Weniger Straftaten in Mittelhessen registriert

Gießen (si). Die mittelhessische Polizei meldet für das vergangene Jahr einen weiteren Rückgang bei den Straftaten. Es gab weniger Gewaltverbrechen, auch Wohnungseinbrüche und Diebstähle kamen seltener vor bzw. wurden seltener angezeigt. Erneut zugenommen hat dagegen die Internetkriminalität.

Gießen (si). Die mittelhessische Polizei meldet für das vergangene Jahr einen weiteren Rückgang bei den Straftaten. Es gab weniger Gewaltverbrechen, auch Wohnungseinbrüche und Diebstähle kamen seltener vor bzw. wurden seltener angezeigt. Erneut zugenommen hat dagegen die Internetkriminalität. Besonders erfolgreich waren die Beamten bei Gewaltdelikten, hier wurden vier von fünf Fällen aufgeklärt. Bei den Einbrüchen blieb der Täter in drei von vier Fällen unbekannt. Die gesamte Aufklärungsquote lag bei rund 58 Prozent, etwas niedriger als im Jahr zuvor. Polizeipräsident Manfred Schweizer sprach gestern zusammenfassend von einer "sehr guten Entwicklung für die Bürger" und einem "Beleg für die erfolgreiche Arbeit der Polizei". Mittelhessen sei eine der sichersten Regionen im Bundesland. Die von Innenminister Volker Bouffier in der letzten Woche vorlegte Kriminalstatistik weist für ganz Hessen ebenfalls weniger Straftaten aus.

Bislang hatten das Innenministerium und die Polizeipräsidien die Bilanz frühestens im März, manchmal erst im April veröffentlicht. Warum sie jetzt schon im Januar - kurz vor der Landtagswahl - vorgelegt wurde, wollte Schweizer gestern nicht kommentieren. "Die Zahlen sind belastbar", sagte er. Detaillierte Fragen etwa zur Jugendkriminalität ließen sich derzeit aber noch nicht beantworten. Auch Entwicklungen in einzelnen Kreisen und Städten könnten erst später nachgezeichnet werden. Das Polizeipräsidium Mittelhessen werde diese Daten auf einer weiteren Pressekonferenz bekannt geben, erklärte Schweizer. Sie wird vermutlich - wie in Nichtwahljahren - im Frühjahr stattfinden.

Rund 56000 Straftaten wurden im vergangenen Jahr angezeigt, ein Rückgang von rund zwei Prozent. Genau in diesem Trend lag die Entwicklung bei der Gewaltkriminalität, zu der neben Kapitalverbrechen auch Raub und Vergewaltigung sowie schwere Körperverletzung zählen. Mit rund 2100 Fällen wurde hier ein Fünf-Jahres-Tief erreicht. Die Zahl der Diebstähle gingen sogar um 3,6 Prozent auf 21200 Fälle zurück - den niedrigsten Wert seit Bestehen des 2001 gegründeten Polizeipräsidiums Mittelhessen. Auch die Anzahl der angezeigten Wohnungseinbrüche (1000) verringerte sich weiter.

Die Entwicklung sei deshalb besonders erfreulich, weil das Sicherheitsempfinden der Bürger in diesen Deliktsbereichen besonders beeinträchtigt werde, sagte Schweizer. Entscheidend zum guten Verlauf beigetragen haben aus seiner Sicht zum einen die erhöhte polizeiliche Präsenz, zum anderen die "Präventionsaktivitäten", dazu zählen beispielsweise Aufklärungskampagnen. Die Diebstahlsdelikte prägen die Kriminalstatistik nachhaltig - rund 37 Prozent aller Anzeigen fallen in dieser Rubrik.

Mehr zu tun hatten die Beamten im vergangenen Jahr mit Sachbeschädigungen, hier gab es einen Anstieg um rund acht Prozent auf 6800 Fälle. Eine leichte Zunahme verzeichnet der Bericht auch bei den Rauschgiftsachen (2200). Dafür waren laut Schweizer einige größere Ermittlungsverfahren und ein "erhöhter Kontroll- und Fahndungsdruck" ursächlich. Allerdings macht der Bereich Drogen auch deutlich, dass die Kriminalstatistik nur bedingt etwas über die tatsächliche Anzahl der Straftaten aussagt. Im Milieu gibt es kaum Anzeigen - viele "Opfer" haben selbst Straftaten begangen. Die Dunkelziffer ist entsprechend hoch.

Schon über 2600 Fälle betrafen die Internetkriminalität, die immer mehr an Bedeutung gewinnt (Zuwachs jetzt über sieben Prozent). Der größte Anteil entfiel auf Waren- und Kreditbetrug, vor allem bei "elektronischen Marktplätzen". Besonders deutlich zu nahmen die Verbreitung von (kinder)pornographischen Dateien sowie die Verstöße gegen das Urheberrechtsgesetz, worunter illegal aus dem Netz geladene Musikstücke fallen. Hier waren die Beamten doppelt so oft gefordert wie im Jahr zuvor.

Quelle: Gießener Allgemeine

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