubach gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde Altenstadt (für die er auch als Organist tätig ist) ein Veranstaltungsprogramm erarbeitet, das kürzlich in der Stadtkirche mit einem nicht öffentlichen Konzert seinen Anfang nahm.

Die letzte “analoge„ Veranstaltung - ein Gedächtniskonzert für seinen verstorbenen Freund Hartmut Kinzer - fand am 27. September 2020 in der St.-Nikolai-Kirche statt. Alle weiteren (im Rahmen der beliebten “Wohnzimmerkonzerte„ geplanten) Programmpunkte mussten coronabedingt ausfallen beziehungsweise immer wieder verschoben werden.

Schaubach verfiel nun auf die Idee, alle geplanten Auftritte in den Kirchenraum zu verlegen und künftig als Streaming-Konzerte anzubieten. Für das Gotteshaus gibt es bereits Hygienepläne; Mindestabstände zwischen den Besuchern sind leicht einzuhalten. Um eine angemessene Konzertatmosphäre zu schaffen, ließ der studierte Konzertpianist unter anderem seinen Blüthner-Flügel aus dem Jahr 1911, der wunderbar mit der gleichaltrigen Bechstein-Orgel harmoniert, im Kirchenraum aufstellen.

Bis zum Ende der coronabedingten Einschränkungen werden die beliebten Altenstädter “Wohnzimmerkonzerte„ in die kirchliche Konzertreihe “St. Nikolai musiziert„ integriert - ein gelungener Synenergie-Effekt.

Das zukünftige Veranstaltungsprogramm trägt dem Aufführungsort Rechnung und wird sowohl geistlichen wie weltlichen Charakter tragen.

Einen ersten Vorgeschmack darauf bot kürzlich das Cross-over-Konzert unter dem Titel “Auf der Straße der Liebe„. Für den Live-Charakter wurden sieben Gäste eingeladen und mit FFP2-Maske den Abstandsregeln gemäß platziert. Mithilfe von iPhone, Laptop, Audiointerface und Rode-Profi-Mikrofonen wurde das Konzert digitalisiert. Schaubach will es interessierten Kirchengemeinden als Denkanstoß für eigene, über den gewohnten Rahmen hinausgehende Aufführungen anbieten.

Denkanstöße für die Zukunft

Das rund 70-minütige Konzert mit 18 Nummern bestach durch seine Vielfalt: Neben biblischen Texten (rezitiert von Uschi Kinzer) und geistlichen Musikstücken kam auch der weltliche Teil zu seinem Recht. Unter Einbeziehung von Flügel und Violine (gespielt von Sabine Scheffel-Schaubach) erklang ein Konzert, zu dessen Höhepunkten u. a. die Klavier-/Violine-Bearbeitung des Simon&Garfunkel-Klassikers “Bridge over troubled Water„, Chopins Largo Nr. 20 für Klavier und Cat Stevens’ Ohrwurm “Morning has broken„ (für Violine bearbeitet) zählten. Uschi Kinzer trug mit der Rezitation von Texten Erich Frieds, Passagen aus dem “Hohelied Salomos„, dem selbst verfassten Text “Alfred„ unter anderem zur Bereicherung der Auftaktveranstaltung für die diesjährige Konzertreihe in Altenstadt bei. Sie wird stattfinden - sei’s digital oder hoffentlich bald wieder analog.

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