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Klopapier ist in Corona-Zeiten ein begehrtes Gut. Dennoch kann das heimische Unternehmen Ille nicht von dem Boom profitieren - ganz im Gegenteil.

Ille Papier-Service

Toilettenpapier und Co.: Corona-Krise trifft nun auch Marktführer für Hygiene-Artikel

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Einem Rekordumsatz im September folgte zum Jahresende die Ernüchterung. Selbst im Hygiene-Bereich muss ein Marktführer wie Ille Papier-Service durch Corona heftige Einbußen hinnehmen.

Toilettenpapier dürfte noch nie so begehrt gewesen sein wie während der Pandemie. Dennoch konnte die Ille Papier-Service GmbH in der Waldsiedlung Altenstadt nicht von dem Boom profitieren, ganz im Gegenteil.

Das erfuhren die FDP-Politiker Jörg-Uwe Hahn, Peter Heidt und Natascha Baumann bei ihrem Besuch des Marktführers im gewerblichen Hygiene-Bereich.

Toilettenpapier in der Corona-Krise: Auftragslage eingebrochen

Die Geschäftsführer Marion und Eric Gottschalk sowie Andreas Trostmann legten die coronabedingten Probleme dar. »Viele unserer Kunden waren bereits im ersten Lockdown von den behördlichen Schließungen betroffen und sind es jetzt seit November schon wieder. Dementsprechend ist die Auftragslage auch bei uns eingebrochen«, sagte Marion Gottschalk. Auch die Zunahme von Mitarbeitern im Homeoffice dämpfe die Auftragslage, weil dadurch sogar in Industriebetrieben der Bedarf an Hygieneartikeln zurückgehe.

Toilettenpapier: Im Sommer hohe Nachfrage

»Im Sommer ereilte unser Unternehmen glücklicherweise eine hohe Nachfrage nach Desinfektionsmittelspendern. Im September konnten wir dadurch einen Rekordumsatz verbuchen«, legte Eric Gottschalk dar. In dem seit November anhaltenden Lockdown habe man starke Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.

Die Geschäftsführer bemängelten eine fehlende Perspektive für die Wirtschaft. »Niemand weiß, wann es für die Unternehmen weitergehen kann. Es fehlt einfach an einer Strategie, um für die Zukunft besser planen zu können«, sagte Trostmann.

Erste Schritte für Öffnung tun

Auch Bundestagsabgeordneter Heidt betonte: »Wir müssen endlich die ersten Schritte gehen, um das öffentliche Leben, den Handel und die Schulen und Kitas unter Einhaltung strenger Hygiene-Schutzmaßnahmen wieder zum Leben zu erwecken.«

Marion Gottschalk nutzte die Gelegenheit, um sich bei Heidt über den Sachstand zum Lieferkettengesetz zu informieren.

Dieses soll klären, inwiefern Firmen ihre Zulieferer überprüfen müssen und deutsche Unternehmen für die Verletzung von Menschenrechten auf vorgelagerten Stationen ihrer Lieferketten verantwortlich sind.

Gesetz schwer umzusetzen

Ille setze sich sehr für die Umsetzung von Menschenrechten ein, sagten die Geschäftsführer. »Es ist aber auch eine Frage der Praktikabilität und der Bürokratie, ein solches Gesetzesvorhaben in einem mittelständischen Unternehmen umzusetzen.«

Heidt, Obmann seiner Fraktion im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Bundestags, sagte, die weltweite Durchsetzung von Menschenrechten sei für die FDP ein wichtiges außenpolitisches Ziel.

Die deutsche Wirtschaft stecke aber derzeit in einer schweren Krise, »das Lieferkettengesetz käme daher zur Unzeit«. Es sei an der Zeit, das Gesetzesvorhaben zu beerdigen. Eine europäische Lösung, die für die Wirtschaft praktikabel sei, müsse her.

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