Roter Weg bleibt für Radfahrer frei

  • vonChristian Schneebeck
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Trotz aller Regeln ist auch im Straßenverkehr vieles Ansichtssache. Tatsache ist hingegen, dass Radfahrer in der Nordstadt seit fast anderthalb Jahren den Roten Weg zwischen Reichenberger Straße und Friedhofsallee nutzen dürfen. Und das wird auch bis auf Weiteres so bleiben, wie Katja Bürckstümmer von der Straßenverkehrsbehörde am Dienstagabend im Nordtalk bekannt gegeben hat. Denn während viele Anwohner die Regelung nach wie vor kritisieren, hat die Stadt eine andere Sichtweise: Sie hält ihren Verkehrsversuch für »erfolgreich«.

Trotz aller Regeln ist auch im Straßenverkehr vieles Ansichtssache. Tatsache ist hingegen, dass Radfahrer in der Nordstadt seit fast anderthalb Jahren den Roten Weg zwischen Reichenberger Straße und Friedhofsallee nutzen dürfen. Und das wird auch bis auf Weiteres so bleiben, wie Katja Bürckstümmer von der Straßenverkehrsbehörde am Dienstagabend im Nordtalk bekannt gegeben hat. Denn während viele Anwohner die Regelung nach wie vor kritisieren, hat die Stadt eine andere Sichtweise: Sie hält ihren Verkehrsversuch für »erfolgreich«.

Im Juni 2017 war der Fußweg testweise für Radfahrer freigegeben worden. Jetzt liegen die Daten dazu vor. Bei mehreren Messungen sind demnach pro Tag durchschnittlich 37 Radfahrer auf dem Roten Weg gezählt worden, die meisten an Werktagen morgens zwischen 7 und 8 Uhr und in der Mittagszeit. Bevor die Durchfahrt erlaubt war, passierten den Weg täglich im Mittel 19 Radler. Wie Bürckstümmer erläuterte, komme so in etwa ein Radfahrer auf zwei Fußgänger. Dieses Verhältnis entspreche den üblichen Werten für Fuß- und Radwege.

Befragungen vor Ort und online, die seit Juni durchgeführt wurden, hätten zudem ergeben, dass »die meisten Nutzer gar keine Veränderung festgestellt haben«. Die große Mehrheit habe angegeben, »eher gut« mit der Situation auszukommen, nur wenige Befragte hätten mit »eher schlecht« geantwortet. Kurzum: »Der überwiegende Teil der Fußgänger fühlt sich nicht durch den Radverkehr belästigt oder gar gefährdet«, resümierte Bürckstümmer einen »erfolgreichen« Verkehrsversuch. Letzteres ist besonders wichtig, denn Fußgänger haben laut der Expertin auf dem Roten Weg weiterhin »Priorität« – Radfahrer seien dort »nur zu Gast«.

Die anschließende Debatte zeichnete allerdings ein vollkommen anderes Bild der Lage. »Bei uns im Nordstadtzentrum war die Wahrnehmung eine andere«, eröffnete Stadtteilmanager Lutz Perkitny. Gerade Ältere hätten »Ängste« geäußert angesichts mitunter rücksichtsloser Radfahrer. Freilich nutzten Radler den Roten Weg »schon seit zig Jahren«, ergänzte ein Anwohner, und selbst Roller sowie Minicars seien dort nicht selten unterwegs. Eine Bürgerin erklärte deshalb, den Weg überhaupt nicht mehr zu nutzen, sondern lieber mit dem Bus zum Friedhof zu fahren, weil sie rasenden Radfahrern »mit dem Rollator nicht so schnell ausweichen« könne.

Einig waren sich alle Anwesenden, was künftig geschehen muss, um das Miteinander für alle friedlich und gefahrlos zu gestalten. »Es geht hier einfach um Rücksichtnahme«, sagte ein Mann stellvertretend. Die Ordnungsbehörden möchten dazu mit Kontrollen und Informationen beitragen. Perkitny betonte zwar, die dauerhafte Öffnung insgesamt »nicht kritisieren« zu wollen, fügte aber hinzu: »Wir sehen die Sache nach wie vor anders.«

Zweites Thema des Abends war »Lärmbelästigung in der Nordstadt«. Mehrere Anwohner der Karlsbader Straße beklagten laute Feiern im Nordstadtzentrum, aber auch Krach auf dem Gelände drumherum stößt manchen sauer auf.

Perkitny und Patrick Walldorf, Erster Vorsitzender des Nordstadtvereins, versicherten, alles Mögliche zu tun, um zumindest einer Lärmbelästigung durch Mieter des Zentrums entgegenzuwirken. Dirk Drebes vom Ordnungsamt sowie Ricardo Garcia und Bernd Hoffmann als Vertreter der Wohnbau stellten sich ebenfalls den Fragen der Nordtalk-Besucher.

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