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Überreichte die Urkunde der Landeskirche an den Musik-Jubilar: Christa Kirschbaum mit Otto Peter.

Otto Peter begeistert seit 60 Jahren mit Musik

Mücke-Groß-Eichen (sf). Am Sonntag wurde in der evangelischen Kirche Groß-Eichen ein besonderer Festgottesdienst gefeiert: Otto Peter (71) konnte auf 60 Jahre Tätigkeit als Groß-Eichener Organist zurückblicken.

Das wurde, auch im Beisein seiner Familie, ausgiebig gefeiert. An der Orgel spielte diesmal Gernot Aßmann aus Wetterfeld und es sang der Männergesangverein 1921 aus Bobenhausen II, den Otto Peter seit 51 Jahren als Dirigent leitet. Weitere Beiträge kamen vom Gesangverein 1890 Groß-Eichen unter Leitung von Monika Lies, dem Peter von 1978 bis 2009 vorstand, und der Gesangverein Germania Lauter 1900, den Otto Peter seit 2002 dirigiert. Ferner brachte das Groß-Eichener Gesangsduo Renate Knöß und Lydia Knöß ein Ständchen mit "Du großer Gott wenn ich die Welt betrachte…". Das hatte Otto Peter in früheren Jahren bei Auftritten immer wieder am Klavier begleitet.

Gleich zu Beginn des Gottesdienstes erlebten Otto Peter und die gesamte Gemeinde eine ganz besondere Überraschung: Die Chöre aus Groß-Eichen und Lauter sangen gemeinsam das Lied "Mit dem Herrn fang alles an…" als Motto dieses Festgottesdienstes.

Landeskirchenmusikdirektorin Christa Kirschbaum überreichte die Jubiläumsurkunde des Zentrums Verkündigung der Landeskirche. Otto Peter habe einen wichtigen kirchenmusikalischen Dienst über 60 Jahre ausgeübt, so Kirschbaum. Sie rechnete vor, dass er über 50000 Lied-Strophen (die Vor- und Nachspiele nicht mitgezählt) in den Jahren gespielt habe. Sie freute sich, einen dynamischen 71-jährigen Jubilar zu treffen. Als kleines Gastgeschenk überreichte sie einen für Organisten praktischen Bleistift mit integriertem Radiergummi.

Für das evangelische Dekanat Grünberg erinnerte Dekan Norbert Heide an seine langjährige Verbundenheit mit der Kirchengemeinde Groß-Eichen und Organist Otto Peter: Seine erste Amtshandlung sei die Einführung von Pfarrerin Kerstin Kiehl am 1. März 2009 gewesen, seither sei er immer wieder gerne in Groß-Eichen zu Gast gewesen. Peter "kann fast alles ohne Noten spielen, für die Gemeinde schwer singbare Choräle ad hoc transponieren und auch bei geselligen Anlässen auf dem Clavinova oder dem Akkordeon die Menschen mit seinen musikalischen Fähigkeiten begeistern."

"Es braust und tönt wundervoll"

Dr. Rainer Michael Lüddecke las zwei humorvolle Texte vor: Erinnerungen des Komikers Harald Schmidt an seine Organistenzeit im Schwäbischen und das Gedicht "Der Holzwurm" von Alex Grendelmeier. In ihrer Predigt trug Pfarrerin Kerstin Kiehl ein zu Ehren des Jubilares verfasstes Gedicht vor, das den Ablauf eines Sonntagsmorgens in der Groß-Eichener Kirche beschreibt. Ein Ausschnitt: "Dann sind auch die Glocken stumm, von oben hört man das Präludium. Es braust und tönt ganz wundervoll - Ottos Musik in Dur und Moll." Otto Peter könne wunderbar Orgel spielen, gefühlvoll dirigieren, zum Stücke passend registrieren und bisweilen transponieren. Musik soll zur Ehre Gottes erklingen und den Menschen Freude bringen.

Für den Kirchenvorstand und die Kirchengemeinde Groß-Eichen gratulierten die Vorstandsvorsitzende Ingrid Pumm und Pfarrerin Kiehl dem Jubilar. Ingrid Pumm brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass Otto Peter der Gemeinde noch lange als Organist erhalten bleiben möge. Als besonderes Geschenk wurde ihm ein kleiner Rechenrahmen überreicht: "Damit Du beim Strophenzählen nicht mehr durcheinanderkommst". Dazu kamen vier Tassen mit Notenabbildungen großer Komponisten.

Zum Abschluss sang man gemeinsam das "Irische Segenslied". Im Anschluss lud der Kirchenvorstand zum Sektempfang in das Gemeindehaus ein. Man spürte während des ganzen Gottesdienstes, dass der Jubilar sehr gerührt war. Ihm war sicherlich das "Aufhebens um ihn herum zu viel", das sagte manchmal sein Blick. Aber ihm wurde die Ehre zuteil, die er verdient hat.

Quelle: Gießener Allgemeine

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