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Voll, wenn die Sonne brennt, und weniger besucht an bewölkten Tagen: Das Freibad Homberg.

Freibäder

Trotz Rekordhitze kein Besucherrekord in den heimischen Freibädern

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Rekordhitze heißt rekordverdächtige Besucherzahlen in Freibädern? Könnte man meinen. Doch die Zahl der Freibadbesucher liegt beispielsweise in Homberg unter der vom vergangenen Jahr.

Eine gute vorläufige Bilanz ziehen die Verantwortlichen, die Saison läuft noch einige Wochen. Im Vergleich zum Vorjahr schlagen einige Tage negativ zu Buche, weil sie bewölkt waren. Dann bleiben die Vogelsberger lieber zu Hause, wie Ralf Tost von der Stadt Homberg anmerkt: "Es braucht gleich mehrere Tage, an denen die Sonne richtig herunterbrennt, damit es richtig Betrieb gibt", hat er beobachtet. Zu heiß darf es aber auch nicht sein, "dann fehlt vielen gleich wieder der Schatten."

Im großzügigen Bad am Ohmufer kamen in diesem Jahr bislang rund 12 000 Besucher. Zum Vergleich: Im Vorjahr war man zum jetzigen Zeitpunkt bereits bei über 15 000. Am Ende der Saison 2018 ("Supersommer") waren es rund 25 000 Gäste im Bad.

Fast alle Schwimmbadbetreiber melden, dass es junge Leute nicht mehr wie früher automatisch ins Freibad zieht, als Becken und Liegewiese der Treff schlechthin waren. Tost beobachtet, dass Jugendliche ab 13 Jahren kaum noch abtauchen wollen.

Das liegt in erster Linie an der schier übermächtigen Konkurrenz von Computer, Smartphone und Co. Ein Blick auf ältere Zahlen zeigt, wie die Besucherkurve seit Jahrzehnten nach unten zeigt. Kamen in heißen Sommern Mitte der 1990er und Anfang der 2000er manchmal bis zu 100 000 Besucher pro Saison, so waren die Zahlen zehn Jahre später rund 40 0000 Besucher im Jahr gesunken. Auch diese Zahl hat sich nun noch einmal fast halbiert. Ausgesprochen gut laufe die Zusammenarbeite mit der Betreiberfirma, die für die Aufsicht zuständig ist, es gebe es keine Beschwerden. Etwas Pech hatte man mit dem Eichenprozessionsspinner. Auf Bäumen an der Liegewiese fanden sich Nester und die halbe Wiese musste einige Tage gesperrt werden. Erst als die Nester entfernt waren, konnte die Liegefläche wieder frei gegeben werden. Nun hoffen die Verantwortlichen auf ein paar schöne Tage, am kommenden Samstag, 10. August, soll die Poolparty steigen. Vor der geplanten Schließung am 13. September wird wieder ein Hundeschwimmen angeboten. Keine Probleme gibt es übrigens in Form von Belästigungen oder Randale, wie sie teilweise aus Großstadtbädern gemeldet wurden.

Positiv verlief die Freibadsaison bisher in Feldatal. Bürgermeister Leopold Bach spricht von einer "ganz hervorragenden" Entwicklung" im Solarfreibad Kestrich. Die Renovierungsarbeiten am Becken hätten das Freibad enorm aufgewertet und erfreulicherweise halte die neue Folie komplett dicht. Auch das neue Beachvolleyballfeld sei ein Erfolg und werde rege genutzt.

Zu den Besucherzahlen sagte Bach, dass im Juni 1496 Personen gezählt wurden, im Juli 1176. Dies sei ein "toller Wert". Im Bad steht das nächste Event am 30. August an. Dann gibt es ab 19 Uhr Live-Musik von Gerry Galvin. Der irischstämmige Künstler lebt in Köddingen. Von 1400 Besuchern im Juni und rund 1550 im abgelaufenen Monat im Badebiotop Ulrichstein berichtet Bürgermeister Edwin Schneider. Das liege in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. An warmen Tagen habe man bis zu 150 Badegäste täglich im pflanzengeklärten Becken. Dazu tragen auch die Nutzer des Wohnmobilplatzes bei, der nebenan liegt. "Sie loben das hübsche Ambiente und den guten Service", so Schneider. Besonders hat er sich über eine Aktion von Gästen gefreut, die das Sanitärgebäude frisch gestrichen haben. Die Stadt hat die Farbe beigesteuert. Für das gute Image des Badebiotops sorge auch die sehr rührige Aufsicht. Am Samstag sendet die "Hessenschau" live vom Badebiotop aus.

Auch der Betrieb im Freibad Heimertshausen läuft gut, wie Kirtorfs Bürgermeister Andreas Fey berichtet. Das Auftaktfest war allerdings erst Mitte Juni, weshalb man bis Ende Juli 4375 Besucher verbuchte. Das war etwas weniger als im Vorjahr, damals hatte die Saison zwei Wochen früher begonnen. Jeden Dienstag wird vom Landfrauenverein Wassergymnastik angeboten. Eine tolle Aktion sei ein "Meerjungfrauenschwimmen" gewesen, "das allen Beteiligten viel Spaß gemacht hat". Mehr Menschen haben Dauerkarten gekauft, um den Erhalt des Bades zu unterstützen. Auch deshalb verzeichnete die Stadt Einnahmen in gleicher Höhe wie in der kompletten Saison 2018. Fey freut sich, dass sich so viele für den Erhalt des Freibades einsetzen.

Die Schwimmbadsaison werde wohl mit dem Waschteichlauf am 31. August beendet. Nach der Saison soll der Sanitär- und Umkleidebereich umgebaut werden. Die Stadt will das Gelände zudem mit einem Beachvolleyball- oder Kleinfußballfeld aufwerten.

Quelle: Gießener Allgemeine

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