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Katharina Nagy kann ihren 100. Geburtstag liebevoll umsorgt zu Hause genießen.

100. Geburtstag im Fünf-Generationen-Haus

  • vonAnnette Hausmanns
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Langenhain-Ziegenberg (hau). Ein wenig aufgeregt war Katharina Nagy in den letzten Tagen vor ihrem runden Wiegenfest schon. Aber zum 100. Geburtstag hat sie ja auch einen guten Grund für ihre besondere Vorfreude. Welch ein Glück, dass sie ihren heutigen großen Tag liebevoll umsorgt in den heimischen vier Wänden erleben darf. Dessen ist sich auch die große Familie der heute Hundertjährigen bewusst.

Fünf Generationen unter einem Dach tragen offensichtlich erheblich zum Wohlbefinden bei. Sie freuten sich sehr, dass die Mutter, Oma, Ur- und Urur-Oma ihren außergewöhnlichen Ehrentag bei guter Gesundheit erleben kann, erzählt Tochter Anni Fleischer, die Tag und Nacht für ihre Mutter da ist. Mit Rücksicht auf die gesundheitlichen Gefahren für das Geburtstagskind durch die Corona-Pandemie blieben die Besucherscharen von außerhalb natürlich aus, und auch im Fünf-Generationen-Haus selbst habe man sich auf eine angemessene Dosierung der Besuche geeinigt. So kommt es, dass das Blumenmeer für den Familienmenschen Katharina Nagy seit Tagen wächst.

Aufgewachsen mit drei Brüdern in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Siebenbürgen, lernte Katharina Nagy schon früh zuzupacken. Nach fünf Jahren in russischer Gefangenschaft kehrte sie zurück in ihre Heimat, lernte ihren Mann kennen und lebte mit ihm, der Tochter und dem Sohn in einem deutschen Dorf im heutigen Rumänien. Mit Leib und Seele versahen die Eheleute dort in der Kirchengemeinde ihren Küsterdienst - ein ehrenvolles Amt, das auch ihre Tochter und deren vor anderthalb Jahren verstorbener Mann Jahrzehnte später mit Herzblut antreten sollten: in der evangelischen Kirchengemeinde Ober-Mörlen.

Im Jahr 1990 waren die Familien der Mutter und ihrer beiden Kinder dann nach Deutschland gekommen. Sechs Jahre lang lebte Katharina Nagy später bei ihrem Sohn in Garching bei München, bevor sie vor zehn Jahren zu ihrer Tochter und deren Familie nach Langenhain-Ziegenberg gezogen ist.

Über insgesamt vier Enkel, sieben Urenkel und das fünf Monate junge Urur-Enkelchen kann sich die Jubilarin von Herzen freuen.

Das betagte Familienoberhaupt habe ihr stets arbeitsreiches Leben, Krieg, Gefangenschaft und Vertreibung aufrecht gemeistert, erzählt die Familie. Sie habe keine Schmerzen, brauche so gut wie keine Tabletten und klage nie. Frohe Stunden im Familienkreis und im Garten, dazu viel Speck und so manches leckere Rührei tun der Hundertjährigen gut. Ihr Glaube und ihre Menschenfreundlichkeit spiegeln sich bis heute in ihrem, aus einem wunderschönen Kirchenlied abgeleiteten Lebensmotto wider: »Dass die Herzen von der Erden ganz zu Dir gezogen werden«.

Die Wetterauer Zeitung gratuliert herzlich zum 100. Geburtstag.

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