Michael Bierbach
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Michael Bierbach

Feldatal: Drei Kandidaten stellen sich vor

Feldatal (jol). Am Sonntag haben die Feldataler die Wahl zwischen Dietmar Schlosser, Michael Bierbach und Peter Weiß. Die Alsfelder Allgemeine Zeitung hat jeden Bewerber bei einer Publikumsrunde begleitet.

Michael Bierbach: Gegen Windpark-Umfassung

"Mut zur Veränderung" fordert Michael Bierbach ein. Bei einer Präsentation im Gemeinschaftshaus Windhausen tritt er mit Karl-Friedrich Dörr und Manfred Müller von der CDU auf. Er verweist darauf, dass er als Ingenieur für Klimatechnik gelernt hat, "Dinge zu hinterfragen". Er wurde vor zehn Jahren in Zeilbach "sehr gut" aufgenommen. Diese Offenheit gegenüber Zugezogenen sei ein hohes Gut. Er möchte mehr Freiberufler wie ihn nach Feldatal holen, die von zu Hause aus arbeiten. Dafür ist aber ein schneller Ausbau der Breitbandversorgung erforderlich. Das Haushaltsdefizit von rund 300 000 Euro jährlich will er mit vielen kleinen Maßnahmen beseitigen – ohne weitere Einnahmen aus Windkraft. Die Prozesse optimieren und Einsparungen in Verwaltung wie Bauhof erreichen, so lautet sein Credo. Andere Kommunen ähnlicher Größe schafften das doch auch. Bei der Erneuerung von Straßen und Gehwegen müsse man genau hinschauen, was nötig ist. Sparen könne man bei der Schulkinderbetreuung  gut 40000 Euro, die Aufgabe des Kreises sei. Beim Sparen müsse aber die Infrastruktur erhalten bleiben, gute Kinderbetreuung ist für junge Familien wichtig. Zur Hochform läuft Bierbach auf, wenn er die drohende Umzingelung mit Windkraftanlagen geißelt. So sehe ein Plan des Regierungspräsidiums Windkraftflächen zwischen Windhausen und Köddingen vor, die aus Naturschutzsicht nicht bebaubar sind. Sie könnten aber später berücksichtigt werden. Bedauerlich findet er den geplanten Windpark Eckmannshain mit einer Anlage bei den Dicken Steinen. Nach über zwei Stunden Vortrag fragte ein Besucher, ob man zwei Kitas halten kann. Müller sagte, der in Stumpertenrod sei kostengünstig.

Dietmar Schlosser: Brunnen und Straßenbau

In allen Ortsteilen ist viel für ein starkes Feldatal geschehen – diese Bilanz zieht Amtsinhaber Dietmar Schlosser nach fünfeinhalb Jahren. Beim Bürgergespräch in Stumpertenrod betonte er, dass es so viele Bürgerversammlungen wie nie zuvor gegeben habe. Erledigt habe man das Problem der Wasserversorgung, Groß-Felda und Ermenrod seien an den Au-Brunnen angeschlossen, das sichere gutes Wasser. Man habe mit geringen Mitteln viele Straßen repariert, sie seien nun in gutem Zustand. Die wichtigsten Themen der nächsten Jahre sind die Finanzen und der Wandel der Bevölkerungsstruktur. So werden die Feldataler weniger und älter, der Sparkurs der vergangenen Jahre müsse fortgeführt werden. "Wir waren immer arm und werden das auch bleiben." Dazukommen immer neue Auflagen von oben, so dürfe künftig der Klärschlamm nicht mehr kostengünstig auf Felder verteilt werden, weil die Nitrat-Grenzwerte gesenkt wurden. Das Problem sei, dass vorwiegend die Pflichtdinge erledigt werden. Es bleibe wenig Raum zu sparen, um eine deutliche Anhebung der Grundsteuern zu vermeiden. Deshalb ist er froh über Einnahmen aus Windkraft, allein bei Zeilbach kommen pro Jahr rund 90 000 Euro herein. Die Einwände der Windkraft-Kritiker nimmt er ernst, aber "ich sehe keine anderen Einnahmen". Zur Gemeindefusion sagte er, dass diese in anderen Kommunen Hessens abgelehnt wurde. Deshalb wolle man eine engere Kooperation, dann könne man auch über eine Fusion entscheiden. "Ich verstehe meine Arbeit überparteilich und arbeite mit allen zusammen." Ein Besucher fragte nach Rasengräbern für den Friedhof Stumpertenrod. Schlosser sagte, das sei schon in Vorbereitung.

Peter Weiß: Teure Gehwege kritisiert

Teure Gehwege waren ein zentrales Thema beim Rundgang von Peter Weiß in Köddingen – kein Wunder, haben doch die Anwohner der Durchgangsstraße im Vorjahr recht saftige Beitragsbescheide für den Ausbau der Gehwege erhalten. Eigentlich hatte Weiß vor, an diesem Samstagvormittag nur kurz bei den Köddingern vorzusprechen und ihnen Info-Material und Gummibärchen in die Hand zu drücken.  Mit Aktiven der AUF aus dem Ort ging er rund, aber schon beim zweiten Haus gab es eine längere Diskussion. Dietmar Gerhard und Michael Rausch sagten, dass in de Nachbargemeinden 31 Windkraftanlagen gebaut wurden, ohne dass es Konflikte wegen des Vogelschutzes gab. Auch am Eckmannshain sei Ulrichstein schon "in den Startlöchern", um an der Gemeindegrenze weitere Anlagen errichten zu lassen. Die Gemeinde müsse da schauen, selbst Einnahmen zu erzielen, wenn die Windparks ohnehin kommen. Kritik äußerte Gerhard daran, dass 2000 Quadratmeter Gehweg an der Ortsdurchfahrt auf 40 Anlieger umgelegt würden. In Groß-Felda werde wegen der hohen Kosten für die Gehwege nicht ausgebaut, "sind wir hier Bürger zweiter Klasse", fragte er. Er bekomme keinen Millimeter Gehweg, werde aber an den Kosten beteiligt. Rausch bemängelte, dass gleich 70 Prozent der Kosten abgerechnet wurden – das bringe der Gemeinde einen Batzen Geld ein, belaste aber die Bürger. Das sah auch ein anderer Anlieger so. Er kündigte an, dass er die Veranlagung zu so hohen Beiträgen noch einmal rechtlich prüfe. An anderen Häusern ging es schneller. Dort stellte sich Kandidat Peter Weiß kurz vor und überreichte Info-Blätter und Gummibärchen. Ein Vorteil am Samstag war: Es waren viele zu Hause.

Quelle: Gießener Allgemeine

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