1. Wetterauer Zeitung
  2. Stadt Gießen

Nach Band-Pause: Sportfreunde Stiller kommen nach Gießen

Erstellt:

Von: Sophie Röder

Kommentare

smf_SportfreundeStillerc_4c_1
Sie sind zurück: Am 18. August eröffnen Peter Brugger, Florian Weber und Rüdiger Linhof, bekannt als die Sportfreunde Stiller, den Gießener Kultursommer. © Red

Die Sportfreunde Stiller sind wieder da: Nach einer langen Band-Pause eröffnet das Trio den Kultursommer in Gießen und freut sich auf einen „super Sommerabend“.

Gießen – Nach sechs Jahren Pause erscheint im September mit »Jeder nur ein X« das neue Album der Sportfreunde Stiller. Zuvor kommen die drei für ein Konzert mit »tollen Gästen« auf den Schiffenberg. Sie eröffnen den diesjährigen Kultursommer. Florian Weber berichtet vom Neustart der Sportfreunde, ihren aktuellen Liedern und von einer Überraschung für die Besucher des Kultursommers.

Die Sportfreunde Stiller sind wieder da. Kann man das so sagen, Herr Weber?

Ja, auf alle Fälle. Das ist ein Satz, den ich mich vor drei Jahren nicht zu sagen getraut hätte. Ich hätte nicht sagen können, ob es uns noch gibt. Deswegen ist der Satz »die Sportfreunde sind wieder da« mit einer Euphorie zu nennen, die durchaus positiv ist.

Mehr als sechs Jahre Pause: Sportfreunde Stiller gastieren in Gießen

Wie ist es, nach so langer Zeit wieder auf der Bühne zu stehen und vor Publikum zu spielen?

Erstmal war es total befremdlich. Wir haben uns ja nicht nur in der Pandemie nicht auf der Bühne gesehen, sondern wir hatten eine Pause über sechs Jahre. Das war natürlich ein Zustand, der uns sehr nervös machte. Allerdings haben wir nach wenigen Tönen, die wir gespielt haben, gemerkt, dass sowohl wir unglaublich Bock haben, dass aber auch die Leute nach der Pandemie wieder Lust haben, Live-Konzerte zu sehen, und im besten Falle auch uns wieder sehen wollen. Das haben wir ziemlich schnell gespürt und hoffen, dass uns das Gefühl auch über den Sommer trägt.

Hatten Sie in der Band-Pause noch Kontakt als Freunde oder herrschte Funkstille?

In der Zeit haben wir uns dreimal gesehen und überhaupt nicht über Geschäfte oder Musik gesprochen, sondern nur, dass man den Kontakt nicht völlig verliert. Das war eine Pause, die nicht jeder so super fand. Einer hatte es dringend benötigt. Das war zu akzeptieren. Irgendwann kam dann wieder der Anstoß des Pausennehmers, und wir haben schnell bemerkt, dass die Sportfreunde an sich sehr, sehr wichtig sind, sowohl für uns als auch für viele Leute. Wir haben dann Zugang zu neuem Liedmaterial gefunden, sind kreativ geworden, haben wieder ein altes Gefühl entdeckt, das uns tatsächlich in den letzten Monaten des Zusammenspiels abhandenkam. Deswegen war die Pause wichtig und richtig - auch wenn es schwer war, das zu akzeptieren.

Sportfreunde-Stiller-Konzert in Gießen: Band spricht über neues Album

Wie kam es zu den Aufnahmen von »Jeder nur ein X (Kreuz)«?

Wir haben uns einmal nach der langen Pause getroffen, um zu proben. Wir haben da gespürt, dass es wichtig ist, aber dass es noch eine Annäherung ist. Wir haben allerdings schnell bemerkt, dass wir neue Lieder im Gepäck haben und etwas ausprobieren wollen. Dann kam die Idee von unserem Manager, ob wir denn nicht mit Tobi Kuhn - ein alter Freund von uns und unser Produzent - zusammenarbeiten wollen. Das war eine gute Idee. Wir haben uns getroffen, er hat uns nur ein paar Sätze hinübergeschmissen - wie wichtig es ist, dass es uns wieder gibt - und schon war das Feuer entfacht. Wir haben nach der ersten Aufnahme in Wien gemerkt, dass es die richtige Kombi ist und beschlossen, mit ihm das gesamte Album aufzunehmen. Wir waren dafür dann dreimal in Wien und für einen längeren Zeitraum in der Toskana. So sind die Lieder Stück für Stück entstanden.

Wie verlief die Zusammenarbeit mit Tobi Kuhn?

Das Spannende ist, die Zusammenarbeit mit Tobi lief anders als bisher. Er war viel involvierter. Er hat sich auch die Songs einfach mal genommen. Er hat gesagt: Vertraut mir mal, ich probiere was aus. Wir können immer wieder dahin zurückgehen, was von euch kommt. Dann hat er uns Sachen vorgestellt, die uns entweder komplett begeistert haben, neuartige Klänge, die von uns kommen, aber verändert wurden. Oder die uns tatsächlich erstmal schockiert haben, wo wir gesagt haben: Das können wir doch so gar nicht machen! Das ist ja Wahnsinn! Aber letztlich hatten wir eine Grundlage, die frisch war und neu interpretiert. Das war eine ganz tolle Arbeit mit ihm, einfach mal ein neuer Blick auf die Lieder.

Klingt deshalb die neue Single »I’m Alright« ein bisschen anders als bisher bekannte Lieder?

Ganz genau. Das Lied ist lustigerweise das erste, das wir aufgenommen haben. In unserer Demo-Version ist es noch stärker skaartig und hat noch mehr Gitarre. Dann hat Tobi es einfach mal genommen, ein bisschen umgedreht und hat bei uns einen komplett neuen Gehörgang aufgestoßen, den wir spitze fanden. Wir finden es immer noch äußerst lässig und das ist so ein Vorgeschmack darauf, was aus gewöhnlichen Sportfreunden-Liedern werden kann.

Sportfreunde Stiller auf dem Kultursommer in Gießen – Das erwartet die Besucher

Gibt es noch die »typischen« Sportfreunde-Stiller-Lieder?

Ja, es gibt auch noch die typischen Sportfreunde-Hymnen. So gibt es ein Lied - das freut mich ganz besonders - das in Richtung »Wunderbare Jahre« geht. So ein altes Punklied, das schön nach vorne stürmt, mit hier und da politischen Aussagen. Es ist im Grunde ein buntes Album.

Bekommen die Besucher des Kultursommers einen musikalischen Vorgeschmack, also Songs vom neuen Album zu hören?

Den Vorgeschmack können sie jetzt ja schon hören. Unsere Single »I’m Alright« ist seit Anfang Mai auf dem Markt - mit Video. Davor wird es bestimmt noch eine Single geben. Da sind wir uns noch nicht im Klaren, was das sein wird, aber auf dem Album sind ja 13 Nummern und da kommen bestimmt noch einige Videos dazu. Auf alle Fälle werden die Leute im Vorfeld noch das ein oder andere Lied mitkriegen.

Also spielen Sie nur Lieder, die bis dahin raus sind?

Wir spielen aktuell tatsächlich vier neue Lieder, wenn wir länger auftreten. Das ist immer ein ganz guter Gradmesser: Bei den Leuten, die noch nie ein Lied gehört haben, nachzufühlen, wie das ankommt. Und wir sind total happy, wie sie ankommen. Wir sind aber auch euphorisch, was die neuen Songs betrifft. Man spielt Neues immer ziemlich gerne. Bis wir in Gießen sind, gibt es eventuell eh schon drei Singles aus dem Album zu hören.

„Wird ein super Sommerabend“: Sportfreunde Stiller freuen sich auf Konzert in Gießen

Worauf freuen Sie sich speziell bei dem Auftritt?

Wir haben auf der Bühne, nachdem wir 26 Jahre zu dritt gespielt haben, uns mal erlaubt, einen Freund mitzunehmen, der die Gitarre bedient. Der - und das gereicht uns zum Nachteil - ein sehr hübscher junger Mann ist, auch Sänger in einer anderen Band. Es wird auch ein bisschen fetter klingen. Wir haben ganz tolle Gäste auf dem Festival dabei, »Enno Bunger und Band« sowie »My Ugly Clementine«. Enno ist für mich einer der besten Lyriker in der deutschsprachigen Musik. »My Ugly Celementine« machen supertolle Rock’n’Roll-Musik. Ich glaube, das ganze Paket wird spitzenmäßig, sodass das ein super Sommerabend wird. Und in Gießen, haben wir gehört, sind die Sonnenuntergänge besonders schön. Da freuen wir uns drauf.

Der Kultursommer 2021 konnte nicht stattfinden, er wurde wegen der Corona-Pandemie verschoben.

Auch interessant

Kommentare