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Preis auf Kassenzetteln höher als am Regal: Wie Kaufland und Lidl damit umgehen

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Von: Dominik Jahn

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Unterschiedliche Preise am Regal und auf dem Kassenzettel sind im Supermarkt und Discounter nicht selten. Kaufland hat dazu eine eindeutige Vorgabe. Die Verbraucherzentrale rät dazu, schnell zu reagieren.

Seit Mai steigen immer wieder die Preise für Lebensmittel, wie echo24.de berichtet hat. Verbraucher müssen sich oft zweimal überlegen, was sie kaufen und was nicht. Und jetzt warnt auch noch die Verbraucherzentrale vor unterschiedlichen Preisen am Supermarktregal und an der Kasse. Wie geht man mit dem Preis-Schwindel bei den Branchen-Riesen Kaufland und Lidl um?

Laut einem Bericht des Senders RTL häufen sich zuletzt wieder die Beschwerden. Doch Kunden müssen sich wohl mit den Preisunterschieden abfinden. Die Rechtslage gibt den Unternehmen fast komplett recht.

Preis-Schwindel in Supermärkten: Auszeichnung am Regal nur ein Angebot

Wie die Verbraucherzentrale Berlin dazu schreibt, ist der Preis am Regal nicht bindend. Gegenüber dem Sender heißt es dazu: „Mit Preisschildern ist es wie mit Angeboten im Internet: Sie laden Kundinnen und Kunden lediglich zum Kauf ein. Auch wenn am Regal noch ein anderer Preis stand, darf der Supermarkt an der Kasse mehr beziehungsweise weniger verlangen.“

Kaufland
HauptsitzNeckarsulm
Gründung1984 in Neckarsulm
Umsatz21 Milliarden Euro (2019)

Doch kommen solche Falschauszeichnungen häufiger vor, kann man von einer bewussten Täuschung der Kunden ausgehen. Und dann wird es auch für Supermärkte und Discounter schwierig. Dazu erläutert die Verbraucherzentrale gegenüber RTL: „Eine vorsätzlich falsche Preisauszeichnung verstößt gegen gesetzliche Vorgaben und wird als Ordnungswidrigkeit behandelt.“ Für Kaufland und Lidl sicher nicht wünschenswert. Doch was sagen die beiden Lebensmittel-Schwergewichte zu solch einem Preis-Schwindel?

Kaufland mit klarer Ansage beim Preis-Schwindel im Supermarkt

Auf Nachfrage von echo24.de stellt Kaufland die Zufriedenheit der Kunden in den Vordergrund: „Unser Anspruch ist es, ihnen stets eine große Auswahl zu attraktiven Preisen zu bieten.“ Bei der Unternehmenstochter aus der Schwarz-Gruppe distanziert man sich vom Preis-Schwindel und erklärt: „Diese Preise sind bei Kaufland systemseitig eingespielt, unterschiedliche Auszeichnungen gibt es nicht.“

Kunden, die dennoch nicht ganz an die Auszeichnungen am Regal glauben, können bei Kaufland an sogenannten Preisprüfern oder Kundenterminals die Produkte scannen und überprüfen. Bei Lidl hat man derweil noch nicht auf die Anfrage zur Preis-Täuschung reagiert.

Kunden, denen ein Preisunterschied beim Bezahlen auffällt, rät die Verbraucherzentrale, direkt an der Kassen nachzuhaken. Im RTL-Bericht heißt es: „Der Supermarkt ist zwar nicht verpflichtet, Ihnen den Artikel zum günstigen Preis zu geben. Aber Sie haben das Recht, den Kauf rückgängig zu machen. Im besten Fall kontrollieren Sie beim Scannen der Artikel direkt den Preis. Wenn das nicht möglich ist, weil Sie mit dem Einpacken beschäftigt sind, sollte direkt im Laden der Kassenbon überprüft und auf das Problem aufmerksam gemacht werden.“ Wer bereits die Filiale verlassen hat, hat wenig Chancen, mit einer Reklamation.

Kaufland: Auch kürzere Öffnungszeiten werden bei Kunden diskutiert

Nicht nur über unterschiedliche Preisauszeichnungen wird aktuell unter den Kunden diskutiert, sondern auch kürzere Öffnungszeiten im Lebensmittelhandel sind ein Thema. Mehr Möglichkeiten, Energie zu sparen, könnten damit laut einiger Händler erreicht werden. Bei Kaufland schiebt man für eine Entscheidung die Kunden vor.

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