IT-Student Sebastien Yven hat die anfänglichen Sprachbarrieren schnell überwinden können. 	FOTO: PV
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IT-Student Sebastien Yven hat die anfänglichen Sprachbarrieren schnell überwinden können. FOTO: PV

Französischer Student erarbeitet besondere App

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Altenstadt (pm). Der französische IT-Student Sebastien Yven war für vier Monate bei der Ille Papier-Service GmbH und durfte dort ein spannendes und verantwortungsvolles Projekt übernehmen. Dabei ging es um das Auswählen und Anpassen einer Smartphone-App für die interne Kommunikation.

»Am Anfang war es schon eine Herausforderung, im Unternehmen Deutsch zu reden und alle Arbeitsabläufe in einer Fremdsprache zu klären«, berichtet Yven, der in Frankreich IT-Ingenieurwesen mit den Schwerpunkten Softwareentwicklung, Projektmanagement und Netzwerktechnik studiert. »Bei Ille wurde ich aber so herzlich aufgenommen, dass mir die Eingewöhnung trotzdem sehr leicht fiel. Es war eine spannende Erfahrung, die Kultur eines deutschen Unternehmens in der Praxis erleben zu dürfen.«

Yvens zwei Unternehmensbetreuer, Alexander Schledewitz aus der IT-Entwicklung und deren Leiter Thomas Hoschek, wählten für den Studenten aus Frankreich ein Projekt aus, das durch die Gesetzesänderungen im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) notwendig geworden war:

WhatsApp nicht mehr erlaubt

»Früher verwendeten unsere Service-Fahrer auf ihren Diensthandys den Nachrichtendienst WhatsApp, um miteinander oder auch mit dem Team vom Innendienst zu kommunizieren. Durch die DSGVO durften wir die App für diese Zwecke nicht mehr verwenden, erläutert Hoschek. Und Betreuer Schledewitz ergänzt: »Herr Yven hat viele entsprechende Open-Source-Anwendungen getestet - also Nachrichtendienste, deren Programmiercode offen zugänglich ist und die man dadurch für eigene Zwecke anpassen kann und darf.« Aus seinen Schilderungen wird deutlich, wie viel Spaß Yven an seinem Projekt hatte: »Zu Beginn bekam ich von meinen Betreuern einen Katalog mit Anforderungen, die die App erfüllen sollte. Eine der wichtigsten war natürlich, dass der Kurznachrichtendienst den Gesetzen der DSGVO entsprechen sollte. Zudem sollte es auch möglich sein, sie dem Firmendesign anzupassen. Nach gründlichen Recherchen habe ich mich schließlich für eine Variante entschieden. Dann durfte ich eigenständig sämtliche Anpassungen an dem Programm vornehmen, die für Ille relevant waren«, freut sich der Praktikant.

Wie es auch bei den klassischen dual Studierenden von »Studium Plus« üblich ist, werden die Praktikanten ebenfalls von einem Hochschulprofessor betreut, der bei der abschließenden Projektpräsentation dabei ist. Prof. Dr. Michael Guckert war danach voll des Lobes: »Besonders wenn man die anfängliche Sprachbarriere bedenkt, hat Herr Yven ein tadelloses Ergebnis abgeliefert - ganz großes Kompliment!« Auch die Betreuer lobten nach der erfolgreichen Präsentation die von Yven erarbeitete App, die den internen Namen »WhatsIlle« trägt: »Zurzeit testen wir die Anwendung an unserem Standort in Leipzig, von den dortigen Kollegen bekommen wir tolles Feedback«, betont Hoschek.

Die App werde nach Angaben des Unternehmens zeitnah an allen Standorten in Deutschland und Europa zum Einsatz kommen.

Es sei besonders schön zu erleben gewesen, wie ein internationaler Student innerhalb kürzester Zeit Teil der Unternehmensgemeinschaft von Ille werden konnte. »Wir sind sehr an einer weiteren Zusammenarbeit mit Herrn Yven interessiert«, sagte Schledewitz.

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