Tiefe Spurrillen gefährden den Radverkehr

Gießen (mö). Es sind Begegnungen der unheimlichen Art, die Gießens Alltagsradler in der dunklen Jahreszeit an bestimmten Stellen im Stadtgebiet immer wieder haben. "Ich bin total erschrocken und fast abgeschmiert", berichtete der Redaktion eine Radlerin ihr Erlebnis.

Die Frau war am Berliner Platz stadtauswärts unterwegs und auf Höhe der Bushaltestelle etwas zu weit rechts gefahren. Plötzlich habe das Rad einen Schlag erhalten und sei seitlich weggerutscht. Ursache: Eine tiefe Spurrille im Asphalt, die die Radlerin aus dem Gleichgewicht brachte. Bei Tageslicht nahm die Leserin die Stelle noch einmal in Augenschein und kam zum Ergebnis: "Da hilft auch keine Faltencreme."

Solche Faltenbildungen gibt es auch am Marktplatz, in der Neustadt und anderen Haltepunkten des Nahverkehrs. Die Gefahrenpunkte, über die die GAZ in den letzten Jahren wiederholt berichtet hatte, werden jetzt die Stadtverordnetenversammlung beschäftigen. Denn was den Marktplatz betrifft, hat die FDP-Fraktion den Magistrat aufgefordert, "unverzüglich die tiefen Spurrillen zu beseitigen und die Verkehrssicherheit für Radfahrer wiederherzustellen". Stadtsprecherin Claudia Boje sagte, dass das Tiefbauamt die Schäden aufgrund der Anfrage dieser Zeitung prüfen wird. Dass es dazu auch einen Parlamentsantrag gibt, sei der Bauverwaltung noch nicht bekannt.

Das Problem der Faltenbildung beschäftigt die Stadt seit vielen Jahren. Am Marktplatz wurde die Fahrbahn bereits zweimal abgefräst, was stets zu Beeinträchtigungen im Busverkehr führte. "Wir finden einfach nicht den richtigen Asphalt, der diesen Belastungen dauerhaft standhält", räumte der damalige Baudezernent Thomas Rausch vor vier Jahren ein. Die Fachleute führen die Bildung der Spurrillen auf die Dauerbelastung durch die schweren Busfahrzeuge zurück, die zudem Hitze nach unten abstrahlen, was dem Belag gerade in heißen Sommern zu schaffen macht. Beim Marktplatz kam hinzu, dass beim Umbau eine mangelhafte Asphaltmischung verwendet worden war. Aber auch der neue Belag faltete sich auf.

An einigen Bushaltestellen wie gegenüber der Liebigstraße, dem Berliner Platz (Ostseite) oder dem gesamten Bahnhofsvorplatz wurden in den letzten Jahren daher die Haltebuchten mit einer Betonschicht ausgegossen. Dieser Belag ist strapazierfähiger, aber auch deutlich teurer.

Sperrung wegen schlechter Asphaltqualität Marktplatz: Ein Jahr nach Ausbesserung schon wieder Spurrillen Marktplatz: Stadt hat genug vom "Faltenasphalt"

Quelle: Gießener Allgemeine

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