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Für einen Facebook-Post muss Lidl von den Usern ordentlich Kritik einstecken.

Veganes Hack im Weihnachtsbaum

Shitstorm für Lidl: Veganer Facebook-Post geht mehrfach in die Hose

  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
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Lidl macht auf Facebook Werbung für ein veganes Produkt - und erzürnt die Gemüter gleich aus mehreren Gründen.

  • Discounter und Supermärkte bedienen verstärkt Vegetarier und Veganer.
  • Lidl bewirbt nun solch ein veganes Produkt auf Facebook.
  • Dafür erntet der Discounter aus Neckarsulm einen Shitstorm.

Neckarsulm - Immer mehr Menschen in Deutschland legen Wert auf eine gesunde und bewusste Ernährung. Da verwundert es nicht, dass der Anteil von Vegetariern und Veganern in der Bevölkerung stetig zunimmt. Die Supermärkte und Discounter haben das längst erkannt und das Sortiment nicht-tierischer Produkte deutlich ausgebaut und bewerben diese ebenfalls über ihre Social-Media-Kanäle. Wie zum Beispiel Lidl, das sich aber auch weiterhin auf den Plattformen Facebook und Instagram mit seinem Erzrivalen Aldi zofft. Manchmal muss dabei sogar ein Gericht einschreiten*, wie echo24.de* berichtet.

Name Lidl
RechtsformStiftung und Co. KG
Gründung1973
SitzNeckarsulm (Landkreis Heilbronn)
BrancheLebensmitteleinzelhandel

Jetzt hat sich Lidl*, das wie Kaufland zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm im Landkreis Heilbronn gehört, aber selbst gehörigen Zoff eingehandelt. Und zwar von seinen eigenen Facebook-Fans. Schuld daran ist ein Post, der allein schon durch seine Kombination äußerst seltsam anmutet: In Anbetracht des nahenden Weihnachtsfestes ist auf dem von Lidl veröffentlichten Foto ein geschmückter Tannenbaum zu sehen. Darüber hat der Discounter den Schriftzug „LaMETTa für alle“ gesetzt - in weißer Schrift auf güldenem Grund. Und mitten in dem Weihnachtsbaum prangt groß ein Päckchen „veganes Hack“.

Lidl Neckarsulm: Shitstorm von Facebook-Usern wegen Vegan-Produkt

Dass Lidl ein Händchen dafür hat, mit gewissen Facebook-Posts einen Shitstorm auszulösen, ist spätestens seit einer besonderen Oktoberfest-Spezialität* bekannt. Wer nun aber denkt, dass sich die User über das vegane Hack im Weihnachtsbaum aufregen, liegt daneben. Natürlich entfacht Lidl mal wieder den ewigen Streit zwischen Veganern und Fleischessern. Und natürlich geht es in zahlreichen Antworten darum, ob pflanzliche Ersatzprodukte als „Fleisch“ oder „Wurst“ bezeichnet werden dürfen.

So schreibt ein Userin und den „LaMETTa“-Post von Lidl: „Veganes Mett ist wie Fleischwurstsalat. Entweder ganz oder gar nicht. Warum muss vegan immer dem Fleisch-Vorbild nachempfunden werden?“ Ein anderer wird noch direkter: „Veganes Hack gibt es nicht! Das ist irgendwas aus der Chemie-Küche - entweder Hack und dann vom Tier.“ Aber bei dieser Diskussion ist es letztendlich so wie mit der Lidl-Plus-App*, bei der die Meinungen aus bestimmten Gründen ebenfalls auseinander gehen.

Lidl Neckarsulm: Facebook-User bemängeln Qualität des veganen Produkts

Den großen Shitstorm erntet Lidl auch nicht, weil die Werbung „so abschreckend und schlecht“ sein soll, wie eine weitere Facebook-Userin schreibt. Denn hier gehen die Ansichten bezüglich der anzusprechenden Zielgruppe ebenfalls deutlich auseinander. Auch wenn eine weitere Meinung lautet: „Weiß nicht, was schlimmer ist - das schlechte Wortspiel in der Werbung oder dass man im Jahr 2020 immer noch Leuten erklären muss, warum vegan oder vegetarisch lebende Menschen Fleischersatzprodukte mögen.“

Der Versuch es anzubraten, misslang gründlich - und die Konsistenz blieb eher sehr weich.

Eine Facebook-Userin

Die meisten Facebook-Fans von Lidl regen sich über die Qualität der Ware selbst auf. So heißt es unter dem Post zum Beispiel: „Der Versuch es anzubraten, misslang gründlich - und die Konsistenz blieb eher sehr weich.“ Aber es kommt für den Discounter noch schlimmer - DENN: „Irgendwie konnte ich es nicht essen. Ich habe mein Bestes versucht, Kotelett daraus gemacht - eins gegessen. Es ging mir am nächsten Tag nicht so gut.“ Oder: „Mir persönlich schmeckt‘s nicht. Sagen auch viele in den Vegan/Vegetarier-Gruppen, dass es einen merkwürdigen Eigengeschmack hat.“ Und selbst zum Aufhängen im Weihnachtsbaum soll das vegane Hack nicht taugen, wie ein Spaßvogel kommentiert: „Jetzt wird mir einiges klar! lch Dummerchen dachte, es wäre zum Essen! Aber keine gute Qualität, es reißt , wenn man es über die Äste hängt!“ *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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