Wirbel um Rodung am Güterbahnhof

Gießen (mö). Neben dem Parkhaus Lahnstraße und oberhalb der mittlerweile aufgegebenen Kleingarten-Siedlung haben dieser Tage mit der Rodung eines bewaldeten Hangs offenbar die vorbereitenden Arbeiten zur Erschließung des Areals begonnen.

Und gleich gibt es Ärger, denn der städtische Naturschutzbeirat äußerte sich am Sonntag in einem Schreiben an die Naturschutzbehörden und die Presse "entsetzt". Vorsitzender Matthias Korn: "Bei diesem sehr schönen Wald am Hang des Lahntals handelt es sich um einen wertvollen Laubbaumbestand mit alten Gehölzen von mindestens einem halben Hektar Größe." Korn bittet das Umweltamt der Stadt, "die Rodung des Waldes unverzüglich zu stoppen, bis geklärt ist, ob hierfür überhaupt eine Genehmigung vorliegt". Nach Ansicht von Korn bedarf es einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung, da sich in und auf den Bäumen Höhlen und Horste befänden, in denen seltene Vogelarten brüteten. Außerdem werde gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen, das verbiete, "Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören", zitierte Korn aus dem Gesetz.

Das Stadtparlament hatte im Dezember beschlossen, den Teilbebauungsplan "Am Güterbahnhof" aufzuheben. Damit sollte den Investoren der Grundstücksentwicklungsgesellschaft Güterbahnhof Gießen ermöglicht werden, die Erschließung des Geländes in diesem Jahr zügig anzugehen. Ungeachtet dieses Beschlusses müssten derartige Eingriffe wie die Rodung genehmigt werden, sagte Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) gestern auf Anfrage. Ob dies geschehen sei, werde sie am Montag umgehend klären. Für das gesamte Bahnhofsgebiet will Weigel-Greilich demnächst eine Rahmenplanung vorlegen.

Quelle: Gießener Allgemeine

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