Schulleiter Jörg Mathes (r.) und sein Stellvertreter Marc Englert sind für den Neustart der Abschlussklassen an der  Solgrabenschule gerüstet.	FOTOS: PATRICK EICKHOFF; PETRA IHM-FAHLE, ALEX SEIPP
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Schulleiter Jörg Mathes (r.) und sein Stellvertreter Marc Englert sind für den Neustart der Abschlussklassen an der Solgrabenschule gerüstet. FOTOS: PATRICK EICKHOFF; PETRA IHM-FAHLE, ALEX SEIPP

Mit Abstand zum Abschluss

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Seit Montag gehen Schüler von Abschlussklassen in Hessen wieder zum Unterricht. Ob Schilder, Abstand oder ein Maskenangebot: Die Bildungseinrichtungen haben Vorkehrungen getroffen, um Kinder, Jugendliche und Lehrer bestmöglich vor einer möglichen Corona-Infektion zu schützen. Wie ist der Neustart in Bad Nauheim und Bad Vilbel gelaufen?

Solgrabenschule, 8 Uhr. In der Haupt- und Realschule im Bad Nauheimer Schulzentrum verteilen sich die Jugendlichen der Abschlussklassen vor dem Eingangsbereich: eine überschaubare Zahl, mit Abstand zueinander und vereinzelt mit Schutzmaske. Schulleiter Jörg Mathes und sein Stellvertreter Marc Englert stehen auf dem Pausenhof und beobachten das Eintreffen. Zur ersten Stunde kommen die Schüler der zehnten Realschulklassen, zur dritten Stunde werden die Schüler der neunten Hauptschulklassen erwartet. So wenig Personen wie möglich sollen aufeinandertreffen.

»Als Schulleiter bin ich zufrieden mit allem, wie es gelaufen ist, sei es seitens des Schulamts oder des Kultusministeriums«, betont Mathes. Die Bildungseinrichtung sei von allen Seiten unterstützt worden. »Wir konnten sogar am Sonntag Notfallmasken beim Schulamt in Bad Vilbel abholen.«

Den eingeschränkten Neustart nach den Corona bedingten Schließungen haben die Verantwortlichen der Schule sorgsam ausgetüftelt. »Die vier zehnten Klassen haben wir jeweils gedrittelt, damit pro Klasse maximal acht Schüler in einem Raum sind«, erläutert Englert. Die drei neunten Klassen werden jeweils geteilt, womit es maximal zehn Jugendliche pro Raum sind. Höchstens 15 dürfen es sein. Die Flure hat der Hausmeister mit Markierungen und Richtungspfeilen versehen, in den WCs sind Seife und Handtücher.

»Wir empfehlen den Kindern, Masken zu tragen. Schüler, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, müssen es sowieso«, sagt Englert. Konrektorin Isabella Schneider-Eberz und eine Gruppe Lehrkräfte haben die ganze letzte Woche Gesichtsmasken genäht, weitere Exemplare hat der Förderverein hergestellt. »Wir als Schulleitung gehen zu Beginn durch die Klassen und informieren über alles«, sagt Mathes. Und vorab führen die Lehrer die Jugendlichen durch die Schule. Schüler, die zu einer Risikogruppe gehören und nicht kommen können, werden durch ebenfalls betroffene Lehrer per Videokonferenz unterrichtet.

Viele kommen mit Schutzmaske

»Es ist total ungewohnt«, sagt Mathilda, die mit ihren Freundinnen Jasmin, Leonie und Maja vor dem Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel steht. Der erste Schultag nach sechs Wochen Pause steht an. Die Mädels haben Masken aufgezogen. Und damit sind sie nicht die einzigen. Viele Schüler der zwölften Klasse des Gymnasiums kommen an diesem besonderen Tag mit Mund- und Nasenschutz in die Bildungseinrichtung.

Ein ähnliches Bild ist an der benachbarten John-F.-Kennedy-Schule zu beobachten. Mathilda, Jasmin und Leonie sind mit dem Auto gekommen. »Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahre ich in diesen Zeiten ungern«, sagt Jasmin. Ob auf dem Rad oder zu Fuß: Der Abstand wird gewahrt. Herzliche Umarmungen bleiben aus. In Gruppen stehen die Schüler weiter auseinander als üblich. »Natürlich freut man sich alle wiederzusehen«, sagt Drago. »Ich bin gespannt, wie die Schule das im Unterricht hinbekommen wird«, sagt er.

Schulleiter Carsten Treber zieht ein positives Fazit hinter diesem »besonderen ersten Tag«. Man habe in der vergangenen Woche mit den intensiven Vorbereitungen begonnen. »Wir haben Schilder und Markierungen angebracht. Die Tische im richtigen Abstand aufgestellt«, sagt er. Außerdem gibt es am Georg-Büchner-Gymnasium einen eigenen Hygieneplan. »Wir haben dort einige Informationen zusammengefasst, aber auch erweitert. Vor und nach dem Unterricht ist Hände waschen angesagt. Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist empfohlen. Essen und Trinken bringt jeder selbst mit.«

Lob für Verhalten der Schüler

Das Verhalten der Schüler lobt der Leiter. Er habe sich in den Pausen mit dem ein oder anderen unterhalten. »Die Lehrer waren positiv überrascht«, betont Treber. »In den Pausen mussten sie die Schüler zwar manchmal noch auf die Abstandsregeln hinweisen, aber im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden.« Rund 130 Schüler wurden im Neubau sowie in den Räumen des Berufsförderungswerks unterrichtet. »Dort haben wir größere Räume, also auch mehr Möglichkeiten, wenn es um den Abstand geht.«

Das ist momentan besonders wichtig, denn am Mittwoch starten die Nachschreibetermine fürs Abitur. Treber: »Das wird im Hauptgebäude stattfinden. So schaffen wir es, die Nachschreiber, die Kinder der Notbetreuung und die Zwölftklässler räumlich zu trennen.«

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