+
So soll das neue Gebäude des Graduiertenkollegs am Karl-Reuter-Weg aussehen, wenn es in zweieinhalb Jahren fertig sein wird. (ARGE GCSC/expressiv.at)

Am Philosophikum

Spatenstich für 14-Millionen-Neubau der Uni Gießen

  • schließen

Der erste Spatenstich für den Uni-Neubau des "Graduate Center for the Study of Culture" in Gießen ist erfolgt. Das Institut soll baulich bald zur "Champions League" zählen.

In Gießen wird viel Englisch gesprochen", sagte Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms schmunzelnd am Freitag in einem Raum des noch neuen Seminargebäudes II am Alten Steinbacher Weg. "Graduate Center for the Study of Culture" (GCSC) heißt die Einrichtung, für deren 14 Millionen Euro teuren Neubau am Freitag nebenan der Startschuss gegeben wurde.

Die Bezeichnung in der Weltsprache kommt nicht von ungefähr, denn es sind junge Doktoranten aus vielen Ländern, die an der mit dem Gütesiegel "Exzellenz" versehenen Uni-Einrichtung seit vielen Jahren forschen und ausgebildet werden. "Mit dem Neubau spielen wir in Zukunft auch baulich in der Champions League", freute sich GCSC-Geschäftsführer und Gründungsdirektor Prof. Ansgar Nünning bei der Feier zum Ersten Spatenstich. In zwei- bis zweieinhalb Jahren soll das 50 Meter lange, 13 Meter breite und vier Geschosse hohe Gebäude am Karl-Reuter-Weg fertiggestellt sein. 200 Menschen werden dann auf den gut 2000 Quadratmetern Nutzfläche arbeiten.

50 Meter lang, 13 Meter breit

Unipräsident Prof. Joybrato Mukherjee vermittelte ein Bild von der "neuen Magistrale" der JLU-Geisteswissenschaften, die sich von den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Licher Straße über den neuen "Campus der Zukunft" in der Klingelbachaue bis auf die Ostseite der Rathenaustraße erstrecken werde, wo das Audimax derzeit saniert wird und der Neubau der Mensa geplant ist. Mukherjee sieht einen Zusammenhang zwischen den Erfolgen der JLU bei der ersten Exzellenzinitative 2006, als auch das Graduiertenzentrum der Kulturwissenschaften ausgezeichnet wurde, und dem anhaltenden Bauboom an der JLU. "Das Land hat damals entdeckt, dass die Justus-Liebig-Universität sehr leistungsstark ist", sagte der Präsident. Wissenschaftsministerin Angela Dorn nannte den Neubau ein "zentrales Projekt für die Nachwuchsförderung in den Geisteswissenschaften". In einer immer komplexer werdenden Welt seien die Geistes- und Kulturwissenschaften als Welterklärer, die Wissen und Werte vermittelten, "wichtiger denn je".

Passend zum 30. Jahrestag des Mauerfalls bemerkte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, mit dem neuen Campus der JLU-Geisteswissenschaften, der die Trennung in Philosophikum I und II beende, "wächst zusammen, was zusammen gehört". In der Klingelbachaue entstehe zwischen der Innenstadt und dem Naherholungsgebiet Schiffenberger Wald ein "attraktives, modernes und grünes Stadtquartier". In Anspielung auf den stadtpolitischen Streit, ob und wie die Durchfahrbarkeit der Rathenaustraße für den Autoverkehr gewährleistet bleiben soll, sagte Grabe-Bolz mit Blick auf die seit einem Jahr geltende Sperre: "Man sieht: "Es geht auch ohne Durchgangsverkehr."

Durchgangsverkehr kehrt zurück

Den freilich wird es wieder geben, wenn die begradigte und umgebaute Rathenaustraße im kommenden Frühjahr freigegeben und mitten durch den Campusplatz führen wird. Dort wird Tempo 30 gelten, eine lange und breite Mittelinsel soll Fußgängern und Radfahrern die Straßenquerung erleichtern. Für die Stadtbusse gibt es vor und hinter dem Übergangsbereich zwei großen Haltestellen .

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare