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Schlager gegen Schauer

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Die Eurovision-Band »Wind«, allerdings nicht mehr in der alten Besetzung.
Die Eurovision-Band »Wind«, allerdings nicht mehr in der alten Besetzung. © Stefan Schaal

Gießen (srs). »Lass die Sonne in dein Herz«, stimmte die Gruppe »Wind« an – und erntete prompt stürmischen Regen. Prominente Schlagersänger gaben sich am Sonntagnachmittag auf der Bühne der Landesgartenschau ein Stelldichein.

Neben der Formation »Wind«, die einst beim Grand Prix Eurovision de la Chanson zweimal den zweiten Platz belegt hatte, traten Olaf Berger, die aus der TV-Sendung »Deutschland sucht den Superstar« bekannte Annemarie Eilfeld, der Pohlheimer Thilo Wieß und der in den 80er Jahren im Laufe der Neuen Deutschen Welle erfolgreiche Markus auf. Zwischenzeitlich musste der Konzertreigen wegen heftiger Schauer unterbrochen werden.

Markus sang seinen Klassiker »Ich will Spa?, und die Zuschauer gaben Gas. Klatschend, schunkelnd und Lieder lautstark mitschmetternd begleiteten die Zuhörer die vom Radiosender HR4 organisierte »Schlagerparty«.

Neben dem inzwischen 54-jährigen und doch scheinbar optisch und akustisch nicht alternden Markus hatte auch der Dresdner Sänger Olaf Berger einen Auftritt. Während seiner ersten Lieder harrten die Besucher noch etwas verhalten auf ihren Plätzen. Doch Berger, Vollprofi und Rampensau, stieg von der Bühne, stellte sich auf einen Stuhl in der ersten Reihe und stimmte Bernd Clüvers »Mexican Girl« an. Innerhalb eines Augenblicks hatte Berger, einst in der DDR einer der erfolgreichsten Schlagersänger, sein Publikum im Griff.

Als der Regen kurz kübelweise vom Himmel fiel, unterbrach Moderator Dieter Voss das Konzert Bergers, bis nach fünfzehn Minuten wieder die Sonne zum Vorschein kam. »Ich lebe für sie und ich sterbe aus Liebe«, sang der Dresdner, der im kommenden Jahr sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiert, nach der Pause. Und die Gäste antworteten im Chor: »Alice, Alice, wer verdammt ist Alice«.

Auf der Bühne stand anschließend die Gruppe »Wind«. Dreimal hatte die Formation, damals noch in anderer Besetzung, am Grand Prix Eurovision de la Chanson teilgenommen. »Unvergesslich war das«, erzählte Frontmann Andreas Lebbing, der 1987 mit dem Lied »Lass die Sonne in dein Herz« beim Song Contest dabei gewesen war. Wie »in Trance« habe er damals den Auftritt erlebt. Dann stimmte die Formation Stücke über Wolkenschlösser, Klassiker von Abba und schließlich auch das einst von Ralph Siegel und Bernd Meinunger komponierte »Lass die Sonne in dein Herz« an.

Den Nachmittag eröffnet hatte eingangs Annemarie Eilfeld, die im Jahr 2009 in der Casting-Show »Deutschland sucht den Superstar« den dritten Platz belegt hatte. Vor über 500 intonierte sie Lieder aus ihrer aktuellen Veröffentlichung »Barfuß durch Berlin«. Zum Muttertag sang sie auch für ihre »Mutti« ein Ständchen: »Du und ich sind unendlich« auf die Melodie des Stücks »You and I« von Celine Dion. Am Ende stellte sie schließlich einen Song vor, den sie anlässlich der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft veröffentlicht: Wencke Myhres Klassiker »Er steht im Tor«, unterlegt mit elektronischen Beats. Auch zum »Eurovision Song Contest« vom Vorabend äußerte sich Eilfeld auf Nachfrage des Moderators Voss. Sie kenne die Gewinnerin Conchita Wurst gut, erzählte sie. Diese sei eine »herzensgute und höfliche« Kollegin sowie eine »außerdem jahrelang unterschätzte Künstlerin«.

Auftritte hatten am gestrigen Sonntag außerdem Laura Wilde aus Heppenheim und Oliver Thomas. Zum Schunkeln brachte das Publikum zudem Lokalmatador Thilo Weiß aus Pohlheim, unter anderem mit Titeln wie »Gute Reise« und »Ich hab den Sommer im Gepäck«. Die Künstler unterzeichneten nach ihren Auftritten zudem eifrig Autogramme.

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