+

Videoüberwachung

Videoüberwachung: Ludwigstraße Gießen wird an Fasching überwacht

  • schließen

Die Polizei Gießen setzt zum ersten Mal in der heißen Phase von Fasching eine Videoüberwachung ein. Der Schwerpunkt liegt auf der Party in der Ludwigstraße. Aus gutem Grund.

Nach dem großen Faschingsumzug knallen erst Recht die Korken. Und wenn der Alkoholspiegel steigt, sinkt für manche Menschen die Hemmschwelle. In den vergangenen zwei Jahren hat die Gießener Polizei gerade am Faschingssonntag vermehrt Straftaten in der Ludwigstraße registriert: ein Drittel Körperverletzungen, zwei Drittel Diebstähle. Meist nutzen die Täter das dichte Gedränge aus, um krumme Dinger zu drehen und dann unerkannt entkommen zu können. Deshalb wird an diesem Sonntag, 3. März, in Gießen zum ersten Mal der obere Bereich der Ludwigstraße videoüberwacht.

Polizisten werden sogenannte Bodycams tragen. Und aus Kassel steht ein spezielles Überwachungsfahrzeug (Lesen Sie auch: Das ist die Kriminalstatistik 2018 für Stadt und Kreis Gießen) der Polizei Nordhessen bereit. "Wir wollen mögliche Straftäter bereits im Vorfeld abschrecken", sagt der Leiter der Polizeidirektion Gießen, Marc Göbel. "Ziel ist es aber auch, Täter zu identifizieren und zu überführen."

Die Zahlen, die Göbels Stellvertreter, Erster Polizeihauptkommissar Stefan Jigl, beim Pressegespräch am Berliner Platz nennt, sind beeindruckend – in negativer Hinsicht. In den Jahren 2017 und 2018 registrierte die Polizei in der Ludwigstraße insgesamt 282 Straftaten. Alleine im Februar 2017 und 2018 waren es 42. "Und wenn man sieht, dass 17 Straftaten alleine am Faschingssonntag geschehen sind, dann haben wir die rechtliche Grundlage für einen Einsatz der Videoüberwachung", sagt Jilg.

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Sprinter. Stehen wird der Mercedes am Sonntag ab 11 Uhr bis tief in die Nacht auf dem Gehweg in der Nähe der Ecke Ludwigstraße/Riegelpfad. Mit zwei Kameras, die bis in eine Höhe von zwölf Metern ausgefahren werden können, werden vor allem Übersichtsbilder gemacht, erklärt Florian Reinl, Techniker bei der Polizei Kassel. Gefilmt wird aber nicht durchgängig, sondern nur, wenn der Beamte das will. Aber nicht nur, um mögliche Straftaten aufzuzeichnen, sondern auch um bei der Koordination von Rettungseinsätzen zu helfen. Gespeichert werden die Aufnahmen mindestens 30 Stunden – erlaubt seien zwei Monate, sagt Jilg. Zurzeit bringt die Stadt in der oberen Ludwigstraße Schilder mit dem Hinweis "Dieser Bereich wird videoüberwacht" an.

Im Einsatz sein werden auch sogenannte Bodycams – also kleine Kameras, die die Polizisten am Oberkörper tragen. "Vor allem sollen sie deeskalierend wirken", sagt der stellvertretende Dienstgruppenleiter der Polizeistation Gießen-Nord, Rouven Brück. Wüssten kontrollierte Personen, dass der Polizist gerade Kamera und Ton aufnehmen, würden sich viele entsprechend ruhig verhalten. Der Einsatz hat einen aktuellen Hintergrund. "Übergriffe auf Polizisten sind ein großes Thema", betont Polizeidirektor Göbel. "Die Bodycams sind ein adäquates Mittel, um uns zu schützen."

Neben der Videoüberwachung wird die Polizei auch verstärkt Verkehrskontrollen in Stadt und Landkreis machen. Bei den jeweiligen Umzügen und Feiern im öffentlichen Raum ist außerdem "eine angemessene" Zahl an zivilen und uniformierten Polizisten im Einsatz, sagt Göbel. "Damit der Umzug und die Feierlichkeiten an Fasching friedlich verlaufen."

Info

Stationäre Kameras in Gießen

Die Videoüberwachung ist nicht nur während der Karnevalszeit in Gießen ein Thema. Geplant sind stationäre Kameras am Bahnhofsvorplatz, am Marktplatz und im Dönerdreieck. An diesen Standorten, sagt der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Gießen, Stefan Jilg, würden gerade die technischen Voraussetzungen geprüft. Laut Stadtverwaltung sind aktuell keine weiteren Standorte vorgesehen.

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare