Wieseckaue wird nicht freigegeben

Gießen (ta). Die Wieseckaue um Schwanenteich und Neuen Teich ist zwar wegen der Vorbereitungen für die Landesgartenschau seit Monaten umzäunt. Doch vor allem an Wochenenden sind dort immer wieder Spaziergänger zu sehen, die das Sperrgebiet betreten – sei es aus Neugier, Vorfreude oder Lust am verbotenen Tun.

Die Bürgerinitiative "Stoppt diese Landesgartenschau!" regt deshalb an, das Gelände wenigstens an den Wochenenden bis zur Eröffnung am 26. April wieder freizugeben. Dies lehnt jedoch die Landesgartenschau Gießen 2014 GmbH als Pächter des Areals entschieden ab, vor allem aus Kosten- und Sicherheitsgründen.

Die LGS-Gegner verweisen in ihrer Pressemitteilung auf die Klagen von Stadt und GmbH, dass der Zaun stellenweise beschädigt werde und die "Einbrecher" Spuren auf Rasen und Beeten hinterließen. Wenn dort wieder spazieren gegangen werden dürfe, würden solche Zerstörungen durch soziale Kontrolle verhindert, schreibt Martina Lennartz. Offenbar werde die Bedeutung eines solchen Erholungsgebietes unterschätzt: "Kinder können dort Rad fahren, Eltern den Kinderwagen entspannt schieben und die Bewohner der Seniorenheime den Sonntagnachmittag genießen".

GmbH-Geschäftsführer Ludwig Wiemer sieht die Sache weniger romantisch. Es handele sich um eine Baustelle, auf der es wie überall keinen öffentlichen Personenverkehr geben könne, betonte er auf GAZ-Anfrage. Für eine Geländeöffnung an Wochenenden müsste die Verkehrssicherheit für das gesamte Gelände hergestellt und überwacht werden, was teuer würde. Schwierig sei auch die Differenzierung zwischen "Einbrecher" und "sozialem Kontrolleur".

Ein weiteres Gegenargument ist Wiemer zufolge, dass die in der Wieseckaue tätigen Firmen ihre Restarbeiten unterbrechen müssten, was zu Mehrkosten führen können. Für solche Störungen im Ablauf der Vorbereitungen seien jedoch keine finanziellen und zeitlichen Puffer vorhanden.

Durch Vandalismus seien bereits immense Kosten an Maschinen, Geräten und Aufbauten entstanden, bedauert der Geschäftsführer. Das Beseitigen von Hunde-, Fahrrad- und Fußspuren an Pflanz- und Rasenflächen verursache ebenfalls zusätzliche Aufwendungen. An den Aufbau von sensiblen temporären Einbauten (etwa Infostelen) sei während der vorgeschlagenen Öffnungsphase nicht zu denken. Für solche Extrakosten gebe es im Etat keine Mittel.

Nicht nachvollziehen kann Ludwig Wiemer den BI-Vorwurf, die Bedeutung der Wieseckaue werde unterschätzt. Sie sei das wichtigste städtische Naherholungsgebiet und werde durch den Umbau (Wissenschaftsachse, Platz an der THM, Quellgarten) "noch näher an die Bevölkerung herangeführt", betont er. Durch die grundhafte Sanierung des Parks komme es zu einer nachhaltigen Aufwertung.

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Quelle: Gießener Allgemeine

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