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Werner Röhrig und Karl-Heinz Pfeffer mit einem historischen Traktor. FOTOS: JOL

Oldtimer

Dannenröder Oldtimer-Freunde hüten viele Schätze

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Ein echtes Technikmuseum ist in den vergangenen 24 Jahren in Dannenrod entstanden. Die umfangreiche Ausstellung der Oldtimer-Freunde umfasst alte Pkw und Traktoren samt Gerätschaften.

Über die Besucherzahlen schweigt sich Karl-Heinz Pfeffer aus. Aber es werden einige 1000 Menschen sein, die Jahr für Jahr die vielen alten Traktoren, Leiterwagen, Arbeitsmaschinen oder historische Pkw wie den Nachbau einer Motorkutsche von 1888 und andere Zeugnisse der Technikgeschichte betrachten. Allein die Oldtimerfeste im September ziehen regelmäßig sehr viele Besucher an. Doch auch außerhalb dieser Veranstaltung kann man die Hallen am Rand von Dannenrod besichtigen.

Und es lohnt sich, wie ein Rundgang durch die Hallen zeigt. Vorsitzender Werner Röhrig: "Wir sind weg vom alleinigen Sammeln alter Bulldogs". Vielmehr wird vielfältige Technik restauriert und ausgestellt, die das Landleben ausgemacht hat. "Wir kümmern uns um den Erhalt von Kultur- und Technikgut", hebt Röhrig hervor.

Darunter sind echte Raritäten, auf die Röhrig und Pfeffer stolz sind. Ihnen ist es wichtig, die Werkzeuge der Vorfahren zu präsentieren. "Das Messer hier ist so lange geschärft worden, bis die Klinge ganz schmal war", sagt Pfeffer und zeigt ein Metzgermesser.

Dann führt er eine Apparatur zum Verdrehen eines Taus und ein Gerät zum Schärfen von Kreissägeblättern vor. Bei den bis zu zweistündigen Rundgängen beschreibt er die Anbaugeräte zum Schneiden und Binden von Getreide. An dieser Stelle lässt sich begreifen, wie mühselig einst die Getreideernte war und wie froh die Bauernfamilien waren, sich nicht mehr nach jedem Halm bücken zu müssen, um die Garben zu binden.

Oldtimer der Motorrad- und Autogeschichte sind in einer Halle aufgereiht. Dort wird gerade ein Citroen-Lkw restauriert. Zur Zeit wird das Führerhaus aus Holz neu hergestellt, dann kommen die geschwungenen Kotflügel wieder dran. An die 70 Traktoren und viele Anbaugeräte bilden den Grundstock. Darunter sind der Lanz Bulldog sowie Arbeitsgeräte von Hanomag und anderen Herstellern.

Ein Traktor läuft auf Ketten, das System hat sich aber nicht durchgesetzt. Eine Besonderheit ist ein Traktor mit drei Lenkrädern von 1958.

Seltener Zweizylinder-Gasmotor

In Landwirtschaft und Betrieben waren einst mehr oder weniger große Apparate zur Erzeugen von Energie nötig. Diese Sammlung bildet einen Schwerpunkt. So hatten viele Landwirte stationäre Ein-Zylinder-Motoren, um Holz zu sägen und Strom zu erzeugen. Von der früheren Kleiderfabrik Bücking in Alsfeld stammt ein Sechs-Zylinder-Aggregat aus dem Jahre 1941. Aus dem Rambachhaus bargen die Oldtimerfreunde ein Notstromaggregat mit Zwölfzylindermotor. Zudem steht in Dannenrod der einzige funktionierende Zwei-Zylinder-Gasmotor Deutschlands.

100 Stunden Arbeit stecken im restaurierten Kartoffeldämpfgerät, das beim Oldtimerfest im Einsatz ist. Früher nutzten Bauern den Kartoffeldämpfer, um Schweinefutter herzustellen. Aus einem Sägewerk in Londorf transportierten die Freizeitschrauber eine zehn Meter lange Dampfmaschine in den Vogelsberg. Das 20 Tonnen schwere Gerät von 1939 war bis 2004 als Heizanlage für das Sägewerk in Betrieb.

Die Museumshallen können nach Voranmeldung von Gruppen ab fünf Personen besichtigt werden. Man sollte sich zur Zeit warm anziehen, die Hallen sind nicht geheizt. ontakt: Museumsführer Karl-Heinz Pfeffer, Tel. 0173-3053583, 06633-9119787, Mail: info@oldtimer-freunde-ohmtal.de.

Quelle: Gießener Allgemeine

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