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Heftiger Streit ist um sogenannte Ausgleichsmaßnahmen am Homberger Sörenteich entbrannt. Mehrere Parteien und Naturschutzinitiativen fordern zudem einen Baustopp bei der A 49, weil eine Klage gegen Waldrodungen läuft.

A 49

Kritik an Ausgleichsmaßnahmen für Autobahnbau hält an

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Die Linke im Vogelsbergkreis unterstützt Forderungen nach einem Rodungs- und Baustopp im Rahmen der A 49. Es dürfe nicht wertvolle Natur einem völlig überholten Projekt geopfert werden.

Nachdem der Kreistag einen Antrag der Linken auf Berichterstattung im Ausschuss abgelehnt hatte, machte sich der Kreistagsabgeordnete Dietmar Schnell auf den Weg nach Homberg. Naturschutzinitiativen hatten dort Alarm geschlagen, weil kürzlich vorgenommene ökologische Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der A 49 ganz und gar nicht dem entsprechen würden, was in der Planung vorgesehen war, sondern eher einem Umweltfrevel gleichkämen (die Alsfelder Allgemeine Zeitung berichtete).

Begrüßt und geführt wurde Schnell von Karl-Heinz Zobich vom Nabu Vogelsbergkreis, und Barbara Schlemmer und Benedetta Rüdt von Collenberg von den Grünen in Homberg. Auch ein Mitglied der Grünen-Kreistagsfraktion war vor Ort.

Konkret geht es um den Bereich des Sörnteiches in der Gemarkung Maulbach. "Die Arbeiten gleichen einem Kahlschlag und weichen aus meiner Sicht deutlich von der Planung ab. Die vorgesehenen ökologischen Effekte werden damit wohl kaum erreicht", erklärt Dietmar Schnell, der auch Kreisvorsitzender ist. Hier stelle sich die Frage, wer in dem ganzen Kompetenzwirrwarr eigentlich verantwortlich dafür sei, die Maßnahmen zu bewerten und abzunehmen. "Aus unserer Sicht hätte hier der Ausschuss Licht ins Dunkel bringen können, da kommt natürlich schnell der Verdacht auf, dass die Kreisspitze an Aufklärung und Transparenz in dieser Angelegenheit kein Interesse hat", so Schnell weiter. Die Kreistagsfraktion der Linken werde jetzt prüfen, was getan werden kann, um zu eruieren, wer hier eigentlich Verantwortung trage und wer wann welche Entscheidungen in diesem Zusammenhang gefällt hat. Man unterstütze zudem die Forderungen der Bürgerinitiativen nach einem sofortigen Rodungs- und Baustopp. Es dürfe nicht noch mehr "wertvolle Umwelt und Natur einem völlig überholten und nicht mehr zeitgemäßen Individualverkehr geopfert werden". Im Zuge des geplanten Baues sollen im ökologisch wertvollen Dannenröder Forst und im Herrenwald Bereiche gerodet werden. Dagegen läuft aktuell eine Klage und es wäre nicht hinnehmbar, wenn vor einer Entscheidung Tatsachen geschaffen würden. Einmal abgeholzte Bäume", so Schnell abschließend, könne man schließlich nicht wieder aufstellen.

Quelle: Gießener Allgemeine

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