Stadtwerke: Kein Stillstand bei der Energiewende

Gießen (mö). Mit Gelassenheit reagiert die Stadtwerke Gießen AG auf die von der Bundesregierung geplanten Änderungen bei der Förderung der regenerativen Energien.

"Der Ausbau wird sich verlangsamen, aber es wird keinen Stillstand geben", sagte der Technikvorstand Reinhard Paul gegenüber der AZ. Abzuwarten bleibe, ob das von Umweltminister Peter Altmaier (CDU) geplante Einfrieren der Umlage im Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG) politisch durchgesetzt werde und wie es sich dann auswirke. Paul: "Es ist nicht auszuschließen, dass einige Projekte, an denen wir beteiligt sind, nicht entstehen".

Keinerlei Auswirkungen sieht Paul für die Energieeigenerzeugung der Stadtwerke, die dabei stark auf die Kraft-Wärme-Koppelung setzen, mit der die SWG bis 2020 die Hälfte des verkauften Stroms erzeugen wollen. Anders könnte sich die Situation bei den Beteiligungen der SWG an Solarparks, Windkraftanlagen oder solchen zur Erzeugung von Biogas entwickeln. Bei schon weit gediehenen Projekten, wie zum Beispiel der Biogasanlage in Heuchelheim, geht der SWG-Vorstand aber davon aus, dass gebaut wird. Gespräche liefen derzeit auch über eine Beteiligung an der Energiegenossenschaft Lumdatal, die auf Windkraft setzt. In diesem Zusammenhang verwies Paul auf einen Termin am Dienstag in Marburg, wo Regierungspräsident Dr. Lars Witteck die Energiepotenziale der Region präsentiert hatte. Für den Betrieb von 280 Windkraftanlagen allein im Kreis Gießen bräuchte man etwa die dreifache Netzkapazität und entsprechende Investitionen, um den grünen Strom auch transportieren zu können, verdeutlichte Paul.

Bei der Sonnenenergie verwies der SWG-Vorstand auf drei aktuelle Projekte in Heuchelheim, Fernwald und auf der Hohen Warte zwischen Annerod und Gießen. Letztgenanntes Projekt befindet sich derzeit im Bebauungsplanverfahren durch die Gießener Stadtverordnetenversammlung. Allerdings wurde der Magistrat im vergangenen Jahr durch die Nachricht aufgeschreckt, dass das Unternehmen Solibra aus Lahnstein, das die Anlage errichten sollte, Insolvenz angemeldet hat.

Wie Ralf Pausch aus dem Dezernat von Planungsdezernentin Gerda Weigel-Greilich auf Anfrage mitteilte, sei das Vorhaben mittlerweile einem Tochterunternehmen übertragen worden. "Wir sind ganz hoffnungsvoll, dass das Projekt verwirklicht werden kann."

Nicht überrascht vom Altmaier-Vorstoß zeigte sich SWG-Vorstand Paul. Angesichts der Strompreisentwicklung sei ihm klar gewesen, dass in der Politik irgendwann einer "die Notbremse zieht".

Die SWG hatten ihre jüngste â?" und kräftige â?" Strompreiserhöhung, die zum vergangenen 1. Januar wirksam wurde, unter anderem mit der gestiegenen EEG-Umlage begründet. Altmaiers weitere Forderung, weniger Ausnahmen bei der Zahlung der Umlage zuzulassen, trifft in der Region Gießen kaum ein Unternehmen.

Laut der Liste für Hessen, die gut 100 Unternehmen enthält, die von der Zahlung der Umlage nahezu befreit sind, findet sich nur ein Industriebetrieb aus dem östlichen Kreisgebiet.

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Quelle: Gießener Allgemeine

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