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Der Ortenröder Bach zwischen den Gemündener Ortsteilen Elpenrod und Nieder-Gemünden. Auch hier soll das Programm "100 wilde Bäche" ansetzen. FOTO: RS

Naturschutz

Drei Bäche im Vogelsberg sollen wieder wild werden

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Mit dem Programm "100 Wilde Bäche" wollen Land und Kommunen Gewässer aus ihrem Betonbett befreien und sie wieder in einen natürlichen Zustand versetzen.

"Unsere Bäche werden wieder wild, natürlich und artenreich. In den betreffenden Kommunen werden jetzt die Renaturierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht", sagte dieser Tage Umweltministerin Priska Hinz. Im Vogelsbergkreis wurden drei Bäche mit insgesamt sechs Anrainer-Kommunen in das Programm aufgenommen. Dazu gehören die Bäche Brenderwasser (Lauterbach, Ulrichstein, Lautertal), der Moosbach (Freiensteinau/Grebenhain) und der Örtenröder Bach (Gemünden, Feldatal, Mücke).

Durch die Renaturierungen sollen für viele verschiedene Tiere und Pflanzen im Wasser und am Ufer Lebensräume entstehen. Beispielsweise für geschützte Fischarten wie die Groppe oder das Bachneunauge. Auch die Echte Brunnenkresse und die Bach-Nelkenwurz bekommen so die Chance, wieder am Ufer zu wachsen. Neben dem der Erhalt der biologischen Vielfalt sorge man mit dem Programm auch für Klimaschutz und Klimaanpassung.

"Das Wasser wird wieder fließen und ein breites und unberührtes Ufer entsteht. Renaturierte Gewässer bilden Frischluftschneisen und sorgen so für mehr Abkühlung in und außerhalb der Ortschaften. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zum Hochwasserschutz, da Überflutungsbereiche geschaffen werden. Bei Starkregen breitet sich das Wasser in den Auen aus und fließt nicht ungehindert die Stadt hinein", erklärte Hinz.

Von rund 500 Bächen in Hessen wurden 100 anhand fachlicher Kriterien, wie zum Beispiel der verfügbaren Flächen und vorhandenen Planungen, aus den Bewerbungen ausgewählt. Dabei wurden unter anderem Bäche bevorzugt, die in besonders schützenswerten Gebieten liegen. Zudem sei darauf geachtet worden, dass die ausgewählten Bäche gleichmäßig über die Landkreise verteilt sind. "Das Besondere ist, dass wir den Kommunen Arbeit abnehmen. Das Land unterstützt die Kommunen zum Beispiel beim Flächenmanagement, der Projektplanung sowie bei der organisatorischen Abwicklung der Maßnahmen vom Förderantrag bis zur Bauabnahme. Außerdem werden bis zu 95 Prozent der Kosten vom Land übernommen", sagte die Ministerin.

Fünf Millionen Euro für alle Maßnahmen

Die ausgewählten Kommunen würden nun zeitnah von einem vom Land beauftragten Dienstleister kontaktiert. Für die Finanzierung des Dienstleisters ist im Jahr 2020 eine Million Euro vorgesehen. Für die Renaturierungsmaßnahmen stehen für 2020 fünf Millionen Euro bereit. Aufgrund der hohen Bewerbungszahl von 290 Bewerbungen konnten nicht alle interessierten Kommunen in das Programm aufgenommen werden. Deshalb musste 29 Kommunen abgesagt werden. Diese erhalten die Möglichkeit, an einer Schulung teilzunehmen, in der wesentliche Schritte von Gewässerentwicklungsmaßnahmen vermittelt werden.

Quelle: Gießener Allgemeine

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