Apple will Kundendaten stärker schützen

Whatsapp und Facebook bald nicht mehr auf iPhone? Streit der Tech-Giganten eskaliert

  • Nail Akkoyun
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Apple will die Daten seiner Kunden in Zukunft stärker schützen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg teilt ordentlich gegen den Konzern aus. Das könnte Folgen für iPhone-Besitzer haben. 

  • Apple plant einen besseren Datenschutz.
  • Der Plan könnte Konsequenzen für Facebook und Whatsapp* haben.
  • Facebook-CEO Mark Zuckerberg teilt gegen Apple aus.

Kassel - Gleich aus zwei Richtungen gibt es aktuell Gegenwind für Facebook: Sowohl von der Europäischen Union als auch vom US-amerikanischen Konzern Apple. Während die EU die rechtliche Lage rund um den Facebook-Datentransfer in die USA als Unsicherheitsfaktor sieht, möchte Apple seinen Kunden mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre geben. Das könnte auch Whatsapp betreffen.

Apple-CEO Tim Cook hat kürzlich gegen das Social-Media-Unternehmen hart ausgeteilt - auch wenn Facebook nicht explizit genannt wird: „Wenn ein Geschäft darauf beruht, Nutzer zu täuschen, Daten auszunutzen und Wahlmöglichkeiten anzubieten, die keine Wahlmöglichkeiten sind, dann verdient dieses Geschäftsmodell kein Lob. Es verdient Reformen.“

Apple
Gründung1. April 1976
SitzCupertino in Kalifornien (USA)
Leitung Tim Cook (CEO)

Neuer Apple-Datenschutz könnte Werbekunden von Facebook und Whatsapp vergraulen

Wie Business Insider berichtet, will Apple mit einem Update jedem Nutzer in den kommenden Monaten neue Möglichkeiten geben, die Datensammlung auf ihrem iPhone einzuschränken. So soll leichter verhindert werden, dass Apps und Werbedienste Informationen über das Verhalten der User sammeln können. Der Plan des Konzerns ist es, dass jede App die Nutzer für den Zugriff um Erlaubnis fragen muss.

Künftig kein WhatsApp und Facebook mehr auf dem iPhone?

Indes befürchtet Facebook, wozu auch der Messenger-Dienst Whatsapp gehört, dass die Personalisierung der Werbung durch das geringere Wissen über die Menschen ungenauer wird. Dabei sei das Versprechen an die Werbekunden, präzise die gewünschte Zielgruppe zu treffen, ein Eckpfeiler von Facebooks Geschäftsmodell, so Business Insider weiter.

Zoff zwischen Apple und Facebook: Whatsapp konkurriert mit iMessage

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte bereits in den vergangenen Monaten kritisiert, dass schlechtere personalisierte Werbung vor allem kleinen und mittleren Unternehmen schaden würde. Laut ihm würden gerade diese Unternehmen in der Corona-Krise von Facebook als Plattform für ihre Geschäfte profitieren. Das soziale Netzwerke sammele Daten aus verschiedenen Quellen „um kleinen Unternehmen zu helfen, ihre Kunden effizienter zu erreichen“.

Apple mag behaupten, dass sie es tun, um den Leuten zu helfen - aber ihre Schritte folgen klar ihren Wettbewerbsinteressen“, so Zuckerberg weiter. Darüber hinaus betont er, dass Apple als einer der größten Konkurrent gilt. Dabei schoss sich der CEO speziell auf den Apple-Chatdienst iMessage ein, der mit Whatsapp - ebenfalls einem Facebook-Produkt - konkurriert.

Apple versus Facebook: Zuckerberg sieht stärkere Verschlüsselung bei Whatsapp

Zuckerberg griff zudem die Datenschutzbestimmungen von Apple an. Demnach werden iMessage-Backups laut dem Facebook-Chef ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Apples Servern gespeichert, während Whatsapp hingegen dank Komplett-Verschlüsselung grundsätzlich nur für den Absender und Empfänger verfügbar seien.

Nachdem neue Datenschutz-Regeln in Kraft geplant waren, war bei Whatsapp ein Abgang von Nutzern zu bemerken. Viele Nutzer befürchteten, dass künftig mehr Daten mit Facebook geteilt werden sollen und hörten etwa auf den Rat von Elon Musk, künftig lieber die App Signal zu nutzen. Zuckerberg will mit diesen Gerüchten nun aber aufräumen: „Alle diese Nachrichten haben Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, was bedeutet, dass wir nicht sehen oder hören können, was gesagt wird. Und wir werden es auch nie tun.“ (Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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