Ein historischer Sieg für die CDU in Altenstadt

  • vonOliver Potengowski
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Altenstadt (sax). Gewinne der CDU und Verluste der SPD lassen die beiden Parteien ihre Rollen und Fraktionsstärken in der Gemeindevertretung von Altenstadt tauschen. Die Grünen gewinnen zwei Mandate dazu und lösen die Freien Wähler (FWG) als drittstärkste Fraktion ab. Auch die NPD büßt ein Mandat ein.

Hatte die SPD in der letzten Wahlperiode noch zehn Sitze in der Gemeindevertretung und die CDU neun, so ist es nach dem vorläufigen Endergebnis genau umgekehrt. Die Sozialdemokraten verlieren 4,2 Prozentpunkte und kommen auf 23,1 Prozent, während die CDU 3,2 Prozentpunkte gewinnt und bei 28,3 Prozent steht (zehn Sitze). Die Fraktion der FWG wird zukünftig nur noch aus vier - statt bisher sechs - Vertretern bestehen, da ihr Stimmenanteil von 16,3 auf 10,6 Prozent abgenommen hat. Derweil gewinnen die Grünen mit 19,6 Prozent gegenüber 2016 5,6 Prozentpunkte hinzu. Auch die FDP, die sich auf 9,4 Prozent verbessert, erreicht ein Mandat mehr. Die NPD verliert hingegen 1,5 Prozentpunkte und liegt damit bei 8,5 Prozent.

»Wir sind glücklich, dass wir nach 40 Jahren endlich einmal die stärkste Fraktion sind«, freute sich die stellvertretende CDU-Vorsitzende Daniela Vogler. »Die Bürger von Altenstadt haben unsere Arbeit gewürdigt.« Sie habe sich etwa für einen naturnahen Kindergarten eingesetzt, den die Landwirte unterstützt hätten. Stattdessen solle jetzt aber ein Anbau an den bestehenden Kindergarten errichtet werden, der dann eine »unüberschaubare« Größe erreiche. »Wer will denn sein Kind in einen Kindergarten mit 200 Kindern bringen?«, kritisiert Vogler und hofft: »Vielleicht können wir jetzt mehr durchsetzen.«

SPD und Grüne mit dem Trend

Markus Brando, der SPD-Vorsitzende, räumt dagegen ein: »Wir haben unser Ziel, mindestens stärkste Fraktion zu bleiben, nicht erreicht.« Ursachen sieht er vor allem in Bundes- und Landestrends, die insbesondere den Erfolg der Grünen beflügelt hätten. Aber auch die Affären um Maskenbeschaffung und die AWO seien nicht hilfreich gewesen. »Das Schlimme ist, 14 Tage oder drei Wochen können jahrelange Arbeit zerstören.«

Auch Karl Ventulett meint, das gute Abschneiden der Grünen sei angesichts der Trends zu erwarten gewesen, jedoch auch in den Inhalten, für die die Partei stehe, begründet. Weil »der Wähler eindeutig sagt, wir können nicht so weitermachen mit dem Ressourcenverbrauch«, wie der Grünen-Sprecher erklärte. Ihm sei bewusst, dass der Einfluss als kleinere Fraktion begrenzt ist, dennoch sagt er: »Wir werden versuchen, die anderen Parteien zu überzeugen.«

Dass die FWG statt bisher sechs nur noch vier Mandate in der Gemeindevertretung haben wird, sei auch selbst verschuldet, räumt der Vorsitzende Günther Weil ein. Denn sie habe »nicht genug Leute auf die Liste bekommen und dadurch unnötig Stimmen verschenkt«. Zudem sei es ein Nachteil gewesen, dass sie durch die Corona-Bestimmungen nicht ihre Stärken wie persönliche Gespräche mit Wählern ausspielen konnten. Trotzdem ist er nicht unzufrieden, immerhin habe man das Ergebnis von 2011 mit vier Mandaten halten können.

Jagsch will wieder kandidieren

»Ich glaube, die FDP kann ganz zufrieden sein«, erklärt die Vorsitzende Natascha Baumann: »Einen Sitz mehr und nicht mehr die kleinste Fraktion.« Auf die kommende Sitzungsperiode blickt sie optimistisch: »In der Gemeindevertretung gibt es viel frischen Wind, da kommen junge Leute rein. Ich habe die Hoffnung, dass der Veränderungswille etwas gewachsen ist.«

Für die NPD ist Stefan Jagsch trotz des Verlustes von einem Mandat in der Gemeindevertretung zufrieden. Dafür freut er sich über den Stimmenzuwachs bei der Ortsbeiratswahl in der Waldsiedlung, wo die NPD 20,9 Prozent und einen weiteren Sitz erreicht habe. »Da sieht man, dass die Arbeit vor Ort sich ausgezahlt hat«, meinte Jagsch. Deshalb wolle er trotz seiner Abberufung vor eineinhalb Jahren erneut als Ortsvorsteher kandidieren.

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