LKW-Fahrer stirbt bei Unfall mit Zementlaster bei Wölfersheim
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Laut Unfallstatistik 2019 sind 16 Menschen bei Unfällen auf den Wetterauer Straßen gestorben. Hinzu kommt ein Toter auf der Autobahn: Ein Lkw-Fahrer starb im Mai auf der A 45. Er kam zwischen Wölfersheim und Münzenberg von der Straße ab. Die Zugmaschine des Sattelzuges riss vom Sattelauflieger ab und prallte gegen die Böschung.

Verkehrsunfallstatistik 2019

Alle 101 Minuten ein Unfall: Polizeipräsident stellt Statistik für die Wetterau vor 

  • vonRedaktion
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  • Marion Müller
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Erneut weniger Unfälle in der Wetterau: Das ist das Resultat der aktuellen Unfallstatistik 2019 der Polizei Mittelhessen. Doch es sind mehr Menschen an den Folgen eines Unfalls gestorben.

Etwa alle 101 Minuten hat sich ein Verkehrsunfall in der Wetterau ereignet: Im Jahr 2019 registrierte die Polizei insgesamt 5214 Verkehrsunfälle; das sind 13 weniger als noch im Vorjahr. "Die Verkehrsunfälle im Wetteraukreis haben sich im Vergleich zu den Vorjahren überwiegend positiv entwickelt. Insbesondere ist die Anzahl der schwer verletzten Personen erfreulicherweise kontinuierlich zurückgegangen", sagt Polizeihauptkommissar Martin Frank, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes Wetterau.

Unfallzahlen im Wetteraukreis 2019
  • Unfallursachen: In 1148 Fällen waren Hindernisse auf der Fahrbahn Unfallursache; über 95 Prozent davon Wildtiere (1096). 489 Zusammenstöße ereigneten sich beim Wenden oder Rückwärtsfahren. 365-mal war ein zu geringer Abstand Hauptunfallursache. 347 Kollisionen ereigneten sich laut Statistik aufgrund von Vorrangverstößen. Bei 2141 Unfällen waren "andere Fehler beim Fahrzeugführer" ursächlich. In der Regel handele es sich hierbei vor allem um Rempler auf Parkplätzen. Aber auch sogenannte Ablenkungsunfälle, etwa wegen Bedienens des Mobiltelefons oder Navis während der Fahrt, fallen darunter. Die Hauptursachen bei Unfällen mit Verletzten waren Vorfahrtsverletzungen (148), ungenügender Abstand (138) sowie überhöhte Geschwindigkeit (118).

  • Verletzte und Tote: Ein Verletzter alle acht Stunden und 15 Minuten: Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit verletzten Personen sank im Vergleich zu 2018 um 21 auf 787. Insgesamt kamen 2019 bei Unfällen 16 Menschen zu Tode – das waren fünf mehr als 2018. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die bei Unfällen verletzt wurden, ist im Vergleich zu 2018 gestiegen. Bei 60 Unfällen wurden 60 Kinder (bis 13 Jahre) verletzt (2018: 52): 52 davon leicht und acht schwer. 69 Jugendliche (14 bis 17 Jahre) wurden bei insgesamt 77 Unfällen verletzt (2018: 60), 15 davon schwer. Es kamen keine Kinder und Jugendlichen zu Tode. n Ablenkung: 195-mal konnte die Unfallursache nicht abschließend ermittelt werden ("andere Fehler beim Fahrzeugführer"). Darunter fallen auch Ablenkungsunfälle. Der Nachweis gestalte sich oftmals schwierig, da Unfallbeteiligte für gewöhnlich etwaige Ablenkungen nicht einräumen.

  • Rauschmittel: Alle zwei Tage verunfallte ein Fahrer aufgrund von Alkohol- und/oder Drogenkonsum: In 175 Fällen der 2019 registrierten Verkehrsunfälle war zumindest eine beteiligte Person berauscht. Dabei trugen 82 Personen zum Teil schwere Verletzungen davon. Bei fünf solcher Unfälle verstarben allein sieben Unfallbeteiligte.

  • Junge Fahrer: Im Jahr 2019 war die Gruppe der jungen Fahrer (18 bis 24 Jahre) an 952 Verkehrsunfällen beteiligt (2018: 937). Junge Fahrer sind laut Polizei eine Hauptrisikogruppe. Daher versucht das Polizeipräsidium Mittelhessen auch in der Wetterau durch gezielte Präventionsarbeit, wie mit der "Aktion BOB", auf Gefahren hinzuweisen und entsprechend zu sensibilisieren. n Ältere Fahrer: Die Beteiligung der Altersgruppe "65 plus" (65 bis 74 Jahre) betrug 511 Fälle. Im Vergleich zum Vorjahr (605) ist diese Zahl damit um 94 gefallen. In der Altersgruppe "75 plus" verzeichnete die Wetterauer Polizei insgesamt 446 Beteiligungen (2018: 497). Auch für diese Altersgruppe betreibt das Polizeipräsidium Mittelhessen mit der "Aktion MAX" gezielt Präventionsmaßnahmen.

  • Fußgänger und Radfahrer: 2019 ereigneten sich 125 Unfälle mit Fußgängern (2018: 112). Dabei wurden 93 Personen verletzt (2018: 85); 25 schwer (2018: 22). Zwei Fußgänger starben an den Unfallfolgen (2018: einer). 123-mal waren Radfahrer am Unfallgeschehen beteiligt; 2018 lag deren Anzahl noch bei 151. Teilweise schwere Verletzungen erlitten 100 Radler. Niemand kam dabei zu Tode. Zum Vergleich: Noch 2018 beklagte die Wetterauer Polizei 124 verletzte Radfahrer, einer von diesen verstarb.

  • Motorräder und Co.: 2019 verzeichnete die Polizei 137 Verkehrsunfälle mit Kradfahrern, 26 weniger als 2018 (163). 102 Personen verletzten sich (120). Die Anzahl der Schwerverletzten ist rückläufig: von 35 auf 29. Zwei Motorradfahrer verstarben 2019 jedoch an den Unfallfolgen (2018: keiner). Bei ihnen handelte es sich um Fahrer sogenannter Kleinkrafträder (Mofa/Motorroller).

  • Unfallflucht: Unfallflucht alle fünf Stunden: Bei Unfallfluchten ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg zu verzeichnen. In 1794 Fällen wurden Ermittlungsverfahren wegen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort eingeleitet (2018: 1670).

  • Wildunfälle: Die Polizei registrierte 2019 insgesamt 1096 Zusammenstöße mit Wildtieren (2018: 1058). Bei 1085 dieser Unfälle kam es zu Sachschäden. 15 Verkehrsteilnehmer trugen Verletzungen davon. 13-mal blieb es bei leichten Blessuren; zwei Personen erlitten jedoch schwerere.

  • Unfälle A5 und A45: In der Unfallstatistik 2019 werden Unfälle auf Autobahnen nicht mit aufgeführt. Laut Autobahnunfallstatistik 2019 gab es 801 Unfälle auf den Wetterauer Autobahnabschnitten der A5 und A45. Dabei wurden 147 Menschen leicht verletzt und 23 schwer. Eine Person kam bei einem Unfall auf der Autobahn zu Tode. Zudem gab es sechs Unfälle unter Alkoholeinfluss und zwei unter Drogeneinfluss

Verkehrsunfallstatistik: Die Zahlen für ganz Mittelhessen

Polizeipräsident Bernd Paul hat für die Landkreise Gießen, Wetterau, Lahn-Dill und Marburg-Biedenkopf nur zum Teil erfreuliche Zahlen vorgelegt. Positiv ist etwa, dass im Jahr 2019 im Raum Mittelhessen 484 Verkehrsunfälle weniger als 2018 polizeilich aufgenommen wurden. Die Zahl der erfassten Verkehrsunfälle in der Region sank damit nach 2018 erneut, nachdem die Zahlen bis 2017 noch angestiegen waren. Dennoch: Bei den 23.786 Verkehrsunfällen kamen 49 Personen ums Leben. 822 Personen wurden schwerverletzt. Während es im Vergleich zu 2018 im vergangenen Jahr einen geringen Anstieg (plus 4) bei den getöteten Personen gab, sank die Anzahl der Schwerverletzten um 42.

Verkehrsunfallstatistik Mittelhessen: Kein Kind tödlich verunglückt  

Gestiegen ist wieder die Zahl der Unfallfluchten: Um 105 auf 6366. Stetig nach oben geht auch die Zahl der Wildunfälle (plus 222 auf 5652). "Wir können im letzten Jahr auf Mittelhessens Straßen einen Rückgang von zwei Prozent bei den Unfallzahlen feststellen. Dies ist erfreulich, da die Unfallzahlen bundesweit beziehungsweise landesweit um 1,2 und 1,7 Prozent gestiegen sind", sagte Paul. 

Erfreulich ist, dass 2019 kein Kind durch einen Verkehrsunfall ums Leben kam. Einen Beitrag leistete die Arbeit der in allen Landkreisen tätigen Jugendverkehrsschule. Darüber hinaus wirken sich auch die vielen Kontrollen und Gespräche rund um die Präventionsaktionen "Schwächere Verkehrsteilnehmer" und "Schule beginnt" sowie "Blitz für Kids" aus. 

Verkehrsunfallstatistik Mittelhessen: Meisten Unfälle Außerorts 

Weiter betonte Mittelhessens Polizeipräsident, dass er kein Verständnis habe für Personen, die während der Fahrt ein Handy benutzen und dadurch erheblich abgelenkt sind. 2019 kamen bei den Unfällen in Mittelhessen insgesamt 49 Personen ums Leben, davon drei auf den Autobahnen, 32 auf Bundesstraßen, neun auf Landesstraßen, eine auf Kreisstraßen sowie vier auf sonstigen Straßen. Der Großteil solcher schwerwiegenden Unfälle (43) ereignete sich außerhalb einer Ortschaft. 

Die Unfälle, bei denen die Geschwindigkeit als Ursache ermittelt wurde, macht in der Gesamtzahl 8,7 Prozent aus. Bei den 2068 Unfällen wurden insgesamt 1389 Personen leicht- oder schwerverletzt – oder getötet. 

Auch 2019 beteiligte sich das Polizeipräsidium wieder mit vielen medienwirksamen Messungen an dem europaweiten TISPOL Speedmarathon. Insbesondere wurde damit auf die Gefahr von schwerverletzten oder getöteten Personen aufmerksam gemacht. Konsequente Geschwindigkeitsmessungen, auch durch den Geschwindigkeitsmessanhänger, wurden an Stellen, an denen es immer wieder zu Verkehrsunfällen kam, durchgeführt. Insbesondere an Autobahnbaustellen konnten so die Unfallzahlen deutlich reduziert werden.

Schadensuhr: Im Jahr 2019 ...

  • wurde alle 23 Minuten ein Verkehrsunfall polizeilich registriert
  • beging alle 83 Minuten jemand eine Unfallflucht 
  • war alle 108 Minuten ein Junger Fahrer (18-24 Jahre) an einem Unfall beteiligt 
  • wurde alle 97 Minuten ein Wildunfall registriert
  • wurde alle 117 Minuten ein Mensch bei einem Verkehrsunfall leicht oder schwer verletzt
  • war alle 2,2 Stunden ein Fahrer der Generation 65plus an einem Unfall beteiligt
  • war alle 14,9 Stunden ein Fahrer aufgrund Alkohol- und/oder Drogenkonsums an einem Unfall beteiligt
  • war alle 42 Stunden ein Kind unter 14 Jahren und alle 35 Stunden ein Jugendlicher zwischen 14 und 17 Jahren an einem Unfall beteiligt
  • starb alle acht Tage ein Mensch durch einen Verkehrsunfall

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