Zur Entfernung der Zecken nutzt man am besten ein Hilfsmittel wie eine Zeckenzange, Zeckenhaken oder Ähnliches.	FOTO: PM
+
Zur Entfernung der Zecken nutzt man am besten ein Hilfsmittel wie eine Zeckenzange, Zeckenhaken oder Ähnliches. FOTO: PM

Achtbeinige Plagegeister

Mit dem Ansteigen der Temperaturen werden in der Natur unliebsame und für Mensch und Tier gefährliche Zecken aktiv und lauern auf Beute. Deshalb ist es ratsam, sagt die Bad Nauheimer Tierärztin Cornelia Renczes, gewisse Vorkehrungen zu treffen.

Dieses Jahr hat das Deutsche Rote Kreuz sogar eine Warnung ausgesprochen, weil die Zecken wegen des milden Winters in großer Zahl auftreten. Im Unterholz und auf Gräsern warten Zecken geduldig auf ihre Opfer und erkennen sie an Kohlendioxid und anderen Stoffen, die ein lebender Organismus ausstößt. Von hohen Bäumen allerdings fallen sie nicht auf uns herab. Hunde und Freigängerkatzen streifen sie mit ihrem Fell ab, und nach oft stundenlangem Herumkriechen findet der Parasit eine geeignete Stelle und sticht zu. Entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich nicht um einen Biss, sondern um einen Stich. Beliebt ist dünne Haut mit hoher Temperatur und ausreichend Feuchtigkeit.

Beim Stich werden Gerinnungshemmer abgegeben, um den Blutfluss und damit das Saugen zu erleichtern, Betäubungsmittel, damit der Wirt nichts merkt und den Parasiten nicht zu entfernen versucht, und Entzündungshemmer, damit die Wunde sich nicht entzündet. Wahrhaft ein ausgeklügeltes System. Die Blutmahlzeit kann mehrere Tage dauern, und je länger sie dauert, desto gefährlicher ist sie, weil die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern mit der Dauer des Saugaktes ansteigt. Der Zeckenstich selbst ist für Hund und Katze in der Regel folgenlos, die Übertragung von Krankheiten wie zum Beispiel Borreliose oder Babesiose ist gefährlich. Zum Glück ruft nicht jede infizierte Zecke eine Infektion hervor, und nicht jede Infektion führt immer zu einer schweren Erkrankung, trotzdem ist Vorbeugung wichtig.

Das Fell sorgsam absuchen

Dies beginnt mit dem täglichen sorgsamen Absuchen des Tieres und der sofortigen Entfernung der Zecken, am besten mit einem Hilfsmittel wie einer Zeckenzange, Zeckenhaken oder Ähnlichem und ohne Druck auf den blutgefüllten Körper des Plagegeistes auszuüben. Dies würde die Krankheitserreger regelrecht in die Stichstelle katapultieren. Leider findet man schwerlich jeden Parasiten, und insbesondere Katzen können reichlich genervt auf das Abtasten reagieren, sodass häufig eine Behandlung mit Zeckenschutzmitteln unumgänglich ist. Es gibt gegen Zeckenbefall wirksame imprägnierte Halsbänder, Auftropfpräparate, sogenannte Spot Ons, Sprays oder Tabletten.

Neben der abtötenden Wirkung haben manche Präparate auch eine abschreckende Wirkung (Repellenteffekt). Was für welches Tier am besten geeignet ist, entscheiden Sie am besten mit ihrem Tierarzt. Grundsätzlich kann sich auch einmal eine Zecke vom Tier auf uns Menschen verlaufen und uns stechen, was für den Menschen bezüglich Krankheitserregern gefährlich ist, schon deshalb ist Zeckenschutz wichtig. Wenn die Schmusekatze nach ihrem ausführlichen Jagdausflug im Bett des Kindes kuschelt, sollte schon sicher sein, dass hierbei keine Zecken übertragen werden.

Häufig wird nach einer Spritze gegen Zeckenbefall gefragt, diese existiert bislang nicht. Es gibt allerdings Impfstoffe gegen durch Zecken übertragbare Krankheiten wie Borrelliose beim Hund, diese decken aber nur einige der vorkommenden Arten ab und können Nebenwirkungen haben. Diskutiert wird zurzeit auch, wie empfänglich Hunde überhaupt für Borreliose sind, Katzen erkranken hieran nicht.

Kein Teebaumöl auf die Katze

Viele Tierhalter möchten keine Chemie an ihren Tieren und suchen nach Alternativen wie zum Beispiel Teebaum- oder Kokosölen, deren Wirksamkeit stark umstritten ist. Katzen können im Gegensatz zu Menschen und Hunden die darin enthaltenen Phenole und Terpene kaum abbauen und können schwere Vergiftungen erleiden, starke Allergien können bei jeder Tierart dadurch ausgelöst werden. Vielleicht dann doch eher das propagierte Bernsteinhalsband? Es wirkt vielleicht auch nicht gegen die achtbeinigen Vampire, aber wenigstens sieht es schick aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare