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In großen Schritten geht es auf dem 13 Hektar großen Gelände voran. Nachdem die Hochbauarbeiten am Tiefkühlzentrum von Nordfrost vor rund vier Wochen begonnen hatten, wird derzeit schon an einer zweiten Halle gearbeitet.

Tiefkühlzentrum

Nach Stopp geht es an der Mücker Nordfrost-Baustelle mit Volldampf voran

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Wer an der Baustelle von Nordfrost am Atzenhainer Industriegebiet verkommt, der reibt sich verdutzt die Augen. In rasantem Tempo wachsen Stahl und Beton des neuen Tiefkühlzentrums in die Höhe

Nordfrost baut gegenüber vom Maxi-Autohof an der A 5 auf zwölf Hektar ein neues Tiefkühl- und Frischezentrum für rund 50 000 Palettenstellplätze. Im Sommer 2018 hatten die Arbeiten mit umfangreichen Erdbewegungen begonnen. So musste ein großer Wall zur Straße hin aufgeschüttet werden. Parallel zu den Arbeiten an den Lagerhallen lässt die Gemeinden einen Brunnen und ein Regenrückhaltebecken errichten.

Nachdem die Erdarbeiten beendet waren, zeigte sich in den Frühlingsmonaten zunächst kein augenfälliger Fortschritt an der Nordfrost-Baustelle. Seit Mitte Juli nun laufen die Arbeiten auf Hochtouren und die gigantischen Dimensionen des Bauvorhabens sind deutlich sichtbar. Nachdem die bis zu 30 Meter hohen Stahlbetonpfeiler aufgerichtet waren, fingen die Arbeiter an, in Windeseile Zwischenwände einzuziehen. Dass ein Vorhaben dieser Größenordnung für den Kreis nicht alltäglich ist, hatte Erster Kreisbeigeordneter Jens Mischak bereits beim "Spatenstich" angedeutet. Man stehe als Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde vor "einer großen Herausforderung". So kam es aufgrund der zahlreichen Auflagen, die zu erfüllen waren, zu den Verzögerungen am Bau.

Auf Anfrage hieß es aus der Pressestelle des Vogelsbergkreises, dass das Regierungspräsidium im Juni/Juli 2018 in Abstimmung mit dem Kreisbauamt den "vorzeitigen Baubeginn" beschränkt auf die Erdarbeiten zugelassen hatte. Im weiteren Verfahren habe man mit Nordfrost noch einiges zur Ausführung sowie den nötigen Unterlagen abstimmen müssen, "so dass die Baustelle vorübergehend zum Ruhen gebracht wurde," wie Pressesprecherin Sabine Galle-Schäfer mitteilte.

Dabei ging es in erster Linie um Brandschutzauflagen, die im Blick auf die in großen Tanks auf dem Gelände gelagerten Kühlmittel besonders hoch sind.

Schließlich hätten die Genehmigungsunterlagen im Juni diesen Jahres vollständig vorgelegen, sagte die Kreispressesprecherin. Nach der abschließenden Prüfung wurde die Immissionsschutzrechtliche Genehmigung am 11. Juli erteilt. In den folgenden Wochen gingen die Hochbauarbeiten auf dem Gelände in rasantem Tempo vonstatten. Galle-Schäfer: "Nach unserer Einschätzung läuft das Bauvorhaben bisher problemlos. Angeforderten Unterlagen wurden entsprechend dem Baufortschritt vorgelegt". Die Forderungen der Bauaufsichtsbehörde zum Brandschutz seien vom Bauherrn erfüllt und von einem unabhängigen Prüfsachverständigen überprüft worden. Die Auflagen des Prüfsachverständigen hätten in der Genehmigung Berücksichtigung gefunden.

Das Regierungspräsidium Gießen teilte auf Anfrage der Alsfelder Allgemeinen Zeitung mit, dass die Firma den Genehmigungsantrag für das Tiefkühlzentrum am 19. Februar 2018 eingereicht hatte. Am 21. Juni habe die Behörde einen vorzeitigen Beginn" der Arbeiten zugelassen, damit die Erdarbeiten ausgeführt werden und die notwendigen Stützkonstruktionen errichtet werden können. Im Verfahren habe die zuständige Bauaufsichtsbehörde/Brandschutzdienststelle des Vogelsbergkreises dann "wiederholt Nachforderungen gemeldet", sagte der stellvertretenede RP-Pressesprecher Thorsten Haas.

Die letzten Ergänzungen seien Anfang Mai diesen Jahres von der Firma Nordfrost vorgelegt worden. "Die Vollständigkeit der Antragsunterlagen wurde nach Prüfung der Unterlagen bestätigt und eine abschließende Stellungnahme zum Vorhaben abgegeben".

Wie erwähnt, folgte dann am 11. Juli die Genehmigung für die Hochbauarbeiten nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Diese Genehmigung sei mit Auflagen verbunden, deren Erfüllung von den Fachbehörden überwacht werde, so Haas. Die Zuständigkeit des Regierungspräsidiums ergebe sich aus Kühlanlage.

Einen offiziellen Eröffnungstermin gibt es für das neue Tiefkühl- und Frischezentrum in Mücke noch nicht.

Quelle: Gießener Allgemeine

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