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Überraschung beim Ausbau der Ortsdurchfahrt von Helpershain: Der Untergrund der Straße muss vor Baubeginn auf eventuelle Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht werden. FOTO: AU

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Vor dem Straßenausbau Suche nach Bomben-Blindgängern

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Der Ausbau der Ortsdurchfahrt Helpershain wird teurer als angenommen. Die Straße muss vor dem Ausbau zunächst auf Bomben-Blindgänger hin untersucht werden.

Die Stadtverordneten zeigten sich in der Sitzung am Freitagabend im Rathaus "enttäuscht angesichts der Informationspolitik des Vogelsbergkreises". So habe man aus dem Internet erfahren, dass der Vogelsbergkreis mit den Gemeinden Freiensteinau und Grebenhain sein erstes kommunales Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) gründen will.

Enttäuscht waren die Stadtverordneten deshalb, weil am 14. Juni des Vorjahres ein einstimmiger Beschluss gefasst worden war. Danach war Ulrichstein bereit, Gesellschafter einer kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums in Trägerschaft gemeinsam mit dem Landkreis zu werden.

Vorausgegangen waren unzählige Sitzungen der seit vier Jahren bestehenden Lenkungsgruppe Gesundheit, unter anderem mit Ärzten, Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung und anderen, die sich rund um die ärztliche Versorgung im Vogelsbergkreis einsetzen. Auch Bürgermeister Edwin Schneider ist Mitglied dieser Gruppe. Der Sitz des MVZ war damals noch offen, Bürgermeister Edwin Schneider meldete nach eigenen Worten als Erster im Vogelsbergkreis Interesse seitens einer Beteiligung der Stadt am MVZ an.

Arzt erhält Praxiszuschuss

Die Stadtverordneten bedauerten, "dass man beim Kreis nicht den Mut hatte, die jetzige Entwicklung in einem persönlichen Gespräch mitzuteilen". Für Ulrichstein bahnt sich allerdings eine Lösung an, was die Nachfolge der Praxis von Allgemeinmediziner Wolfgang Krell zum Ende des Jahres angeht. Der Ulrichsteiner Arzt hat einen Nachfolger gefunden, der bereit ist, bei finanzieller Unterstützung der Stadt die Praxis hauptberuflich zu übernehmen (die Alsfelder Allgemeine berichtete). Im Grundsatz her waren sich die Stadtverordneten beim Zuschuss an den übernehmenden Arzt einig. Lediglich ein Änderungsvorschlag der AK-Fraktion zur Festigung des Hauptsitzes der Praxis wurde hinzugefügt.

Einstimmig wurde die Vereinbarung genehmigt und festgelegt, dass die Praxis mindesten zehn Jahre selbstständig geführt werden muss. Sollte dieser Zeitrahmen nicht eingehalten werden, müsse der Betrag anteilmäßig zurückgezahlt werden. Unabhängig davon sucht das Unternehmen "Ideenwelt Gesundheitsmarkt" aus Gießen weiter nach Sitzen und Ärzten für Ulrichstein.

Ein einstimmiges Votum gab es auch für den Jahresabschluss des kommunalen Eigenbetriebes Stadtwerke Ulrichstein (SWU) für das Geschäftsjahr 2018, der einen Jahresgewinn von rund 150 000 Euro auswies. Der Jahresverlust aus dem Bereich Wasserversorgung von rund 257 000 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen und der Jahresgewinn aus der Windenergie von rund 413 000 Euro in die Rücklage eingestellt. In die Rücklage werden auch der Gewinn aus dem Verpachtungsbetrieb medizinische Versorgung von rund 12 000 Euro eingestellt.

Ohne Windkraft höhere Gebühren

Bürgermeister Schneider ging auf die Rücklagen aus dem Bereich Windenergie ein, die nach der Zuführung aus 2018 jetzt rund 1,3 Millionen Euro betragen. SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Repp betonte, dass die Bürger ohne die Windkrafteinnahmen über 274 000 Euro mehr an Gebühren hätten zahlen müssen.

Beim vorgelegten Sachstandsbericht zu den Anträgen der vergangenen fünf Jahre wurde deutlich, dass nur zwei Anträge, die Teilnahme am kommunalen Energieeffizienznetzwerk und die Vermarktung und künftige Nutzung des Bistros im Museum, noch offen sind. Eine nach eigenen Worten "hochbrisante" Mitteilung hatte Bürgermeister Schneider abschließend für die Stadtverordneten. Für den bevorstehenden Ausbau der Ortsdurchfahrt in Helpershain muss das Teilstück der L 3326 im Bereich der Kirche in Richtung Köddingen auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht werden. Denn an Heiligabend 1944 waren 35 Bomben etwa 50 bis 100 Meter von der Kirche entfernt niedergegangen. Dabei handelte es sich nicht um einen geplanten Bombenangriff auf Helpershain, sondern ein angeschossener Bomber plante eine Notlandung und warf deshalb Fracht ab. Aufgrund dieses Ereignisses muss die Landesstraße in diesem Bereich abgesucht werden. Die Kosten bezifferte Schneider mit rund 20 000 Euro.

Quelle: Gießener Allgemeine

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