Auf der 32 Hektar großen Gesamtfläche des ehemaligen AAFES-Geländes (hinten) wird der Online-Händler Zalando ein Mieter sein.
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Auf der 32 Hektar großen Gesamtfläche des ehemaligen AAFES-Geländes (hinten) wird der Online-Händler Zalando ein Mieter sein.

Stadtentwicklung

Gießen: Zalando zieht ins ehemalige US-Depot – Logistikzentrum geplant

  • Marc Schäfer
    VonMarc Schäfer
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Der Online-Versandhändler Zalando wird im derzeit im Bau befindlichen VGP-Park im ehemaligen US-Depot eine Fläche beziehen und dort ein Logistikzentrum betreiben. Letzte Details zwischen der Stadt, dem Logistikparkbetreiber VGP und der Revikon wurden auf der Expo Real in München geregelt.

Gießen – Noch benötigt man ein wenig Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass auf dem riesigen Baufeld auf dem ehemaligen AAFES-Gelände im früheren US-Depot bald angesagte Klamotten, Sneaker und Kosmetik verpackt und verschickt werden sollen. Doch seit der Expo Real, einer internationalen Fachmesse für Immobilien und Investitionen, die Anfang Oktober in München stattgefunden hat, ist klar, dass dies in absehbarer Zukunft Realität sein wird. »Wir haben in München die letzten kleinen Dinge in einem Vertrag mit VGP und Revikon geregelt, sodass jetzt ein großer Logistiker in den VGP Park am Alten Flughafen einziehen kann«, bestätigt Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich. Sie hatte die Stadt gemeinsam mit Dr. Holger Hölscher, dem Leiter des städtischen Planungsamts, auf der Messe vertreten.

Zukünftige Dependance in Gießen: Zalando neu im Dax-40

Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich bei dem »großen Logistiker« um den Online-Versandhändler Zalando. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin ist im September in den Deutschen Aktienindex (Dax-40) aufgenommen worden. Zalando nutzt in Deutschland bereits eigene Logistikstandorte, zudem Kooperationen und internationale Logistikzentren in Italien, Frankreich und Polen. In Mönchengladbach und Erfurt bespielt Zalando jeweils eine Fläche von rund 125 000 Quadratmetern. In Gießen könnte das Unternehmen Ankermieter des neuen 32 Hektar großen VGP-Parks werden.

Welche Größe die Fläche haben wird, die Zalando am Alten Flughafen nutzen wird, war nicht zu erfahren. Überhaupt wollte gegenüber dieser Zeitung weder der Logistikparkbetreiber VGP noch Online-Versandhändler Zalando bestätigen, dass die Expansion der Berliner nach Gießen bevorsteht. Am Amtsgericht Charlottenburg hat Zalando allerdings nach Recherchen dieser Zeitung bereits im Juni das Unternehmen »Zalando Logistics Gießen SE & Co. KG« registrieren lassen.

»Um Zalandos Wachstum sicherzustellen und unseren Kunden auch künftig den besten Komfort zu bieten, bauen wir unser Logistiknetzwerk kontinuierlich aus. Dafür schauen wir uns aktuell mehrere Standorte in Deutschland an, darunter auch Gießen«, teilte Zalando immerhin mit. »Ich kann bestätigen, dass wir in Gesprächen sind und im Zuge derer eine Zalando Logistics Gießen SE & Co. KG gegründet haben«, informierte eine Sprecherin. Weitere Informationen seien derzeit nicht verfügbar.

Gießen: Nur zehn Prozent der Fläche noch frei

VGP-Deutschland-Chef Daniel Sigmann wollte sich auf Nachfrage dieser Zeitung auch zu anderen Mietern, die den Park beziehen werden, nicht äußern. Auf der eigenen Homepage gibt das Unternehmen, das neben dem Park am Alten Flughafen auch Standorte in Lützellinden und Großen-Buseck betreibt, an, dass von der Gesamtmietfläche von 241 396 Quadratmetern noch 24 312 verfügbar sind. Die Mindestgröße einer Einheit betrage 1500 Quadratmeter.

Die VGP-Gruppe ist ein Entwickler, Bauherr und Eigentümer von Logistikimmobilien und Industrieparks mit Sitz in Antwerpen. Die Firma selbst ist nicht im Versand- und Onlinehandel tätig, sondern vermietet schlüsselfertig erstellte Logistikparks. Im Januar 2020 verfügte das Unternehmen über Flächen von 7 Millionen Quadratmetern. Eigenen Angaben zufolge gibt es 85 VGP-Parks in elf Ländern. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung der Gewerbeparks. 2019 erzielte VGP einen Gewinn von 205,6 Millionen Euro.

VGP war im Mai 2020 von Depot-Besitzer Revikon als Käufer des AAFES-Gelände präsentiert worden, nachdem Otto abgesprungen war. Revikon-Chef Daniel Beitlich hatte damals bestätigt, dass VGP alle mit Otto bestehenden Vereinbarungen übernimmt und sich das Verkehrsaufkommen dadurch nicht erhöhen werde. Im Fall von Otto ging die Verkehrsmengenprognose von täglich 4000 zusätzlichen Pkw- und 850 Lkw-Fahrten aus. Letztlich sollen auf dem Areal 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.

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