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Dringender Obst-Rückruf: Experten alarmieren wegen Hepatitis-Ausbruch

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Von: Karolin Schäfer

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Ein Tiefkühl-Beerenmix ist von einem Rückruf betroffen. Hepatitis-A-Viren wurden darin entdeckt. In Ungarn erkrankten infolgedessen mehrere Menschen.

Kassel – Nach einem Restaurantbesuch in Ungarn erkrankten mehrere Gäste an Hepatitis A. Nun wurde offenbar der Auslöser gefunden. Nach Angaben des Schnellwarnsystems der Europäischen Kommission RASFF steckten hinter dem Hepatitis-Ausbruch gefrorene Beeren. Infolge der Krankheitsfälle wurden diese nämlich untersucht.

Das Ergebnis eines ungarischen Labors ist eindeutig. In einer 2,5-Kilogramm-Packung des Artikels „Ardo Fruitberry Mix“ wurden Hepatitis-A-Viren nachgewiesen. Kurz darauf veröffentlichte die Ardo-Gruppe mit Sitz in Belgien einen aktuellen Rückruf.

Dringender Obst-Rückruf gestartet: TK-Beeren wegen Hepatitis-A-Viren zurückgerufen

Dieses Produkt befindet sich derzeit im Rückruf:

ProduktArdo Fruitberry Mix
Verpackungseinheit2,5 Kilogramm
Chargennummer58622131
Mindesthalt­bar­keits­datumMai 2024
HerstellerArdo

Nach Angaben des Herstellers wurden vorsorglich auch die 1-Kilogramm-Verpackungen mit den Chargennummern 58622130 und 58622131 sowie dem Mindesthaltbarkeitsdatum von November 2024 zurückgerufen.

Obst-Rückruf: Hersteller von Tiefühl-Beeren will Vorfall „gründlich“ untersuchen

„Wir bedauern, dass es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Sorgfalt, die wir unternehmen, um unsere Produkte auf sichere und qualitativ hochwertige Weise anzubauen, zu ernten und zu verarbeiten, zu diesem Vorfall gekommen ist“, hieß es seitens des Herstellers in einem Statement. Man werde „alle erforderlichen Maßnahmen“ einleiten, um bestehende Prozesse zu verbessern.

Zudem werde Ardo angesichts der Rückrufaktion eine „gründliche Untersuchung“ des Vorfalls anstreben, um die Ursache der Verunreinigung zu ergründen. Ein Qualitätsbeauftragter sei dafür bereits im Einsatz, wie es hieß.

Tiefkühlbeeren sind derzeit von einem Rückruf betroffen. (Symbolfoto)
Tiefkühlbeeren sind derzeit von einem Rückruf betroffen. (Symbolfoto) © Westend61/Imago

Obst im Rückruf: Beeren wurden überwiegend in Gastronomie verkauft

Der Hersteller wies darauf hin, dass die Produkte in erster Linie in Gastronomiebetrieben verarbeitet und über den Großhandel sowie Cash & Carry Märkte vertrieben worden seien. Kundinnen und Kunden, die die vom Rückruf betroffenen Produkte erworben haben, seien inzwischen kontaktiert worden.

Auch wenn nach Angaben des Unternehmens alle Erkrankten wieder gesund sind, ist eine akute Hepatitis-Infektion eine ernstzunehmende Erkrankung. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kann das Hepatitis-A-Virus eine Entzündung der Leber auslösen. Eine Ansteckung mit dem Virus ist durch den Verzehr von – meist mit dem Stuhl einer infizierten Person – verunreinigten Lebensmitteln möglich.

Dringender Rückruf: Hepatitis-A-Erkrankung nach Obstverzehr – Das sind mögliche Symptome

Die Erkrankung verläuft bei Kindern meist milder als bei Erwachsenen. Die Beschwerden bleiben in der Regel wenige Tage bis mehrere Wochen bestehen, nur selten verläuft die Erkrankung lebensbedrohlich. Diese Symptome können laut BZgA auftreten:

Einen ähnlichen Hepatitis-Vorfall hatte es vor Kurzem in den USA gegeben. Dort wurden Bio-Erdbeeren von Aldi, Walmart und Co. als mögliche Ursache für einen Hepatitis-Ausbruch in Betracht gezogen. (Karolin Schäfer)

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