Große Trauer um tapferen Jungen

  • vonred Redaktion
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Altenstadt(pm). "Er hat gekämpft. Er war so tapfer. Er hat mit seiner wundervollen Lebensfreude die Menschen um sich herum in seinen Bann gezogen. Ein kleiner Kerl mit großem Mut im Kampf gegen den Krebs. Aber: Ilai hat es nicht geschafft", berichtet Hand-in-Hand, der Verein für schwerstkranke und krebskranke Kinder in Altenstadt.

An Neujahr gegen 18 Uhr starb der zweijährige Ilai Guth aus Glashütten im Taunus an den Folgen einer aggressiven Krebsart, einem sogenannten Neuroblastom, in Sao Paulo, der brasilianischen Heimat seiner Mutter Kethelyn. Sie, Ilais Vater Pascal und der kleine Ilai lebten seit über eineinhalb Jahren dort (wir berichteten).

Seine Großeltern, Birgit und Peter Guth, hatten sich im April vergangenen Jahres an Hand-in-Hand gewandt und um Hilfe gebeten. Denn Ilai hätte eine äußerst teure Therapie in Spanien und den USA benötigt, die die riesige Summe von einer halben Million Euro erfordert und ausschließlich privat hätte aufgebracht werden müssen. "Krankenkasse? Fehlanzeige", bedauert der Verein. Hand-in-Hand hatte das Geld in Zusammenarbeit mit den Eltern von Ilai, Familie und Freunden unter monatelangen enormen Anstrengungen fast komplett zusammen bekommen. "Die Spendenflut war einfach überwältigend", sagt Hilu Knies, die Vorsitzende des Hilfsvereins. Doch zum Therapieantritt sollte es nicht mehr kommen.

Hand-in-Hand will weiterkämpfen

Das gesamte Team von Hand-in-Hand trauert zusammen mit Ilais Familie um den schweren Verlust. Leider seien solche traurigen Nachrichten immer wieder Bestandteil der Arbeit des Hand-in-Hand-Teams. "Aber wir geben nicht auf! Es gibt leider noch so viele Kinder, die auch Hilfe gegen schlimme Krankheiten benötigen", sagt Andrea Weber, Pressesprecherin des Vereins.

Hand-in-Hand will weiter dafür kämpfen, dass Kindern mit schweren Erkrankungen geholfen werden kann, Perspektiven durch passende Therapien und Hilfsmittel gegeben werden und immer wieder Freude geschenkt wird.

"Ein ebenfalls unschöner Teil unserer Arbeit ist die Abwicklung eines solchen Spendenprojekts", erklärt Knies weiter. "Zurzeit erörtern wir alle Optionen, die sich hierfür anbieten. Wir erbitten die notwendige Zeit, um eine rechtlich korrekte und transparente Regelung im Sinne von Ilai, seiner Familie und unseren Spendern zu finden. Dazu befinden wir uns derzeit in Gesprächen mit Ilais Familie, diversen Experten, unserem Anwalt und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband."

Knies und Weber abschließend: "Ilai bleibt in unser aller Herzen. Der Junge mit dem besonderen Namen (der neben Gott sitzende, ein Held aus König Davids Heer), der außerordentlichen Lebensfreude und dem unbändigen Kampfgeist. Er war einfach ein so toller Junge."

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