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Alpakas als Landschaftspfleger: Andrea Rahn-Farr (links) und Peter Heidt (rechts) informieren sich bei Daniela Vogler über neue Wege in der Tierzucht.

Genügsam und handzahm

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Altenstadt (pm). Eine neue Tierart hat auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Vogler in Altenstadt Einzug gehalten: Zwischen den alten Obstbäumen auf den Streuobstwiesen rund um den Bauernhof grasen Alpakas und halten die Flächen sauber. Bei einem Besuch auf dem Erlebnisbauernhof haben sich die beiden FDP-Bundestagskandidaten Andrea Rahn-Farr und Peter Heidt ein Bild von dieser Neuerung gemacht.

Für Familie Vogler stand nach vielen Jahren der Milchviehhaltung eine grundsätzliche Entscheidung an, denn der Kuhstall war in die Jahre gekommen und es hätten große Investitionen angestanden. Aufgrund der Unsicherheit, wie sich die Wirtschaftlichkeit entwickeln würde und welche Auflagen noch auf die Bauern zukommen würden, entschieden sich Daniela Vogler und ihr Mann Michael, die Kuhzahl deutlich zu reduzieren und in naher Zukunft ganz auszusteigen. Die findige Landwirtin informierte sich über Alternativen, was sie mit dem Grünland anfangen könnte, und kam so auf die Alpakas. »Sie sind genügsam und handzahm, wenn man mit ihnen umzugehen weiß«, meint die Chefin. Sie bietet außerdem geführte Alpaka-Touren zum Beispiel im Rahmen von Kindergeburtstagen an. Und das Angebot werde hervorragend angenommen. Selbst gebackener Kuchen und Pizza, viel Platz zum Toben und Spielen, und weitere Tiere wie Ponys, Esel und Walliser Bergschafe erhöhen die Anziehungskraft. Dazu betreibt die Familie Vogler eine Rindermast mit Direktvermarktung des Fleischs. Dabei helfen sowohl Seniorchef Erwin Hess und Ehefrau Ilse als auch die Söhne der Familie mit.

Die liberalen Besucher waren beeindruckt: »Es ist dem Unternehmergeist von Frau Vogler zu verdanken, dass hier in Altenstadt so ein hervorragendes Angebot für Familien geschaffen wurde«, meinte Heidt. Aktuell hat Daniela Vogler in eine gewerblich nutzbare Küche investiert und möchte für die Alpakas einen tiergerechten Unterstand für den Winter bauen.

Rahn-Farr, die selbst Landwirtin und Vorsitzende des Regionalbauernverbands Wetterau/Frankfurt ist, erkundigt sich nach den bürokratischen Hürden bei der Umsetzung. »Die Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung im Wetteraukreis waren sehr hilfsbereit und haben mir wertvolle Tipps gegeben, wie so eine Küche ausgeführt werden muss. Bei der Genehmigung zum Bau des Unterstands hängen wir hingegen noch hinterher und warten auf den Bescheid, der hoffentlich positiv ausfällt«, erklärte Daniela Vogler.

Notwendige Maßnahme

Rahn-Farr: »Es ist eine notwendige Maßnahme, für die Alpakas als vierbeinige Landschaftspfleger den passenden Stallplatz fürs Winterhalbjahr zu schaffen. Hier liegt ein privilegiertes Bauvorhaben in der Landwirtschaft vor, das hoffentlich bald genehmigt wird. Betrieben und Tierhaltern, die weitermachen wollen, und zwar anders als bisher, sollten keine Steine in den Weg gelegt werden!«

Und die Lindheimerin Natascha Baumann, selbst Mutter von zwei Kindern, freut sich über das Angebot für Familien: »Es ist ein tolles Konzept, bei dem wir Familie Vogler viel Erfolg wünschen.«

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