Seltersweg will nur vier Einkaufssonntage

Gießen (pd). Über die vier bekannten Sonntage hinaus beantragt die Stadt Öffnungszeiten während der Landesgartenschau an vier weiteren Sonntagen während der Landesgartenschau. Das berichteten Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) und Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) vor zwei Wochen.

Man orientiere sich damit an den Wünschen des Handels, der "mehr Liberalität" fordere. Allerdings: Vom Innenstadthandel stammt diese Forderung offenbar nicht. Der Seltersweg werde auch 2014 nur an vier Sonntagen öffnen, sagten am Montag auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung Heinz-Jörg Ebert und Markus Pfeffer.

Vorsitzender und Geschäftsführer des umsatzstärksten innerstädtischen "Business Improvement District" (BID) ergänzen die seit Monaten anhaltende Diskussion über Zahl und Zeitpunkt verkaufsoffener Sonntage um einen weiteren Aspekt. Bereits Ende November, so Ebert, habe man kirchlichen Vertretern – mit der Bitte um Weiterleitung an die Dienstleistungsgesellschaft Verdi – ein Schreiben zukommen lassen, in dem der Innenstadthandel weniger Einkaufssonntage plant als jetzt vom Magistrat beantragt. Wunsch der Händler im Seltersweg sei es nämlich gewesen, die "klassischen" Einkaufssonntage (Frühlingserwachen, Krämermarkt, Liebigs Suppenfest) beizubehalten und zusätzlich nur an einem Sonntag während der Landesgartenschau (4. Mai) zu öffnen.

Als weiteren Termin habe sich der Handel eine Öffnung am 28. Dezember gewünscht. Dafür werde man "uns und unseren Mitarbeitern künftig den Januartermin ersparen", bekräftigt der Vorsitzende des BID Seltersweg.

Da eine Öffnung am letzten Dezembersonntag von Kirchen und Magistrat abgelehnt worden sei, werde es für die Händler im Seltersweg bei vier Sonntagsöffnungen bleiben. Damit tragen die Händler im Seltersweg auch der Tatsache Rechnung, dass die Gewerkschaft Verdi (wie berichtet) Klage gegen die Sonntagsöffnungen im Gießener Einzelhandel eingereicht hat und per Feststellungsklage prüfen lässt, ob die Neujahrsbegrüßung am 5. Januar rechtmäßig war. Um Planungssicherheit zu haben, werde man sich auf die "klassischen" Sonntagsöffnungen im April, Oktober und November beschränken.

Auf diese Einkaufssonntage wolle der Innenstadthandel auf keinen Fall verzichten, stellt Ebert klar. Da nicht sicher sei, wann die Entscheidung zur Klage der Gewerkschaft fällt und wie das Urteil aussieht, werde man aus den genannten Gründen auf die Teilnahme an der Sonntagsöffnung zur Gartenschaubegrüßung verzichten, so Pfeffer und Ebert.

Beide bekräftigen abschließend die aus ihrer Sicht bestehenden Vorteile einer Öffnung am 28. Dezember gegenüber der Neujahrsbegrüßung im Januar. Zum einen herrsche zwischen den Jahren "höchste Frequenz" in den Innenstädten. Der Einzelhandel habe in dieser Zeit in der Regel absolute Urlaubssperre, weil dann große Umsätze erzielt würden, "die der Innenstadthandel in der heute extrem schwierigen wirtschaftlichen Zeit dringend benötigt". Am ersten Januarsonntag dagegen sei das Interesse der Kundschaft weniger stark ausgeprägt, und die Umsätze fielen geringer aus. Zudem wollten viele Mitarbeiter in den Familienurlaub, weil Hessen eines der wenigen Bundesländer sei, in dem Schüler in der zweiten Januarwoche noch Ferien haben.

Stadt will für 2014 mehr verkaufsoffene Sonntage Ver.di klagt gegen Sonntagsöffnung Grünes Licht für "Neujahrsbegrüßung" Zehntausende bei "Neujahrsbegrüßung" Magistrat will 2014 acht verkaufsoffene Sonntage Ev. Kirche gegen verkaufsoffene Sonntage

Quelle: Gießener Allgemeine

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