Gespräche mit möglichen Käufern

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Alsfeld (pm). Die vorläufige Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs strebt einen Erhalt der Neue Arbeit Vogelsberg an. Die gemeinnützige Gesellschaft in kirchlich-kommunaler Trägerschaft bietet Aus-, Fort- und Weiterbildung für Langzeitarbeitslose, Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung, aber auch für schwer vermittelbare Arbeitssuchende oder Flüchtlinge an.

Ziel ist die Eingliederung oder die Wiedereingliederung der Menschen in das Erwerbsleben. Nach Einleiten des Insolvenzverfahrens (die Alsfelder Allgemeine Zeitung berichtete) hat sich Kappel-Gnirs im Unternehmen einen Eindruck verschafft und die Mitarbeiter auf einer Betriebsversammlung über die Insolvenz sowie die weiteren Schritte informiert.

Der Geschäftsbetrieb läuft in allen Bereichen wie Garten- und Landschaftsbau, Bausanierung, Gebäudereinigung, Kaufhaus und Café "Alte Molkerei" im vollen Umfang weiter. Die Löhne und Gehälter der 67 Mitarbeiter sowie der vier Auszubildenden sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis Ende Dezember gesichert.

"Ich werde alles tun, um die Aufgaben der Einrichtung möglichst zu erhalten und fortzuführen, denn es werden unverzichtbare und enorm wichtige gesellschaftliche Leistungen für Menschen erbracht, die ohnehin benachteiligt sind. Sie haben eine Chance verdient und dafür werde ich mich nach Kräften einsetzen", sagt Kappel-Gnirs. Deshalb werden die Geschäftsführung und vorläufige Insolvenzverwaltung kurzfristig Gespräche mit potenziellen Erwerbern aufnehmen. Erste Interessenten hätten sich bereits gemeldet.

Ursache der Insolvenz war letztlich, dass Arbeitsmarktmaßnahmen öffentlich ausgeschrieben wurden und die Neue Arbeit Vogelsberg gGmbH bei zwei wichtigen Projekten im Ausschreibungs- und Auswahlverfahren keine Berücksichtigung fand. Infolgedessen musste das Unternehmen wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Gießen den Insolvenzantrag stellen. Die Träger, der Vogelsbergkreis und das evangelische Dekanat Vogelsberg, konnten, nachdem sie über viele Jahre die gemeinnützige Gesellschaft finanziell gestützt hatten, diese Hilfen nicht mehr leisten.

Allerdings sicherte der Kreis in einem am Donnerstag geführten Gespräch mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung Unterstützung bei der Investorensuche zu. Die Tochtergesellschaft Neue Dienste Vogelsberg NDV GmbH ist als eigenständige GmbH von der Insolvenz nicht betroffen.

Direkte Unterstützung für die Gesellschaft können Bürger leisten, die etwa das Warenangebot des Kaufhauses oder das Frühstücksangebot und den Mittagtisch des Cafés nutzen. Gelegenheiten zur Unterstützung bieten auch das Seniorencafé am 20. November ab 14.30 Uhr oder das Frühstücksbuffet am 7. Dezember. Beide Veranstaltungen werden von den Mitarbeitern der Neue Arbeit Vogelsberg angeboten.

Quelle: Gießener Allgemeine

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