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Neue Regelung für alle Führerscheine: Diese Änderung betrifft jeden Autofahrer

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Von: Dominik Jahn

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Für 2023 sind bei den Führerscheinen wichtige Änderungen geplant. Von den neuen Regelungen sind dann alle Autofahrer betroffen. Aber besonders Fahrschüler haben es dann schwerer.

Für Autofahrer gibt es nicht nur Änderungen im Jahr 2023, die Bußgelder und Strafen mit sich bringen, wie echo24.de berichtet hat. Es gibt auch neue Regelungen für alle Führerscheine – und die sorgen für eine enorme Erweiterung der Fahrerlaubnis.

Damit wird der Führerschein nicht nur für die Autofahrer zum Thema, die noch im Januar von der Umtauschfrist betroffen sind, sondern die Europäische Union (EU) will noch in diesem Jahr eine spezielle Richtlinie auf den Weg bringen, die dann Änderungen für den Pkw-Führerschein und bei der Führerscheinprüfung für Fahranfänger zur Folge hätte.

4. Führerscheinrichtlinie soll kommen

Der „Allgemeine Deutsche Automobil-Club“ (ADAC) schreibt zu den geplanten Änderungen für den Führerschein, dass die EU derzeit „die aktuell gültige, 3. Führerscheinrichtlinie grundlegend überarbeitet“. Damit die Neuerungen aber auch in Deutschland in Kraft treten können, muss sie laut Bericht erst „in nationales Recht überführt werden“.

Organisation:Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC)
Gründung:24. Mai 1903, Stuttgart
Mitglieder:21.231.584 (Ende 2021)
Beschäftigte:2.668

Bei der 4. Führerscheinrichtlinie geht es im Wesentlichen um eine Erhöhung der erlaubten zulässigen Gesamtmasse, die man bewegen darf, um die Anerkennung einer bestimmten Führerscheinklasse im Ausland, um die Digitalisierung des Führerscheindokuments und unter anderem um die Anerkennung des Entzugs der Fahrerlaubnis im Ausland.

Mit dem Pkw-Führerschein mehr Tonnen bewegen

Für den normalen Autoführerschein der Klasse B sollen 2023 mehr Freiheit her. Bisher dürfen Autofahrer, die ihren Führerschein nach dem 1. Januar 1999 gemacht hat, mit der Klasse B Kraftfahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen fahren. Die neue Richtlinie erweitert das zulässige Gewicht jetzt deutlich.

Bisher ist es meist schwer, an ein Wohnmobil zu kommen, dass der eingetragenen Gewichtsklasse entspricht. In Zukunft wäre es allen Inhabern eines Führerscheins der Klasse B erlaubt, Fahrzeuge mit einem Gewicht von bis zu 4,25 Tonnen zu fahren.

Erweiterte Fahrerlaubnis für Leichtkrafträder EU-weit gültig

Außerdem soll laut dem „ADAC“ auch die Fahrerlaubnis B196 im Ausland anerkannt werden. Wer seinen Pkw-Führerschein auf diese Klasse erweitert, darf Leichtkrafträder bis 125 ccm fahren. Allerdings bislang nur in Deutschland. Mit der Änderung wäre dies auch EU-weit möglich.

Und der Führerschein soll digital werden. Ziel soll es laut dem Bericht sein, dass bei einer Polizeikontrolle oder bei der Autovermietung die entsprechende App auf dem Smartphone ausreicht. Dazu heißt es weiter: „Für die Führerscheinscheckkarte ist außerdem ein QR-Code anstelle des heutigen Chips angedacht, um ihn fälschungssicherer zu machen“.

Weg zur Führerscheinprüfung wird schwerer

Fahrschüler müssten sich mit den Änderungen gewaltig umstellen. Zwar soll es auch leichter werden, die „theoretische und praktische Führerscheinprüfung in unterschiedlichen Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu absolvieren“, der Weg zur praktischen Ausbildung könnte allerdings schwerer werden. Die 4. Richtlinie würde vorsehen, dass erst die Theorie bestanden werden muss, um in ein Auto steigen zu dürfen. Außerdem könnte demnach, „die Fahrprüfung zukünftig zumindest teilweise in Simulatoren abgenommen werden“.

Der Empfehlung zahlreicher Verkehrssicherheits-Experten folgend, müssten Führerscheinneulinge nach einem Jahr verpflichtend einen sogenannten Refresher-Kurs absolvieren. Dieser soll dazu beitragen, die Unfallzahlen zu senken.

Fahrverbote in Europa einheitlich gestalten

Für Autofahrer, denen der Führerschein entzogen wurde, soll es in Europa auch einheitlicher werden. Heißt laut „ADAC“-Bericht: „Ein in Italien verhängtes Fahrverbot würde dann auch in Deutschland gelten“. Und: es sollen einheitliche Grenzwerte bei Alkohol- und Drogenkonsum eingeführt werden. Dazu sollen die Punktesysteme in den verschiedenen Ländern angeglichen und „die Führerscheindaten aller EU-Bürger in einer europaweiten Datenbank gespeichert werden“.

Ein Überblick über die geplanten Änderungen für den Führerschein 2023

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