Jugendschutz

Stadt will keinen Puff an der Lahnstraße

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Gerede über ein Bordell an der Lahnstraße gab es schon länger. Die Stadt hat die Puff-Pläne nun bestätigt und gleich reagiert.

Das Gerücht machte vor einigen Wochen in der Margaretenhütte und im Bachweg die Runde: An der hinteren Lahnstraße solle nach der Spielhalle nun auch noch ein Bordellbetrieb angesiedelt werden, hieß es unter den Anwohnern. Wie sich jetzt herausstellt, war das keineswegs nur Gerede. Wie Planungsdezernent Peter Neidel am Dienstag in der Pressekonferenz des Magistrats bestätigte, gibt es tatsächlich solche Ansiedlungspläne. Denen indes will die Stadt durch eine Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans "Magaretenhütte" einen Riegel vorschieben. Schlechtes Vorbild für Jugendliche

Mit diesem Schritt will der Magistrat die Jugendarbeit schützen, die in diesem Bereich vom Sportverein Schwarz-Weiß Gießen und den Zeugen Jehovas auch in den Abendstunden geleistet werde. "Dem Schutz beider Nutzungen, der sportlichen und der kirchlichen, liegt die Annahme zugrunde, dass Kinder und Jugendliche bei der regelmäßigen Wahrnehmung käuflicher Sexualität im unmittelbaren Umfeld zur Auffassung gelangen könnten, dies sei eine regelmäßige und selbstverständliche Art für jeden Erwachsenen, seine Sexualität auszuleben", formuliert das Planungsamt etwas umständlich in der Planbegründung.

Laut Neidel sei eine Anpassung der Planungsziele vor dem Hintergrund des laufenden Aufwertungsprozesses für die Margaretenhütte ohnehin vorgesehen gewesen, aber die Bordell-Pläne hätten die Bearbeitung des Bebauungsplans beschleunigt. Ein solches Etablissement wäre für die Aufwertung des Gebiets mit Sicherheit "kontraproduktiv", erläuterte der CDU-Stadtrat. Südliche Lahnstraße kein Sperrbezirk

Dagegen könnten im Gewerbegebiet Margaretenhütte weitere Spielhallen angesiedelt werden; das Vergnügungsstättenkonzept der Stadt sieht den Bereich ausdrücklich als "begrenzte Ausweichfläche" für Betriebe vor, die die Innenstadt verlassen.

Bordelle gelten im planungsrechtlichen Sinne – anders als Pornokinos oder Striptease-Lokale – übrigens nicht als Vergnügungsstätten. Die Frage, wo in Gießen ein Bordellbetrieb bzw. sogenannte von Prostituierten angemietete Tagesterminwohnungen zulässig sind, beantwortet die im Oktober 2009 erlassene "Verordnung zum Schutze der Jugend und des Anstands im Regierungsbezirk Gießen", landläufig Sperrbezirksverordnung genannt. Danach wäre ein Puff am Ende der Lahnstraße oder der Margaretenhütte zulässig, nicht jedoch im vorderen, stadtnahen Bereich beider Straßen.

Quelle: Gießener Allgemeine

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