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Ein neuer »Pannenkreisel« bei Oberau?

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Von: red Redaktion

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Wie hoch sind die Unfallzahlen am neuen Oberauer Kreisel, was will die Landesregierung dagegen tun und wann? Fragen die die Landtagsabgeordneten Lisa Gnadl (SPD) und Jörg-Uwe Hahn dem zuständigen Verkehrsminister stellen und auf Antworten warten. ARCHIV © Judith Seipel

Die Landtagsabgeordneten Lisa Gnadl (SPD) und Jörg-Uwe Hahn (FDP) konfrontieren die Landesregierung mit der Situation am neugebauten Kreisverkehr bei Oberau.

Oberau (red). Die gestiegenen Unfallzahlen am neuen Kreisel beim Altenstädter Ortsteil Oberau beschäftigen nun auch die Landespolitik. Sowohl die SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl als auch ihr FDP-Kollege Jörg-Uwe Hahn konfrontierten das zuständige Ministerium mit entsprechenden Anfragen.

»Anwohnerinnen und Anwohner haben sich über den neuen Kreisel riesig gefreut. Groß war aber die Irritierung, weil Fahrbahn und Kreisel noch nicht lichtreflektierend und mit ausreichender Verkehrsbeschilderung versehen wurden«, erklärt die Landtagsabgeordnete und Wetterauer SPD-Vorsitzende Lisa Gnadl.

Mängel bei Licht und Beschilderung

Der aktuelle Zustand sei inakzeptabel, weshalb Hessen Mobil, die zuständige Verkehrssicherheitsbehörde, hier dringend tätig werden muss, fordert Gnadl. Bereits im November vergangenen Jahres befragte sie die Landesregierung, um eine schnellstmögliche Ausschilderung zu erreichen. So wollte Gnadl wissen, ob und wann man plane, lichtreflektierende Markierungen auf der Straße anzubringen? Zudem fragte sie, wann und inwiefern man solarbetriebene Beleuchtung und Beschilderungen an Fußweg und Straße auf dem Weg zum Kreisverkehr und in diesem aufstellt und anbringt? Auch eine mögliche Randbepflanzung war Thema ihrer Anfrage.

»Im Gespräch mit den Oberauern wird das große Gefahren- und Unfallpotenzial deutlich. Quasi wöchentlich übersehen Verkehrsteilnehmer den Kreisel - insbesondere bei Nebel, Schneefall und Dunkelheit. Da die Verkehrsführung vorher anders erfolgte, stellt die fehlende Beleuchtung ein großes Risiko dar«, erklärt Gnadl. Mehrere Unfälle ereigneten sich bereits, was sie veranlasst, bei der Landesregierung erneut nachzuhaken.

Nicht nur für Autofahrer, auch für Personen, die die Straße zur Bushaltestelle überqueren wollen, stellten fehlende Beleuchtung und Ausschilderung in den frühen Morgenstunden und ab dem späten Nachmittag eine Gefahr dar. »Die Gemeinde versuchte bereits mit dem Aufstellen von Verkehrsschildern, das Gefahrenpotenzial zu reduzieren und Autofahrer auf die neue Verkehrsführung hinzuweisen. Für mich ist unverständlich, weshalb die Landesregierung bislang weder auf meine Anfrage vom November antwortete, noch in irgendeiner Weise in Oberau aktiv wurde. Ich bleibe aber weiter dran«, verspricht Gnadl.

»Hat die Wetterau einen neuen Pannenkreisel?« fragt sich FDP-Landtagsabgeordneter Jörg-Uwe Hahn und verweist auf wohl hohe Unfallzahlen am neuen Kreisverkehr am Oberauer Kreuz. Zuletzt kritisierte Altenstadts FDP-Ortsverband diesen Umstand und beantragte in der Gemeindevertretung, die provisorische Beleuchtung des Kreisverkehrs. Dieser Antrag fand zwar eine Mehrheit, sei bislang aber nicht umgesetzt.

Bereits in der Vergangenheit kam es in der Wetterau, etwa bei Nieder-Rosbach, zu vielen Verkehrsunfällen am neu errichteten Kreisverkehr im Zuge der L3352/K11. Er erlangte als »Pannenkreisel« überregional negative Bekanntheit. Hahn wandte sich damals mehrfach an Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, bis man nach vielen Jahren den gefährlichen Kreisverkehr endlich entschärfte.

Maßnahmen zur Unfallreduzierung

Nunmehr stellt er zum Kreisverkehr bei Oberau im Landtag eine Kleine Anfrage an die Regierung. Hahn will wissen, wie viele polizeilich erfasste Verkehrsunfälle mit und ohne Verletzte sich seit Inbetriebnahme ereigneten und wie hoch der entstandene Schaden ausfällt? Er fragt weiter, ob es der Regierung ersichtlich ist, warum sich am Kreisel viele Unfälle zutragen und weshalb man bisher keine Beleuchtung installierte? Darüber hinaus soll die Anfrage Antworten auf die Fragen liefern, inwiefern die Gemeinde Altenstadt Hessen Mobil konkrete Maßnahmen zur Unfallreduzierung vortrug, wie man mit diesen umging und welche Maßnahmen man seit Inbetriebnahme ergriff, um eine Unfallhäufigkeit zu senken? Abschließend will Hahn wissen, welche Möglichkeiten die Landesregierung sieht, die Unfallhäufigkeit vor Ort zu reduzieren.

»Einfache Maßnahmen am Kreisverkehr könnten wohl helfen, weitere Unfälle zu vermeiden. Der Verkehrsminister sollte eigentlich wissen, dass Kreisel die Verkehrssicherheit erhöhen sollen. Der Kreisverkehr am Oberauer Kreuz bewirkt bisher offenbar das Gegenteil«, kritisiert Hahn. »Aufgrund seiner nicht optimalen Sichtbarkeit besteht dringend Handlungsbedarf. Das Verkehrsministerium weiß um diesen Umstand. Es wird Zeit, die Gefahrenquelle zu entschärfen«, meint Hahn nach ausführlichen Gesprächen mit den Altenstädter FDP-Parlamentariern Natascha Baumann und Claus Pfeffer.

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