Pandemie

Corona: Drei Faktoren zeigen, ob man ein Superspreader sein könnte

  • Nail Akkoyun
    VonNail Akkoyun
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Einer neuen Studie der Harvard University zufolge weisen drei Faktoren darauf hin, welche Personen Corona-Superspreader sein können.

Kassel – In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag (05.07.2021) erstmals seit Anfang Juni wieder angestiegen und liegt aktuell bei 6,2 (Stand: 11.07.2021). Dafür verantwortlich dürfte auch die Corona*-Variante Delta sein, die laut einer Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) mittlerweile 59 Prozent der Covid-Neuinfektionen in der Bundesrepublik ausmacht.

Neben der Delta-Variante bereiten den Forschenden aber auch die sogenannten „Superspreader“ sorgen. Eine wissenschaftliche Theorie besagt, dass lediglich ein kleiner Anteil aller Coronavirus-Infizierten für den Großteil der Infektionen verantwortlich ist. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen um den Harvard-Forscher David A. Edwards haben diese Theorie nun genauer analysiert und wollen herausgefunden haben, welche Personen als Superspreader infrage kommen könnten.

Einer Studie der Harvard University zufolge weisen drei Faktoren darauf hin, welche Personen Corona-Superspreader sein können.

Corona-Pandemie: Menschen mit geringen BMI sind wohl keine Superspreader

Dafür untersuchten die Forschenden für ihre Studie Probanden im Alter von 19 bis 66 Jahren, die nicht mit Corona infiziert waren. Die Studienteilnehmenden atmeten mit zugehaltener Nase in das Mundstück eines Detektors, der die ausgestoßenen Partikel zählte. 18 Prozent der Probanden sollen demnach für 80 Prozent der gesamten Aerosol-Produktion gesorgt haben.

Weiter heißt es, dass in der Studie der Harvard University ein Zusammenhang zwischen dem Alter und dem Gewicht hergestellt werden konnte. Personen unter 26 Jahren und einem geringen BMI (Body-Mass-Index) galten in der Untersuchung generell als „low spreader“, sie hätten also nur wenige Aerosole ausgestoßen. Das Gegenteil soll sich bei älteren, schwereren Personen gezeigt haben: Je höher Alter und Gewicht, desto mehr Aerosole sollen ausgestoßen worden sein. Veröffentlicht wurde die Studie im Magazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

Studie der Harvard University: Corona-Superspreader an drei Faktoren erkennbar

Um den Effekt weiter zu untersuchen, führten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auch Tierversuche durch. Dazu sollen acht Nichtprimaten, darunter Rhesusaffen und Grünmeerkatzen, mit dem Coronavirus infiziert worden sein. Daraufhin sei die gleiche Methode mithilfe des Detektors wie schon bei den Menschen angewendet worden. Dabei sei den Autoren und Autorinnen der Studie aufgefallen, dass zwischen dem dritten und siebten Tag nach der Corona-Infektion besonders viele Aerosole ausgestoßen worden sein. In diesem Zeitraum sei auch die Infektiosität der angesteckten Personen am höchsten.

Aus ihrer Studie leiten die Forschenden drei Faktoren für eine erhöhte Aerosolproduktion und damit auch Superspreader-Anzeichen ab:

  • Alter
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Lungeninfektionen

Durch diese drei Faktoren werde die Atemwegsschleimhaut verändert. Dadurch steige gleichzeitig auch die Abgabe von Partikeln beim Atmen, Sprechen und Husten.

Sind diese Partikel infektiös, bedeute dies auch, dass eine erhöhte Ansteckungsgefahr für Personen in der Umgebung herrsche. In der Harvard-Studie wiesen daher sämtliche Faktoren auf alte, übergewichtige Menschen mit Atemwegsvorerkrankungen hin. Betont wird allerdings, dass auch junge Menschen nicht unbedingt von dieser Gruppe ausgeschlossen seien und ebenfalls als Superspreader gelten könnten. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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