Wochenmarkt muss im Sommer umziehen

Gießen (mö). Die Kunden und Beschicker des Gießener Wochenmarkts müssen sich im kommenden Sommer für gewisse Zeit auf gravierende Veränderungen einstellen. Ab Ende Juni und damit dem Start der Sommerferien beginnt die Sanierung der Marktlaubenstraße.

Dies teilte auf Anfrage am Donnerstag Bau- und Planungsdezernent Thomas Rausch mit, nachdem die AZ bereits in der vergangenen Woche berichtet hatte, dass in den Marktlauben im Jahresverlauf Bauarbeiten stattfinden werden.

Was dort genau vorgesehen ist und wie das Projekt logistisch ablaufen soll, hatten die Marktbeschicker bei der Hauptversammlung ihrer Interessengemeinschaft vor einigen Tagen von Mitarbeitern des städtischen Tiefbauamts und der Ordnungsverwaltung erfahren.

Im Zuge der Arbeiten soll der Belag der Marktlaubenstraße und in den Lauben gegen einen neuen aus Spezialasphalt ausgetauscht werden. Zuvor würden Versorgungsleitungen verlegt, die auch einer besseren Erschließung des Marktbetriebs dienen, wie Rausch erläuterte. Deshalb müssten Ausschachtungsarbeiten vorgenommen werden. Beseitigt werden sollen unter anderem auch die noch vorhandenen Bordsteine, die schon so manchem Besucher des Marktes zum Verhängnis wurden. "Es kommt immer mal wieder vor, dass da jemand umknickt", erläuterte Rausch. Der gesamte Untergrund im Bereich Marktlauben soll sich nach der Umgestaltung als ebene Fläche präsentieren. Auch eine angemessene Beleuchtung soll installiert werden.

Insgesamt werden die Marktlauben im Zuge der Bauarbeiten "historisch angepasst" werden, wie Rausch sagte, der sich davon eine Abrundung des gesamten Brandplatzbereichs verspricht. Bekanntlich waren Senckenbergstraße und Landgraf-Philipp-Platz vor einigen Jahren bereits in einen ansehnlicheren Zustand versetzt worden, dies durch eine Neuverlegung des historischen Pflasters, neue Bürgersteige und Fahrradständer.

Von dem Zwang, für die Zeit der Arbeiten ausweichen zu müssen, sind laut Rausch etwa 30 Beschicker betroffen. Neben dem Kanzleiberg und der Schlossgasse ist auch der Lindenplatz als Ersatzstandort vorgesehen, dessen Übergang in die Marktlauben ebenfalls ausgebessert werden soll. "Natürlich ist man nicht begeistert,, wenn man seinen Stand verlagern muss, aber grundsätzlich gab es bei der Versammlung mit den Beschickern Zustimmung zur Planung, weil sie eine Verbesserung für den Markt bringt", sagte Rausch.

Bauhistorisch muss man übrigens zwischen den alten und den neuen Marktlauben unterscheiden. Die alten auf der Ostseite der Marktlaubenstraße ließ die Stadt in den Jahres zwischen 1892 und 1894 anlegen, um dort den Wochenmarkt zu etablieren. 1928 folgte dann - ebenfalls in städtischer Regie - der Bau der neuen Marktlauben, in denen heute die Metzger ihre Waren anbieten. Dies war ursprünglich aber nicht so vorgesehen, denn eigentlich sollte auch diese Seite der Straße mit offenen Arkaden versehen werden.

Quelle: Gießener Allgemeine

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