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Die Volksbank Feldatal baut ein Neun-Familienhaus in Groß-Felda. Auch sonst ist das Geldinstitut auf dem Immobiliensektor recht aktiv, hat unter anderem in Gebäude im Rhein-Main-Gebiet investiert.

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Mieteinnahmen statt Zinsen heißt das neue Geschäftsmodell

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Die Volksbank Feldatal legt eine positive Bilanz vor. Trend der vergangenen Jahre: Immobilien bringen mehr Einnahmen als das gute alte Zinsgeschäft.

Der Volksbank Feldatal geht es gut, mit dieser Botschaft traten Stefan Wiederspahn und Günter Benda dieser Tage bei der Generalversammlung vor die Mitglieder. Mit den Einnahmen aus Mietwohnungen im Rhein-Main-Gebiet konnte die kleine Bank das Eigenkapital stärken, in Groß-Felda investieren und die Filiale in Storndorf behalten. Eine Besonderheit ist der Rückgang bei der Bilanzsumme um 1,3 Millionen auf 52,7 Millionen Euro. Grund hierfür ist vor allem, dass ein nicht mehr benötigter Kredit an die Zentralbank zurückgezahlt wurde, wie Benda erläuterte. Die Kundeneinlagen steigen hingegen um 1,5 auf 28,3 Millionen Euro an. Das liegt auch daran, dass eine andere Bank ihre Filiale vor Ort geschlossen hat. Benda verwies besonders auf die hohe Bonität, nur bei einem Kunden drohe der Ausfall des Kredits.

Benda wies besonders auf die Bedeutung des Immobilienbereichs hin, die Mieteinnahmen der Bank liegen bei 1,2 Millionen Euro pro Jahr und damit über den Zinseinnahmen. "Das sichert uns die Selbstständigkeit", freut sich Benda. Die Volksbank hat bereits vor fünf Jahren angefangen, Wohnungen und Häuser im Rhein-Main-Gebiet zu kaufen. Inzwischen verzeichnet man einen deutlichen Wertzuwachs, weil die Immobilienpreise noch weiter angezogen haben. Die Erweiterung des Bankgeschäfts auf Immobilien "war im Nachhinein absolut entscheidend für den Fortbestand unserer Volksbank", sagt Wiederspahn. Denn die Bank stand um 2004 sehr schlecht da, weil das Kreditgeschäft schlecht lief. Langsam sei das Eigenkapital wieder gewachsen, durch die Wohnungen und Häuser konnte man die Ertragslage stabilisieren.

Nun könne man auch an die Region "etwas zurückgeben" durch den Bau eines Neun-Familienhauses in Groß-Felda (die Alsfelder Allgemeine berichtete). Dort gebe es künftig bezahlbaren Wohnraum, der seniorengerecht ist. Zudem bewirke das Haus eine Aufwertung des Ortskerns. Das hatte wohl auch Schwalmtals Bürgermeister Timo Georg im Sinn, als er auf geeignete Grundstücke in seiner Gemeinde verwies, die für den Bau von Wohnungen zur Verfügung stehen. In seinem Grußwort an die Versammlung im Gemeinschaftshaus Storndorf betonte er, wie wichtig der Erhalt der Volksbankfiliale vor Ort sei. Andere Banken hätten sich verabschiedet. Er hoffte, dass man noch "viele Jahre auf diese Weise zusammenarbeitet".

Wiederspahn griff das auf und sicherte zu, "dass wir in Storndorf bleiben werden". Er wandte sich gegen das Schließen von Filialen, "wir bleiben hier, wo unsere Kunden sind". Damit widersetzt sich die Volksbank einem bundesweiten Trend, der von Zusammenschlüssen und Filialschließungen geprägt ist. So meinte Wiederspahn, von 7000 Volksbanken vor 50 Jahren seien noch 873 übrig geblieben. Dabei seien zwei finanzschwache Institute zusammen nicht stärker als eines alleine. Wichtig seien brauchbare Konzepte. Einstimmig verabschiedet wurde anschließend eine Anhebung der Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder, damit das bisherige Gremium unverändert weiterarbeiten kann. In den Ämtern bestätigt wurden Vorsitzender Dr. Wolfgang Hartmann und Ditmar Gerhard.

Quelle: Gießener Allgemeine

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