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Zirkusfieber in der Ludwig-Uhland-Schule

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Von: Sophie Röder

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Die jungen Zauberer verabschieden sich nach einem erfolgreichen Auftritt und lautem Applaus des Publikums. © Sophie Mahr

Gießen (smf). »Willkommen in Phantastasien - Manege frei«: Seit gestern geben die knapp 300 Grundschüler der Ludwig-Uhland-Schule (LUS) täglich eine Zirkusvorstellung für ihre Eltern und andere Verwandte. Dabei zeigen sie, was sie in der Projektwoche gelernt haben: Die Erstklässler eröffnen mit einem Schwarzlicht-Theater. Danach kommen die Artistengruppen der Klassen zwei bis vier, jahrgangsübergreifend durchmischt.

Jeder durfte sich aussuchen, welche Darbietung er oder sie erlernen wollte. So gibt es unter anderem Clowns, Drahtseilartisten, Zauberer, Fakire, Jongleure, Trapezkünstler und Musketiere.

Das Team des »Circus Phantasia« hat die Schüler am Montag und Dienstag trainiert. Gestern Morgen dann die erste Generalprobe der Gruppe A - vor Publikum. Zu Gast waren Kinder aus umliegenden Schulen und Kitas. Bei der Aufführung unterstützt werden die jungen Zirkusmitglieder durch das Team des »Circus Phantasia«.

»Dieses Projekt machen wir zum zweiten Mal«, sagt Dr. Jan Schneider, Rektor der LUS. Zuletzt vor dreieinhalb Jahren. Der Grund für die Pause sei nicht die Pandemie gewesen: »Wir möchten das Zirkusprojekt in einem Turnus von vier Jahren anbieten«, sagt Schneider. So könne jedes Kind der LUS genau einmal bei dem Projekt mitmachen. »Es soll etwas Besonderes bleiben, und nicht heißen ›Der Zirkus kommt schon wieder‹. Wir möchten damit eine schöne und bleibende Erinnerung an die Schulzeit schaffen.«

Die Auftritte vor Publikum seien eine gute Übung für den Ernstfall des Lebens. »Wenn der Auftritt vorbei ist, löst sich die Anspannung. Die Kinder machen eine großartige Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn etwas gelingt. Aber auch wenn etwas nicht klappt, ist es kein Problem.«

Dass das Projekt ein halbes Jahr früher stattfinde als geplant, sei ein glücklicher Zufall. »Im Mai lässt sich so etwas besser organisieren als im Dezember.« Ein weiteres großes Glück seien die Lockerungen der Corona-Regeln. »Nun kann das Projekt ähnlich wie in Vor-Corona-Zeiten stattfinden«, sagt Schneider. »Bei den Schülerinnen und Schülern ist eine unglaubliche Begeisterung zu spüren. Stärker als beim ersten Mal. Sie saugen es auf wie Schwämme.«

Damit die Zirkuswoche stattfinden kann, hatte die Schule Unterstützung: Zum einem durch das Kollegium und die Eltern, die das Projekt mit organisieren. »Rund 60 Eltern haben sich freiwillig gemeldet, das Zirkuszelt auf- und nach der letzten Aufführung wieder abzubauen«, sagt Schneider. Zum anderen durch den Förderkreis der Schule. »Dieser übernimmt die Kosten der Organisation. Eine Schule hat dafür kein Budget.«

Neben dem Zelt - das der »Circus Phantasia« stellt - werden auch Strom, Wasser, Dixi-Toiletten und ein Platz benötigt. Dafür hat die Schule teilweise Partner gefunden.

Während der Generalprobe herrscht eine Zirkusatmosphäre im Zelt. Mal lacht das Publikum, wenn zum Beispiel die Clowns ihre Witze machen, dann ist es vor Spannung ganz leise, als die Fakire mit Feuer hantieren oder über Glasscherben laufen. Am Ende gibt es einen kräftigen Applaus für alle Beteiligten. Und nicht nur die Zuschauer sind begeistert: »Ich hatte ein bisschen Lampenfieber«, sagt Sophia, die als Drahtseilartistin in der Manege stand. »Bei den Proben hat nicht alles so gut geklappt, aber der Auftritt war toll. Es hat mir viel Spaß gemacht.«

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