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Der Pumpversuch am neuen Brunnen in Ulrichstein ist vorerst beendet. Nun soll die Ergiebigkeit in 82 Metern Tiefe geprüft werden, dafür wird eine provisorische Verrohrung eingebaut.

Medizinisches Zentrum

Stadtverordnete für Ärztezentrum

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Die Ulrichsteiner Stadtverordnete bewilligen Geld für ein Medizinische Versorgungszentrum, das der Kreis organisiert. Das Stadtparlament informierte sich zudem über die Wasserversorgung.

"Die Stadt Ulrichstein ist bereit, Gesellschafter einer kommunalen Medizinischen Versorgungszentrum-Trägerschaft (MVZ) gemeinsam mit dem Landkreis zu werden". Diesen einstimmigen Beschluss fassten am Freitagabend Ulrichsteins Stadtverordnete in ihrer Sitzung in der Mehrzweckhalle Helpershain. Vorausgegangen waren unzählige Sitzungen der seit drei Jahren bestehenden Lenkungsgruppe Gesundheit im Vogelsbergkreis mit dem Vorsitzenden Dr. Jens Mischak, Kommunalpolitikern, Ärzten, Kassenärztliche Vereinigung und anderen, die sich um die ärztliche Versorgung im Vogelsbergkreis einsetzen. Auch Bürgermeister Edwin Schneider ist Mitglied dieser Gruppe und hat an nahezu allen Sitzungen, Treffen, Workshops und Veranstaltungen teilgenommen. Als Ergebnis dieser Arbeit ist geplant ein MVZ unter kommunaler Trägerschaft mit dem Vogelsbergkreis zu errichten. Der Sitz des MVZ sei noch offen, war von Bürgermeister Schneider zu hören, er habe jedoch als der Erste im Vogelsbergkreis, das Interesse der Stadt Ulrichstein für ein solches MVZ angemeldet.

Für den Betriebsstart sicherten die Stadtverordneten einen Zuschuss in Höhe von 10 000 bis 20 000 Euro für die Gründungskosten zu. Sie bewilligten überdies einen möglichen finanziellen Zuschuss für die laufenden Betriebskosten für die ersten drei Betriebsjahre in Höhe von 12 500 bis 24 999 Euro pro Jahr.

Unabhängig davon sucht die Ideenwelt Gesundheitsmarkt aus Gießen weiter nach Sitzen und Ärzten für Ulrichstein.

Zu Beginn der Sitzung hatten die Stadtverordneten die über- und außerplanmäßigen Ausgaben des Jahresabschlusses 2012 zur Kenntnis genommen und dem Magistrat für das Jahr 2012 Entlastung erteilt.

Wasser aus 82 Metern Tiefe

Mit Spannung erwartet wurde der Sachstandsbericht der Brunnenbohrung am Hochbehälter Ulrichstein. Bürgermeister Schneider teilte mit, weiter die Ergiebigkeit geprüft wird. Im Winterhalbjahr konnten aus dem neuen Brunnen, der bis dato 53,5 Meter tief war, 1,2 Liter Wasser pro Sekunde für die Versorgung der Kernstadt als Notversorgung entnommen werden.

Nachdem diese Notversorgung wieder abgebaut und die Weiterbohrung vorbereitet war, wurde Ende Mai innerhalb von eineinhalb Tagen die Bohrtiefe von 137 Metern erreicht. Die Bohrung über 100 Meter bis 137 Meter hat rund 21 500 Euro gekostet.

Bei der Absaugung von sieben Metern Schlamm und Geröll von der Brunnensohle konnte man davon ausgehen, dass fünf bis sechs Liter Wasser pro Sekunde gefördert werden können. Eine solche Menge wird für die Versorgung der Kernstadt Ulrichsteins benötigt.

Nach der Brunnenvertiefung wurde unverzüglich mit einem Pumpversuch begonnen und zunächst zwei Liter pro Sekunde gefördert. Dabei sei der Wasserspiegel von 27 Metern auf knapp 39 Meter abgefallen.

Als dann die Pumpleistung auf 4 Liter erhöht wurde, sei der Spiegel innerhalb von 20 Minuten um erneut 13 Meter auf 52 Meter abgefallen. Das Absenken der Fördermenge auf 2,3 Liter hat den Wasserspiegel wieder auf rund 44 Meter ansteigen lassen. Laut der Firma retagg, die den Bohrpunkt festgelegt hat, sei das Wasservorkommen bei 82 Metern Tiefe am größten, erläuterte Bürgermeister Schneider. Deshalb habe man den Pumpversuch am Freitag beendet.

Um die Ergiebigkeit des neuen Brunnens feststellen zu können, wurden durch den Magistrat jetzt folgende Arbeiten beauftragt, wie Schneider weiter erläuterte: Es soll eine provisorische Verrohrung mit Hilfsfilter bis auf 110 Meter Tiefe eingebracht werden. Unmittelbar unter der Stützverrohrung, das heißt in einer Tiefe von rund 56 Metern, werde eine Dichtmanschette eingebracht, um den Wasserzulauf von darüber liegenden Erdschichten zu unterbinden. Nur so könne das Wasserdargebot aus dem unteren Gefilde mit Sicherheit bestimmt werden. Die Pumpe werde auf 100 Meter eingebracht. Der Wasserspiegel soll danach bis auf 82 Meter abgesenkt und die Förderleistung gemessen werden, denn erst in dieser Tiefe werde die volle Leistung erwartet.

Quelle: Gießener Allgemeine

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